RWE fordert für Offshore-Windausbau Differenzverträge
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BERLIN (Dow Jones)--Die großen Offshore-Konzerne haben für den Ausbau der Windenergie auf See ein anderes Marktdesign gefordert. Statt der bislang im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgesehenen Marktprämie unterstützt der Essener Energieversorger RWE Differenzverträge. Diese seien "das bestmögliche Instrument, um den Offshore-Ausbau in Deutschland "zuverlässig und wettbewerbsfähig zu erreichen", sagte Finanzvorstand Markus Krebber anlässlich einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Der DAX-Konzern sei sich hier mit dem Branchenverband BDEW, den Zulieferern sowie den Mitbewerbern - dem schwedischen Konzern Vattenfall und der dänischen Orsted - einig.
In Großbritannien werde bereits von förderfreien Differenzverträgen gesprochen, sagte der RWE-Finanzvorstand. "Denn die Gebote in den letzten Ausschreibungen lagen so niedrig, dass die britische Regierung für die in der Auktion erfolgreichen Projekte keine Zahlung von Fördergeldern mehr erwartet." Diese Ausschreibungsform reduziere die Risiken für alle Beteiligten, so Krebber.
Differenzverträge werden bei Auktionen in Form eines Marktprämienzuschlags vergeben. Sie bieten Windpark-Investoren Planungssicherheit und entlasten zugleich die Stromkunden. Denn die Betreiber erhalten bei niedrigen Strompreisen wie bei der EEG-Umlage ihre garantierten Zahlungen, die Mehreinnahmen bei hohen Strompreisen fließen jedoch an den Verbraucher zurück.
Wind-Branche rechnet mit Entlastung bis zu 2,8 Milliarden Euro
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht davon aus, dass sich die Stromentstehungskosten über diesen Rückzahlungsmechanismus um rund 30 Prozent reduzieren ließen. Andere Institute gehen sogar von Einsparungen von bis zu 35 Prozent aus. Nach Berechnungen des Bundesverbands der Windparkbetreiber Offshore (BWO) könnten die Stromkosten über Differenzverträge jährlich um 800 Millionen bis 2,8 Milliarden Euro entlastet werden.
RWE selbst will in Deutschland in den kommenden drei Jahren jedes Jahr 1 Milliarde Euro netto in die Erneuerbaren investieren. Der Bund, die Nordländer und die Übertragungsnetzbetreiber hatten sich am Wochenende geeinigt, das Offshore-Ausbauziel bis 2030 von jetzt 15 auf dann 20 Gigawatt anzuheben. Noch im ersten Halbjahr soll das Windenergie-auf-See-Gesetz entsprechend ergänzt werden.
Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com
DJG/pso/sha
(END) Dow Jones Newswires
May 14, 2020 05:38 ET (09:38 GMT)
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