Scholz warnt vor weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)--Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) rechnet mit einer weiteren Eskalation des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Scholz forderte den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin erneut aufgefordert, den Krieg zu beenden und zum Dialog zurückzukehren. Auch drohte er mit weiteren Sanktionen gegen Russland. Deutschland stehe bereit, der Ukraine zu helfen.
"Ich glaube, wir sind jetzt in einer sehr dramatischen Situation angekommen. Die Ukraine kämpft buchstäblich um das Überleben. Die Truppenbewegungen, die wir heute gemeldet bekommen haben von den russischen militärischen Kräften sind sehr umfassend", sagte Scholz auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel. "Deshalb dürfen wir uns nichts vormachen: Das wir jetzt noch eine ganz, ganz dramatische Zeit werden. Die Bilder, die wir bisher beklagen mussten, und über die wir bedrückt sind mit den vielen Toten und Verletzten, mit den zerstörten Gebäuden, den zerstörten Infrastrukturen, die werden nur ein Anfang sein von dem, was wahrscheinlich noch kommt."
Daher müsse man alles unternehmen, um die Situation zu entschärfen. Die bislang beschlossenen Sanktionen des Westens gegen Russland seien massiv und wirkten. Aber dies sei noch nicht das Ende der Strafmaßnahmen.
"Wir werden auf die Pakete, die wir bisher beschlossen haben und die ja alle erst zum Teil umgesetzt werden noch sicher weitere hinzufügen", sagte Scholz.
Der russische Einmarsch zeige zudem erneut die Wichtigkeit der Energiewende, um Deutschland von fossilen Energieträgern wie Gas unabhängig zu machen, so Scholz. Deutschland bezieht über 50 Prozent seine Gasimporte aus Russland.
Bettel warnt vor Weltkrieg
Auch der luxemburgische Premier Bettel rief Putin zur Beendigung des Krieges auf und betonte die Notwendigkeit, den Konflikt diplomatisch zu lösen.
"Wir sind jetzt in einer Situation, wo wir aufpassen müssen..., dass wir nicht in einen Weltkrieg kommen", sagte Bettel während der gemeinsamen Pressekonferenz. "Deshalb ist die ganz Mühe, die sich der Bundekanzler Scholz und auch der (französische) Präsident (Emmanuel) Macron geben, um zu probieren, dass es zu einer Deeskalation kommt, unbezahlbar und von einer Wichtigkeit, die keiner sich vorstellen kann. Unsere Bürger in Luxemburg machen sich Sorgen, was morgen passiert und nicht nur in Luxemburg."
(Mitarbeit: Andreas Kißler)
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March 01, 2022 07:55 ET (12:55 GMT)