Schärfere Kontrollen

Baidu, Alibaba & Co.: China-Aktien taumeln in USA weiter - DiDi wird zum Debakel


Baidu, Alibaba & Co.: China-Aktien taumeln in USA weiter - DiDi wird zum Debakel

Der Kursrutsch der in den USA notierten Aktien chinesischer Konzerne nimmt auch am Donnerstag kein Ende.

Werte in diesem Artikel

Nachdem Chinas Regierung am Vortag für diese eine deutlich schärfere Kontrolle angekündigt hatte, sackten die Aktien des erst frisch in New York notierten Fahrdienstvermittlers DiDi am Donnerstag allen voran um sechs Prozent auf knapp 11 US-Dollar ab. Sie entfernten sich damit weiter vom Ausgabepreis, der Ende Juni bei 14 Dollar gelegen hatte.

Werbung

Seit Tagen schon sind die DiDi-Papiere im freien Fall, am ersten Handelstag vor gut einer Woche waren sie noch bis auf rund 18 Dollar in der Spitze gestiegen. Dann aber kam der Dienstag, als es hieß, die Pekinger Cyberspace-Aufsichtsbehörde habe den Konzern wegen "schwerwiegender Verstöße" bei der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten auf dem Kieker. Sie ordnete dabei die Löschung der DiDi-App aus chinesischen App Stores an. Dabei war schon spekuliert worden, dass die US-Börsengänge den Chinesen ein Dorn im Auge sind.

Am Vortag vermeldete neue Vorschriften dürften nun die Kapitalbeschaffung aufstrebender Firmen aus China an ausländischen Aktienmärkten wie in New York oder Hongkong deutlich erschweren. Die neuen Regeln zielen besonders auf "Datensicherheit, grenzüberschreitenden Datenfluss und die Verwaltung vertraulicher Informationen", wie am Mittwoch aus einem Dokument des Staatsrates in Peking hervorging. Auch sollen künftige Börsengänge eigens genehmigt werden müssen.

Die regulatorischen Ängste erstreckten sich in den vergangenen Tagen auch auf viele andere Aktien chinesischer Konzerne, die in den USA notiert sind. Die Papiere des Suchmaschinenbetreibers Baidu oder des Internetriesen Alibaba zum Beispiel rutschen nun jeweils nochmals um knapp vier Prozent ab. Baidu erreichte ein Tief seit Mitte Dezember, Alibaba fiel kurz unter 200 Dollar auf das niedrigste Niveau seit Ende Mai 2020.

Werbung

Der DZ-Bank-Experte Manuel Mühl sieht in dem Debakel rund um den DiDi-Börsengang eine "gezielte Provokation von chinesischer Seite" und "eine Verhöhnung globaler Investoren". "Nach diesem Vorfall werden globale Anleger gegenüber chinesischen Aktien kurzfristig vorsichtiger sein", so der Experte. Die breite Masse werde sich wohl so schnell nicht wieder für einen chinesischen Börsengang begeistern lassen.

Laut Mühl gab es aber schon viele Vorboten, er verwies zum Beispiel auf den Börsengang von Alibabas Finanztochter Ant Financial, der im November kurzfristig wegen regulatorischer Bedenken abgesagt wurde. Er sieht das, was in der Folge bis heute passierte, als "regulatorische Welle" an, die inzwischen den ganzen Sektor erfasst habe. Er glaubt, dass die Maßnahmen der Regierung das Ziel verfolgen, chinesische Unternehmen nicht zu mächtig werden zu lassen.

/tih/la/mis

NEW YORK (dpa-AFX)

Bildquellen: Tada Images / Shutterstock.com

Aktuelle Alibaba Aktie News

Werbung

Alibaba Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Alibaba nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
Datum Rating Analyst
05.11.20 Alibaba kaufen DZ BANK
16.05.19 Alibaba Buy The Benchmark Company
31.01.19 Alibaba Overweight Barclays Capital
12.11.18 Alibaba Conviction Buy List Goldman Sachs Group Inc.
05.11.18 Alibaba Buy The Benchmark Company

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.