Studie: Inflation belastet einkommensschwache Haushalte besonders stark


BERLIN (Dow Jones)--Für Familien mit geringem Einkommen fällt die Inflationsbelastung trotz insgesamt leicht sinkender Inflationsrate weiterhin am stärksten aus, für Alleinlebende mit hohem Einkommen am schwächsten. Das ist das Ergebnis des Inflationsmonitors des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung für den Monat Juni. Zwar entlaste das 9-Euro-Ticket Haushalte mit geringeren Einkommen besonders deutlich. Aber der Preisanstieg bei Wohnenergie belaste Haushalte mit geringeren Einkommen überproportional. Auch die Verteuerung der Nahrungsmittel schlage sich hier stärker nieder.

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"Da bei Haushalten mit geringen Einkommen kaum Spielräume bestehen, das Konsumniveau durch den Rückgriff auf Erspartes aufrecht zu erhalten, wäre die Inflationsbelastung für Haushalte mit geringem Nettoeinkommen zudem selbst bei gleicher haushaltsspezifischer Inflationsrate höher als für einkommensstarke Haushalte, da sie gegebenenfalls den Konsum insgesamt einschränken müssen", erklärte IMK-Ökonomin Silke Tober.

Gemessen an den für diese Haushaltstypen repräsentativen Warenkörben sind die Preise im Juni 2022 um 8,5 Prozent bzw. um 6,3 Prozent gestiegen, während der Wert über alle Haushalte hinweg bei 7,6 Prozent lag. Auch für Alleinlebende mit höheren und mit mittleren oder niedrigen Einkommen lagen die Raten mit 7,5 bzw. 7,4 Prozent im Juni etwas unterhalb der allgemeinen Preissteigerung.

Alleinerziehende sowie Familien mit zwei Kindern und jeweils mittleren Einkommen sind leicht überdurchschnittlich von der Teuerung belastet: Für diese Haushalte betrug die Inflationsrate im Juni 8,1 Prozent. Bei Familien mit höherem Einkommen verteuerte sich der haushaltsspezifische Warenkorb weniger stark - um 7,5 Prozent.

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