Analystenkonsens

Dämpfer für SAP, Rückenwind für AMD: Neue Analystenstimmen wirbeln Tech-Aktien auf


Dämpfer für SAP, Rückenwind für AMD: Neue Analystenstimmen wirbeln Tech-Aktien auf

UBS traut SAP beim Ausbau der KI-Agenten weniger zu, während Raymond James bei AMD von einem neuen Wachstumsmotor im Server-Geschäft ausgeht.

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  • UBS zweifelt am Tempo der KI-Agenten und senkt Einstufung
  • Raymond James sieht bei AMD einen neuen Wachstumsmotor im Servergeschäft
  • Intuit gerät nach Zahlen ins Visier zweier Analystenhäuser
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SAP steht nach einer Herabstufung durch UBS im Fokus der Anleger. Ein Analyst begründet den Schritt mit Zweifeln am Tempo, in dem SAP seine KI-Agenten ausliefert, und mit einer erwarteten Verlangsamung beim Wachstum der Cloud-Auftragsbestände. Parallel wertet Raymond James AMD auf, während Intuit nach Quartalszahlen von zwei Häusern zurückgestuft wird.

UBS bremst Erwartungen an SAP

UBS-Analyst Michael Briest stufte SAP am Mittwoch von "Buy" auf "Neutral" herab, hob das Kursziel aber zugleich auf 201 Euro von zuvor 164 Euro an. Als Hauptgrund nannte Briest das aus seiner Sicht zu langsame Tempo bei der Auslieferung agentischer KI-Funktionen: Bislang habe SAP erst 17 einsatzbereite KI-Agenten ausgeliefert, weitere 15 befänden sich im Hochlauf, gegenüber einem Jahresziel von 200 Agenten, das die Bank als "challenging" bezeichnet.

Zusätzlich rechnet UBS mit einer Verlangsamung des Wachstums beim aktuellen Cloud-Auftragsbestand im zweiten Halbjahr 2026 und geht davon aus, dass SAP sein "Rule of Forty"-Ziel in diesem Jahrzehnt nicht mehr erreicht. Die Bank prognostiziert einen Wert von 37,0 Prozent bis 2030 gegenüber einem Konsens von 37 Prozent und nennt Amadeus als bevorzugten Titel im Sektor. Die SAP-Aktie notierte am Montag via XETRA zuletzt 0,04 Prozent tiefer bei 191,24 Euro. Neben UBS äußerten sich auch Bank of America mit "Buy" und Kursziel 223 Euro am Donnerstag, Morgan Stanley mit "Buy" und Kursziel 215 Euro am 21. August sowie Wells Fargo mit "Buy" und Kursziel 210 Euro am 12. August.

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AMD profitiert von neuem Wachstumstreiber

Während SAP zurückgestuft wird, sieht Raymond James bei AMD (Chiphersteller, Prozessoren und Grafikchips) neues Potenzial. Analyst Simon Leopold hob die Einstufung am Samstag von "Outperform" auf "Strong Buy" und erweiterte sein "AI Factory"-Rahmenwerk auf den Server-CPU-Markt. Laut Leopold biete AMD "die stärkste Kombination aus direkter Gewinnhebelwirkung, Positionierung im Rechenzentrumsgeschäft und Marktanteilsgewinnen". Der Analyst begründet den Schritt mit einem erwarteten Marktwachstum auf rund 201 Milliarden US-Dollar bis 2030, getrieben von sogenannten agentischen KI-Workloads, die überwiegend auf CPUs statt GPUs laufen und deren Nachfrage mit der Zahl aktiver Agenten und der Workflow-Dauer skaliere.

Die AMD-Aktie gewann an der NASDAQ im Handel letztlich 1,1 Prozent auf 470,72 US-Dollar.

Ebenfalls am Samstag bekräftigte Bank of America die Kaufempfehlung für ASML mit einem Kursziel von 2.452 Euro und bezeichnete die Bewertungslücke zu Wettbewerbern als "schwer zu rechtfertigen". Die Bank verweist auf ein geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,3 für 2027 gegenüber einem Branchen-Median von 28,0. Northland Capital Markets stufte am selben Tag Semtech auf "Outperform" mit Kursziel 182 US-Dollar hoch und verwies auf Marktanteilsgewinne im Rechenzentrumsgeschäft, das mittlerweile 30 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht.

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Intuit gerät nach Zahlen unter Druck

Intuit meldete zudem am vergangenen Dienstag für das vierte Quartal des Fiskaljahres 2026 einen Umsatz von 4,35 Milliarden US-Dollar, mehr als von Analysten mit 4,27 Milliarden US-Dollar erwartet, ein Plus von 14 Prozent. Für das Gesamtjahr stieg der Umsatz auf 21,4 Milliarden US-Dollar, ebenfalls ein Zuwachs von 14 Prozent. Für das Fiskaljahr 2027 stellte Intuit einen Umsatz zwischen 23,28 und 23,51 Milliarden US-Dollar in Aussicht, ein Wachstum von 9 bis 10 Prozent.

Trotz der Zahlen stuften JPMorgan und Bank of America die Aktie am Samstag auf "Neutral" herab. JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee senkte sein Kursziel auf 331 US-Dollar von zuvor 605 US-Dollar und verwies auf Wettbewerbsdruck, der sich über TurboTax hinaus auf das QuickBooks-Geschäft ausweite. Bank-of-America-Analyst Tal Liani kappte sein Kursziel auf 360 US-Dollar von 400 US-Dollar und begründete dies mit Marktanteilsverlusten von TurboTax an günstigere KI-Alternativen sowie einer Kundenwachstumsrate von nur 3 Prozent im Onlinegeschäft.

Für die Intuit-Aktie ging es im NASDAQ-Handel schlussendlich um 0,35 Prozent nach oben auf 359,30 US-Dollar.

Evelyn Schmal, Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Datum Rating Analyst
22.09.26 SAP SE Buy Jefferies & Company Inc.
22.09.26 SAP SE Neutral JP Morgan Chase & Co.
18.09.26 SAP SE Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
08.09.26 SAP SE Neutral UBS AG
26.08.26 SAP SE Neutral UBS AG

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