SpaceX-IPO: Starker Vorlauf, schwacher Start? Was Sie zum SpaceX-Börsengang wissen müssen
Am Freitag geht SpaceX an die Nasdaq - der größte Börsengang aller Zeiten. Warum ausgerechnet die Profis zur Vorsicht mahnen und 87 Prozent Indexbetreiber S&P den Rücken stärken.
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Der größte Börsengang der Geschichte steht bevor - und die Anleger jubeln nicht, sie ziehen die Augenbrauen hoch. 87 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage auf dem LinkedIn-Profil von Autor Leon Müller begrüßen die Entscheidung von S&P, die Aufnahmeregeln für die eigene Indexfamilie nicht zu lockern, um SpaceX einen Fast Entry zu ermöglichen. Ein klares Votum gegen die Sonderbehandlung - und ein deutliches Signal, dass ein Teil des Marktes das Spektakel mit kühlem Kopf statt mit Hurra-Stimmung betrachtet.
135 Dollar, 1,77 Billionen Bewertung - die Eckdaten
SpaceX geht in wenigen Stunden an die Nasdaq. Der Ausgabepreis wird mit 135 US-Dollar avisiert, das Volumen bei rund 75 Milliarden Dollar - die Bewertung danach bei etwa 1,77 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Das ist mehr als Musks Tesla (1,5 Billionen) und mehr als Meta (1,4 Billionen). Deutsche Anleger konnten am Donnerstag noch ihre Aufträge für eine mögliche Zuteilung hinterlegen. Ob und in welchem Umfang sie berücksichtigt werden, ist offen.
Hier liegt der eigentliche Reiz - und das eigentliche Risiko
Das Ungewöhnliche an diesem Deal: Bis zu 30 Prozent der Aktien gehen an Privatanleger, das Drei- bis Sechsfache des üblichen Anteils. Musk setzt sichtbar auf seine treue Retail-Basis. Doch genau das macht die Sache heikel. Sam Grelck von Truist Advisory Services warnt, dass gerade dieser hohe Privatanleger-Anteil die Volatilität anheizen könnte: Wer aus Begeisterung kauft, verkauft bei der ersten Nervosität womöglich ebenso schnell wieder.
Die Historie stützt die Skepsis
Eine Truist-Analyse von 30 großen Tech-IPOs der vergangenen 15 Jahre zeigt im ersten Handelsjahr einen durchschnittlichen Maximalverlust von 55 Prozent; mehr als die Hälfte notierte ein Jahr nach dem Debüt im Minus. IPO-Forscher Jay Ritter von der University of Florida ergänzt die unbequeme Kennzahl: Über mehr als 9.200 Börsengänge seit 1980 lag die durchschnittliche marktbereinigte Drei-Jahres-Rendite für Anleger, die zum Schlusskurs des ersten Handelstags kauften, bei minus 21 Prozent.
Wer profitiert wirklich?
Ritters Rechnung ist nüchtern: Im Schnitt legen IPOs am ersten Tag rund 19 Prozent zu - bei diesem Deal wären das etwa 30 Dollar je Aktie. Wer zu 135 Dollar zugeteilt bekommt, steht deutlich besser da als jemand, der erst bei 165 Dollar im freien Handel einsteigt. Genau hier wird die Zuteilungsfrage für deutsche Anleger zur Kernfrage: Der Vorteil steckt im Ausgabepreis, nicht im Eröffnungskurs. Skeptischer fällt das Urteil mancher Beobachter mit Blick auf die Altinvestoren aus. Statt der üblichen 180-tägigen Sperrfrist dürfen einige Insider - Musk selbst ausdrücklich nicht - bereits rund zwei Tage nach dem ersten Quartalsbericht verkaufen. Aus dieser Optik, so der Tenor kritischer US-Analysen, dienen Privatanleger im Zweifel als Ausstiegsliquidität für frühe Geldgeber. Hinzu kommt die Governance-Frage: Über seine Class-B-Stimmrechte kontrolliert Musk auch nach dem IPO mehr als 82 Prozent der Stimmen - Pensionsfonds aus Kalifornien und New York haben genau diese Struktur in einem Brief gerügt.
Worauf Sie jetzt achten sollten
Drei Trigger entscheiden über die ersten Wochen: erstens der tatsächliche Eröffnungskurs am Freitag relativ zu den 135 Dollar - je näher daran, desto besser das Chancen-Risiko-Verhältnis. Zweitens die Index-Aufnahme: Nasdaq-100 und Russell haben ihre Fast-Entry-Regeln angepasst, S&P nicht - die mögliche systematische Nachfrage durch passive Fonds könnte den Kurs zunächst stützen. Und drittens der erste Quartalsbericht, der das Ende der verkürzten Insider-Lockup markiert.
Ein Deal, der für die Verkäufer gemacht ist
Bleibt die unbequeme Frage, die sich jeder Privatanleger ehrlich stellen sollte: Warum gewähren ausgerechnet die Wall-Street-Häuser, die ihre besten Deals sonst für sich behalten, dem Publikum diesmal so großzügig Zugang? Der Preis wurde vorab festgezurrt, die Banken müssen verkaufen, die Sperrfrist für frühe Geldgeber ist verkürzt - fast jedes Strukturmerkmal dieses IPOs ist auf die Interessen der Verkäufer zugeschnitten, nicht auf die der Käufer. Die Nachfrage übersteigt das Angebot um ein Vielfaches, der Vorlauf ist stark. Doch starker Vorlauf und gutes Investment sind zweierlei. Ob aus dem Hype ein tragfähiger Kurs wird oder ein Fehlstart mit Ansage, hängt am Freitag an einer einzigen Zahl - dem Eröffnungskurs. Wer darüber kauft, wettet bereits gegen die Statistik.
Leon Müller, Redaktion finanzen.net
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Thrive Studios ID / Shutterstock.com, SpaceX
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SpaceX Analysen
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 07.07.26 | SpaceX Buy | Deutsche Bank AG | |
| 07.07.26 | SpaceX Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 07.07.26 | SpaceX Outperform | Bernstein Research | |
| 07.07.26 | SpaceX Outperform | RBC Capital Markets | |
| 07.07.26 | SpaceX Buy | Goldman Sachs Group Inc. |
