S&P Global: Euroraum rutscht im Juli in Kontraktionszone


Von Andreas Plecko

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Wirtschaft in der Eurozone hat im Juli erstmals seit den Corona-Lockdowns Anfang 2021 wieder eine Kontraktion verzeichnet. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 49,4 Zähler von 52,0 im Vormonat, wie S&P Global im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen leichteren Rückgang auf 51,0 Punkte vorhergesagt.

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Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes fiel auf 49,6 Punkte von 52,1 im Vormonat. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 51,0 Zähler prognostiziert. Der Index für den Servicesektor fiel auf 50,6 Punkte von 53,0 im Vormonat. Ökonomen hatten einen Rückgang auf 52,0 Punkte erwartet.

Die Industrieproduktion schrumpfte und der Servicesektor stagnierte weitgehend, da die steigenden Lebenshaltungskosten der Konjunkturerholung nach der Pandemie zunehmend ein Ende setzen. Die Besorgnis über die Abschwächung der Nachfrage wurde durch Energie-, Versorgungs- und Inflationsängste verstärkt. Dies wiederum trübte den Ausblick und zog einen markanten Rückgang der Einkaufsmenge sowie einen verlangsamten Stellenaufbau nach sich.

Am stärksten abwärts ging es im Juli in Deutschland, wo der Sammelindex mit 48,0 Punkten auf den tiefsten Wert seit Juni 2020 absackte. Frankreich vermeldete mit 50,6 Punkten - dem niedrigsten Wert seit 16 Monaten - nur noch ein Mini-Wachstum.

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"Angesichts der Wachstumseinbußen im Juli und der Tatsache, dass die Frühindikatoren unserer Umfrage auf eine Verschlimmerung der Lage hindeuten, dürfte die Eurozone - die Corona-Lockdowns mal ausgenommen - im dritten Quartal 2022 erstmals seit Juni 2013 wieder schrumpfen, und zwar um 0,1 Prozent auf Quartalsbasis", sagte S&P-Global-Chefvolkswirt Chris Williamson. Und die stark rückläufigen Neuaufträge, sinkende Auftragsbestände und die sich eintrübenden Geschäftsaussichten deuteten darauf, dass sich der Abwärtstrend im Laufe des Sommers weiter beschleunigen dürfte.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/smh

(END) Dow Jones Newswires

July 22, 2022 04:15 ET (08:15 GMT)

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