Starmers Rivale Burnham fordert: Labour muss sich ändern


LONDON (dpa-AFX) - Der potenzielle Herausforderer von Premierminister Keir Starmer, Andy Burnham, hat ein düsteres Bild der britischen Politik gezeichnet. Das Vereinigte Königreich sei 40 Jahre lang auf dem falschen Weg gewesen, sagte der Bürgermeister von Greater Manchester, der über die Nachwahl im Wahlkreis Makerfield ins Parlament zurückkehren will, in Leeds. Die Regierungspartei Labour "muss sich verändern".

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Der 56-Jährige strebt die Rückkehr ins Parlament an, um dann in der Lage zu sein, den Premierminister in einer Wahl um den Parteivorsitz herauszufordern. Starmer (63) steht seit den für Labour desolaten Ergebnissen bei den Kommunal- und Regionalparlamentswahlen unter Druck. Etliche Abgeordnete hatten in den vergangenen Tagen seinen Rücktritt gefordert und hoffen auf einen Neuanfang mit jemand anderem für die Parlamentswahl spätestens 2029.

Burnham müsste, wenn er als Kandidat nominiert wird, aber zunächst die Nachwahl in Makerfield gewinnen und sich dabei insbesondere gegen die rechtspopulistische Partei Reform UK durchsetzen, die in etlichen Landesteilen in Umfragen führt. In einer Labour-Führungswahl kandidieren will auch Wes Streeting, der dafür von seinem Amt als Gesundheitsminister zurücktrat. Erwartet werden weitere Bewerbungen - jeder Kandidat braucht den Rückhalt von jeweils 20 Prozent der Abgeordneten.

Starmer sichert Unterstützung bei Nachwahl zu

Die britische Politik habe den Gemeinden im Norden geschadet, sagte Burnham. Er sprach von einem "Abfluss wirtschaftlicher, sozialer und politischer Macht" aus den Städten und Gemeinden. Wenn Politik nicht einmal etwas so Einfaches wie ein Schlagloch reparieren könne, dann habe man ein sehr großes Problem, sagte der Labour-Politiker, der allerdings selbst lange Zeit in London und auch im Kabinett tätig war. Eine Stimme für ihn sei "eine Stimme dafür, die Labour-Partei zu verändern", sagte er.

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Nach Streetings Aussagen, der den Brexit als "katastrophalen Fehler" ansieht, schlug Burnham moderatere Töne zum britischen Abschied aus der Zollunion an. Dieser sei "schädlich" gewesen, er wolle die Debatte aber nicht erneut führen. "Ich schlage nicht vor, dass das Vereinigte Königreich einen Wiedereintritt in die EU in Betracht ziehen sollte", sagte Burnham. Er respektiere die Entscheidung, die beim Referendum getroffen wurde.

Starmer hatte zuvor deutlich gemacht, den Kandidaten oder die Kandidatin von Labour bei der Nachwahl "zu 100 Prozent" zu unterstützen. "Ein Labour-Kandidat muss Reform schlagen. Das ist der Kampf, in dem wir stehen", sagte der Premierminister. Die Bestätigung von Burnham als Kandidat gilt bislang als Formsache./mj/DP/jha

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