SAP-Aktie mit +40% seit Mehrjahrestief: So bewerten Analysten die weiteren Aussichten
Die SAP-Aktie hat sich seit ihrem Mehrjahrestief Ende Juli um rund 40 Prozent erholt. Analysten sind dennoch uneinig über den weiteren Kurs.
Werte in diesem Artikel
SAP-Aktie im Aufwind
- Deutliche Erholung nach Mehrjahrestief
- Zahlen gemischt
- Analysten bleiben optimistisch, doch die Meinungen driften auseinander
Die SAP-Aktie hat sich nach ihrem Mehrjahrestief bei 127,50 Euro deutlich erholt und zählte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten im DAX. Regulatorische Entlastung und überraschend starke Cloud-Zahlen nähren die Frage, wie weit die Rally noch trägt und wie belastbar sie ist.
Vom Tief zur DAX-Spitze
Noch vor wenigen Wochen, am 23. Juli, rutschte die SAP-Aktie auf ein neues Mehrjahrestief bei 127,50 Euro, kurz bevor am selben Tag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht wurden. Die Bilanz sorgte für ein Umdenken am Markt: Der Current Cloud Backlog wuchs um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, der Cloudumsatz legte um 22 Prozent zu, die Cloud-ERP-Suite sogar um 25 Prozent. Gleichzeitig senkte SAP die Prognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 leicht auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro, begründet mit dem verwässernden Effekt der im Juli abgeschlossenen Übernahmen von Dremio und Prior Labs. Trotz dieser gemischten Signale drehte die Aktie und hat sich seitdem um rund 40 Prozent erholt.
Neben den Zahlen kamen dieser Entwicklung auch regulatorische Entlastungen zugute: Nachdem die Europäische Kommission ihre Wettbewerbsuntersuchung zu On-Premise-Wartungspraktiken per Verpflichtungszusage eingestellt hatte, folgte später das Bundeskartellamt, das seine Vorermittlungen gegen SAP abgeschlossen hat und derzeit kein Missbrauchsverfahren einleiten will. Anlass der Prüfung waren Beschwerden einzelner Softwareunternehmen, darunter Celonis SE, München, wonach SAP den Zugang zu Daten aus seinen ERP-Systemen für Kunden und Drittanbieter erschwere und dadurch eigene Angebote - insbesondere im Bereich Process Mining - begünstige. Die Vorwürfe hätten sich nach den Vorermittlungen bislang nicht erhärtet, hieß es vonseiten der Regulatoren.
Breite Erholung im Sektor
Auch die starke Berichtssaison im US-Softwaresektor stützte die Erholung von SAP. Besonders Atlassian und Cloudflare überzeugten mit ihren Quartalszahlen und sorgten für neue Zuversicht bei Softwarewerten: Atlassian überraschte mit einem starken vierten Geschäftsquartal und einem optimistischen Ausblick, worauf die Aktie am Freitag zeitweise um mehr als 30 Prozent zulegte. Cloudflare übertraf im zweiten Quartal die Erwartungen beim Umsatz und hob seine Jahresprognose an. Bereits Anfang der Woche hatte zudem Palantir mit einem Umsatzplus von 93 Prozent und einer angehobenen Jahresprognose für positive Signale aus dem KI- und Softwaresektor gesorgt.
Analysten uneins für die SAP-Aktie
Von Analystenseite kommen mit Blick auf die SAP-Aktie unterschiedliche Signale: Von acht erfassten Häusern raten sechs zum Kauf, eines zu Halten, eines zum Verkauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 198,43 Euro. Goldman Sachs stufte die Aktie etwa mit Kursziel 215 Euro als Buy ein, Analyst Mohammed Moawalla verwies auf eine starke Produkt-Pipeline trotz gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten. Die DZ Bank bildet mit einer am auf Verkaufen gestellten Einstufung und einem auf 120 Euro gesenkten Kursziel die Gegenposition; Analyst Armin Kremser begründet dies mit anorganischen Effekten, die die operative Marge belastet hätten.
Dennoch liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten bei 198,43 Euro - und bietet somit zum Schlusskurs am Freitag, der bei 177,96 Euro erreicht worden war, noch fast zwölf Prozent Luft nach oben.
Bullen gegen Bären
Die Argumente beider Lager liegen dabei klar auf dem Tisch: Die Bullen stützen sich auf die starken Cloud-Auftragsbestände und Quartalszahlen, die die Erwartungen übertrafen, während die Bären auf den Kursverlust der vergangenen zwölf Monate sowie die gesenkte Ausblick-Guidance verweisen, die Zweifel an der Wachstumsgeschwindigkeit nährt. JPMorgan wertete mit Blick auf die Zahlen etwa die Margenentwicklung im zweiten Quartal als negative Überraschung. UBS-Analyst Michael Briest sieht daneben trotz einer Kaufempfehlung mit Kursziel 164 Euro nach eigener Einschätzung kein Entwicklungspotenzial nach oben mehr.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 28.07.26 | SAP SE Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 27.07.26 | SAP SE Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 27.07.26 | SAP SE Buy | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 27.07.26 | SAP SE Buy | UBS AG | |
| 27.07.26 | SAP SE Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) |
