TUI-Aktie seit Jahresbeginn abgestürzt: Ist das jetzt die Kaufchance des Jahres?
Die TUI-Aktie ist 2026 deutlich unter Druck geraten und wirkt auf den ersten Blick günstig bewertet. Doch der Abschlag muss genauer eingeordnet werden.
Werte in diesem Artikel
• Bewertung der TUI-Aktie spricht für Erholungspotenzial
• Prognosesenkung und Nahost-Konflikt belasten
• Sommerbuchungen werden zum entscheidenden Kurstreiber
Wer auf eine Erholungswette im Tourismus schielt, stößt schnell auf die TUI-Aktie: Das Papier des größten europäischen Reisekonzerns notierte am Montag via XETRA zuletzt bei 7,29 Euro und hatte damit 1,38 Prozent verloren. Damit liegt der Titel seit Jahresbeginn rund 19 Prozent im Minus. Auf den ersten Blick wirkt der MDAX-Wert günstig, doch der Abschlag hat handfeste Gründe.
Am Dienstag ging es via XETRA 0,91 Prozent nach unten auf 7,22 Euro.
Optisch ein Schnäppchen
Die Bewertung liefert das Hauptargument der Optimisten. Analysten trauen der TUI-Aktie im Schnitt ein Kursziel von 9,76 Euro zu, womit sie Aufwärtspotenzial sehen. Für das laufende Jahr erwartet der Konsens einen Gewinn von 1,06 Euro je Aktie, der Ratingtrend der vergangenen Monate deutet auf "Kaufen". Operativ hat sich der Konzern erkennbar gefangen: Nach den Pandemiejahren kehrte TUI in die Gewinnzone zurück, baute die Nettoverschuldung spürbar ab und nahm die Dividende wieder auf. Das Winterquartal des laufenden Geschäftsjahres bezeichnete das Management als das beste der Unternehmensgeschichte.
Die Risiken hinter dem Abschlag
Der Discount spiegelt jedoch reale Gefahren. Im April 2026 senkte TUI die Ergebnisprognose und setzte die Umsatzprognose vorübergehend aus, ein Dämpfer für die Glaubwürdigkeit der eigenen Planung. Zugleich zeigt sich, wie stark das Geschäft von der Weltlage abhängt: Spannungen im Nahen Osten zwangen zu Absagen von Kreuzfahrten und belasteten den Ausblick, und die Buchungen für den Sommer 2026 lagen leicht unter dem Vorjahr. Hinzu kommen Warnsignale aus der Reisebranche insgesamt, etwa ein deutlicher Gewinneinbruch bei einem großen Online-Reiseanbieter. Trotz des Schuldenabbaus bleibt die Bilanz durch Leasingverpflichtungen belastet, und der Wettbewerb im Pauschal- und Online-Reisegeschäft ist hart. Reisenachfrage ist konjunktur- und krisenanfällig, und genau dieses Risiko preist der niedrige Multiplikator mit ein.
Was die Kurshistorie verrät
Der Blick zurück mahnt zur Vorsicht. In der Pandemie stand TUI vor dem Aus und überlebte nur mit Staatshilfe und mehreren großen Kapitalerhöhungen, die die Aktienzahl vervielfachten und Altaktionäre massiv verwässerten. 2023 verlegte der Konzern seine Hauptnotierung von London nach Frankfurt und kehrte in den MDAX zurück. Über fünf und zehn Jahre zählt das Papier seither zu den schwachen Werten im Index. Ein einstelliges KGV ist vor diesem Hintergrund weniger ein Schnäppchen als die Narbe einer langen Durststrecke.
Entscheidend wird, ob das Management die ausgesetzte Umsatzprognose wieder aufnimmt und die Sommerbuchungen stabilisiert. Bis dahin bleibt die niedrige Bewertung ein zweischneidiges Argument.
Claudia Stephan, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: TUI, Dafinchi / Shutterstock.com
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 08.07.26 | TUI Overweight | Barclays Capital | |
| 08.06.26 | TUI Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 28.05.26 | TUI Overweight | Barclays Capital | |
| 18.05.26 | TUI Overweight | Barclays Capital | |
| 14.05.26 | TUI Buy | Deutsche Bank AG |
