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Trade Desk-Aktie stürzt ab: Anleger flüchten nach schwachem Quartal


Trade Desk-Aktie stürzt ab: Anleger flüchten nach schwachem Quartal

Umsatz und Prognose verfehlten die Erwartungen deutlich, die Werbetechnologie-Aktie reagierte mit deutlichen Kursverlusten.

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  • Umsatz stieg im zweiten Quartal nur um 3 Prozent auf 715,1 Millionen US-Dollar
  • Umsatzprognose für drittes Quartal liegt bei mindestens 650 Millionen US-Dollar
  • RBC Capital sieht Kursziel 33 US-Dollar, Rothschild & Co nur 11 US-Dollar
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The Trade Desk hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten verfehlt und für das dritte Quartal eine schwache Prognose vorgelegt. Die Aktie des Anbieters einer Werbetechnologie-Plattform reagierte darauf mit Kursverlusten und brach an der NASDAQ um 22,29 Prozent auf 11,99 US-Dollar ein. Analysten hatten sich im Vorfeld der Zahlen bereits uneinig über die weiteren Aussichten des Unternehmens gezeigt.

Schwache Zahlen und gesenkte Prognose belasten Trade Desk-Aktie

The Trade Desk veröffentlichte die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 nach US-Börsenschluss am Donnerstag. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich lediglich um 3 Prozent auf 715,1 Millionen US-Dollar und blieb damit rund 4,9 Prozent unter der Analystenschätzung von 752,1 Millionen US-Dollar. Das operative Ergebnis lag bei 101,6 Millionen US-Dollar, der Nettogewinn bei 64,4 Millionen US-Dollar, was einem GAAP-Ergebnis je Aktie von 0,14 US-Dollar entsprach. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,34 US-Dollar verfehlte die Konsensschätzung von 0,40 US-Dollar um rund 15,1 Prozent, das bereinigte EBITDA von 241,3 Millionen US-Dollar lag rund 7,9 Prozent unter den erwarteten 262 Millionen US-Dollar.

Für das dritte Quartal 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz von mindestens 650 Millionen US-Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA von rund 160 Millionen US-Dollar in Aussicht. Der Mittelwert der Umsatzprognose liegt rund 19,2 Prozent unter der Analystenschätzung von 804,8 Millionen US-Dollar. Trade Desk-CEO Jeff Green räumte ein, das Quartal habe nicht den eigenen Ansprüchen entsprochen, man kenne die Ursachen der Schwäche und richte die Plattform neu aus.

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Analystenstimmen für die Trade Desk-Aktie bereits vor den Zahlen weit gespannt

Die bislang vorliegenden Analystenmeinungen zu Trade Desk datieren allerdings vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen und spiegeln damit noch nicht die Reaktion auf den Kursverlust wider. RBC Capital hat die Aktie mit Outperform mit einem Kursziel von 33 US-Dollar bewertet und verwies auf die strukturelle Stärke des programmatischen Werbemarktes sowie stabile Margen. Deutlich skeptischer positionierte sich Rothschild & Co mit einer Sell-Einstufung und einem Kursziel von lediglich 11 US-Dollar, begründet mit wachsendem Wettbewerbsdruck und der hohen Konzentration der Umsätze auf den US-Markt.

Durchschnittlich trauen Experten der Aktie laut TipRanks ein Kursziel von 23,97 US-Dollar zu - mit dem jüngsten Kursrutsch wurde dieses deutlich unterschritten.

Führungsumbau und beigelegter Rechtsstreit als Hintergrund

Im Umfeld der Quartalszahlen vollzog Trade Desk einen weitreichenden Umbau der Führungsebene. Neu berufen wurden Nate Olmstead als Finanzvorstand, Sarah Gavin als Marketingchefin, Kristi Argyilan als Chief Commercial Officer, Ron Lamprecht als Chief Business Development Officer sowie Vinny Rinaldi als Vice President Client Strategy & Growth. Zusätzlich wurden Penry Price und David Haddad in den Board of Directors berufen, nachdem zuvor mehrere Spitzenmanager das Unternehmen in kurzer Folge verlassen hatten.

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Ein öffentlicher Streit mit der Werbeholding Publicis um Abrechnungsfragen der programmatischen Werbung war erst vor wenigen Wochen durch einen Vergleich beigelegt worden. Die Kundenbindungsrate von Trade Desk lag im zweiten Quartal 2026 weiterhin über 95 Prozent. Als strukturelle Belastung gilt der wachsende Konkurrenzdruck durch Retail-Media-Netzwerke wie Walmart Connect, die Werbetreibenden direkten Zugang zu Kaufdaten und Rendite-Messung bieten.

Weitere Analystenreaktionen auf die Quartalszahlen und die gesenkte Prognose dürften in den kommenden Tagen folgen und den Konsens neu justieren. Ob der Führungsumbau die operative Ausrichtung tatsächlich stabilisiert, wird sich frühestens im Bericht zum dritten Quartal 2026 zeigen.

Claudia Stephan, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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DatumRatingAnalyst
05.06.19 The Trade Desk A Buy Pivotal Research Group
29.05.19 The Trade Desk A Buy Pivotal Research Group
23.04.19 The Trade Desk A Hold Needham & Company, LLC
08.03.19 The Trade Desk A Outperform Oppenheimer & Co. Inc.
14.12.18 The Trade Desk A Outperform Oppenheimer & Co. Inc.