Stimmung der US-Verbraucher im Mai wider Erwarten verbessert
WASHINGTON (Dow Jones)--Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich trotz der schweren Corona-Krise im Mai aufgehellt. Der an der Universität Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung in den USA stieg bei der Umfrage zur Monatsmitte auf 73,7. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten dagegen einen kräftigen Rückgang auf 65,0 erwartet. Bei der Umfrage Ende April lag er bei 71,8.
Der Index für die Erwartungen belief sich auf 67,7 (Vormonat: 70,1), der Index für die Einschätzung der aktuellen Lage wurde mit 83,0 (74,3) angegeben.
Ökonom Richard Curtin führte die Stimmungsaufhellung auf die staatlichen Hilfen zurück, die die Finanzen der Verbraucher verbesserten, während Preisnachlässe ihre Kaufbereitschaft förderten. Trotz dieser Zugewinne schwächten sich die persönlichen finanziellen Aussichten für das kommende Jahr aber weiter ab und fielen auf den niedrigsten Stand seit fast sechs Jahren.
Die Inflationserwartungen der Konsumenten auf Sicht von zwölf Monaten erhöhten sich im Vergleich zum Vormonat auf 3,0 von 2,1 Prozent. Auf Sicht von fünf Jahren legten sie zu auf 2,6 von 2,5 Prozent. Die US-Verbraucher spielen eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft, weil rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vom Privatkonsum abhängen.