Scholz: Haben sehr gute Wirtschaftsaussichten
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich überzeugt von einer starken Wirtschaftsentwicklung in Deutschland nach einer Überwindung der Corona-Krise gezeigt. "Wir haben sehr gute Aussichten", sagte Scholz in einer Diskussion beim Deutschen Bankentag. Durch eine strenge fiskalische Antwort sei es gelungen, etwa 400.000 Insolvenzen zu verhindern. Die Wirtschaftsentwicklung sei besser, als man im vergangenen Jahr habe vorhersehen können.
"Wir gehen davon aus, dass wir die Krise hinter uns lassen können", sagte Scholz. Sobald man die gesundheitlichen Folgen der Pandemie besser in den Griff bekommen habe, werde sich dies "auch im wirtschaftlichen Wachstum schnell weiter niederschlagen", erklärte er. "Die Aussichten sind also ganz ordentlich", konstatierte der Vizekanzler. Scholz lobte die koordinierte Vorgehensweise aller europäischer Länder in Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie. "Wir geben eine gemeinsame fiskalische Antwort", hob er hervor. Es sei wichtig, dass anders reagiert worden sei als nach der Bankenkrise.
In diesem Zusammenhang zeigte sich der Bundesfinanzminister auch "ganz sicher", dass es bald zu einer Ratifizierung des EU-Eigenmittelbeschlusses durch das deutsche Parlament kommen werde, über den noch das Bundesverfassungsgericht befinden muss. Scholz mahnte auch an, es werde "mehr Wagnis- und Wachstumsfinanzierung auch aus dem privaten Sektor" geben müssen. "Das würde wirklich einen Unterschied machen", betonte er. "Wir werden einen Mentalitätswandel brauchen, was die Unternehmensfinanzierung betrifft."
Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Christian Sewing erwartete ebenfalls "grundsätzlich eine solide Erholung in diesem Jahr" mit einem Wachstum von 3,5 bis 4 Prozent, vielleicht 4,5 Prozent, aber auch im nächsten Jahr "noch einmal mit einem vier- oder fünfprozentigen" Wachstum. "Wir haben eine kräftige und eine robuste Wirtschaft", sagte Sewing. Befürchtungen einer Insolvenzwelle wies er zurück: "Ich rechne nicht mit einem materiellen Anstieg von Insolvenzen." Diese würden steigen, "aber nicht so, dass die Wirtschaft massiv dadurch beschädigt ist".
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April 19, 2021 11:16 ET (15:16 GMT)