Service-PMI Euroraum im März nicht so hoch wie erwartet
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aktivität im Dienstleistungssektor des Euroraums hat im März beschleunigt zugelegt - allerdings nicht so deutlich wie zunächst angenommen. Wie S&P Global in zweiter Veröffentlichung mitteilte, stieg der in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) 55,0 auf (Februar: 52,8) Punkte. Volkswirte hatten erwartet, dass S&P Global die in erster Veröffentlichung gemeldeten 55,6 Punkte bestätigen würde. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg auf 53,7 (52,0) Punkte. In erster Veröffentlichung waren 54,1 Punkte genannt worden.
Ausschlaggebend für den Aufschwung war laut S&P Global der abermalige Auftragszuwachs dank der anziehenden Binnennachfrage, womit die Verluste beim Exportgeschäft überkompensiert werden konnten. Gleichzeitig beschleunigte sich der Stellenaufbau, und der Preisdruck ließ nach, was in erster Linie darauf zurückzuführen war, dass die Kosten in der Industrie erstmals seit Juli 2020 wieder sanken. Die Verkaufspreise wurden mit der niedrigsten Rate seit 22 Monaten angehoben.
Volkswirt Joe Hayes kommentierte die Daten so: "Die Wirtschaft der Eurozone hat sich weiter von der Flaute Ende letzten Jahres erholt. So bekräftigt unsere aktuelle PMI-Umfrage nochmal, dass dem Euroraum zumindest vorläufig keine Rezession mehr bevorsteht." Zurückzuführen war der Aufschwung demnach vor allem auf den Dienstleistungssektor. Auch die aktuellen Preisindizes sprechen laut Hayes für weitere Zinserhöhungen. "Obwohl sich die Inflationsraten von ihren Höchstständen abgeschwächt haben, liegen sie weiter im roten Bereich, insbesondere im Dienstleistungssektor."
Deutschlands Service-PMI stieg auf 53,7 (50,9) Punkte, Frankreichs auf 53,9 (53,1) Punkte und Italiens auf 55,7 (51,6) Punkte. Für die Sammelindizes wurden 52,6, 52,7 und 55,2 Punkte gemeldet.