Massive Gewinnmitnahmen im Chipsektor: Erneuter Ausverkauf lässt Nikkei, KOSPI und Co. heftig einbrechen
Die asiatischen Aktienmärkte stürzen am letzten Handelstag der Woche heftig ab - allen voran die südkoreanische und die japanische Börse.
Vor dem Wochenende stand in Asien erneut der hoch bewertete Technologiesektior im Fokus, wo nun einmal mehr massiv Gewinne eingestrichen werden. Den Auslöser liefert Apple - der US-Technologieriese will mit Preiserhöhungen steigende Chipkosten kompensieren. Für Verunsicherung sorgt zudem ein Bericht, wonach OpenAI ihren Börsengang möglicherweise verschieben könnte. Unter Anlegern kochen damit die bekannten Sorgen hinsichtlich der Bewertungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) wieder hoch - die jüngste Rally im Halbleiterbereich kehrt sich damit um und folgt dem gängigen Muster: Auf Absturz folgt Rally, der dann wieder ein Ausverkauf mit anschließender Rally bzw. Erholung folgt.
Asiatische Indizes tiefrot
Angeführt wurde der Ausverkauf wieder einmal vom technologielastigen KOSPI in Seoul, der nach diversen Handelsunterbrechungen letztlich um 5,81 Prozent auf 8.411,21 Punkte einknickte - nachdem er im Handelsverlauf zeitweise noch bis zu acht Prozent verloren hatte. In China gab der Hang Seng in Hongkong letztlich um 1,76 Prozent auf 22.671,86 Zähler nach und der Shanghai Composite schloss um 2,26 Prozent tiefer bei 4.027,27 Einheiten.
Auch in Japan reagierten Anleger mit einem Ausverkauf im Technologiesektor auf die Schlagzeilen: Der Nikkei 225 büßte letztlich 4,15 Prozent auf 69.360,88 Punkte ein, war nach einem Rekordschlusshoch am Vortag aber auch besonders anfällig für Gewinnmitnahmen.
Angesichts der Nachhaltigkeit des Gewinnwachstums und der aktuellen Bewertungen in Japan "dürften KI- und Halbleiterwerte jedoch der wichtigste Motor des Marktes bleiben", kommentieren die Citi-Analysten die Marktbewegungen. "Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass der Bullenmarkt bis zum Jahresende anhalten wird."
Inflationsdaten für den Großraum Tokio im Juni unterstrichen derweil den anhaltenden Preisdruck in Japan: Die Kernverbraucherpreise sind um 1,6 Prozent gestiegen, was aber den Erwartungen entspricht und unter dem Ziel der Bank of Japan von 2 Prozent liegt. Aus wachsender Sorge, dass die Inflation über ihr Ziel hinausschießen könnte, hat die Notenbank in der vergangenen Woche ihren Leitzins auf ein 31-Jahreshoch gehoben und ihr Bekenntnis zu einer weiteren geldpolitischen Straffung bekräftigt.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net mit Material von Dow Jones Newswires
Bildquellen: MR Gao / Shutterstock.com, 3000ad / Shutterstock.com
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