Stahlindustrie fordert Prioritätensetzung bei grünem Wasserstoff


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Stahlindustrie hat eine industriepolitische Prioritätensetzung beim Einsatz des absehbar knappen grünen Wasserstoffs zur CO2-Verringerung mit einem besonderen Fokus auf die eigene Branche verlangt. "Wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt, stößt man sehr schnell auf eine einfache Wahrheit: Ohne klimaneutralen Wasserstoff ist eine klimaneutrale Stahlproduktion langfristig nicht möglich", sagte der Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Martin Theuringer, bei dem von dem Verband veranstalteten "Berliner Stahldialog".

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Langfristig würden große Mengen an Wasserstoff benötigt - der durch Elektrolyse von Wasser hergestellte grüne Wasserstoff werde aber bis 2030 nicht in dem erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Zur Auflösung der entstehenden Nutzungskonkurrenzen und Knappheiten könne man "nicht auf Marktprozesse" vertrauen. "Wir müssen industriepolitische Prioritäten setzen", forderte er. Aus Sicht der Stahlindustrie mache es industriepolitisch Sinn, "die knappe Ressource grüner Wasserstoff dort einzusetzen, wo er zum einen alternativlos ist und zum anderen aber auch die größte Wirkung erzielt", betonte Theuringer. "Mit der Verbindung von Stahl und Wasserstoff ist ein außerordentlich attraktives industriepolitisches Angebot verbunden."

Gelinge es nicht, bis 2045 klimaneutralen Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Kosten zur Verfügung zu stellen, werde es "langfristig auch keine Stahlindustrie mehr am Standort Deutschland geben", warnte Theuringer. "Das zeigt die existenzielle Bedeutung des Themas." Die Stahlindustrie könne aber einen entscheidenden Beitrag zum Hochlauf der deutschen Wasserstoffindustrie leisten, zeigte er sich überzeugt.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/brb

(END) Dow Jones Newswires

May 25, 2021 07:03 ET (11:03 GMT)

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