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Ferrari-Aktie sackt nach Luce-Launch deutlich ab

26.05.26 18:03 Uhr

Ferrari-Aktie crasht nach Luce-Launch - droht jetzt mehr? | finanzen.net

Die Ferrari-Aktie gerät am Dienstag nach der Einführung des "Ferrari Luce" in den Fokus der Anleger.

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Mit Abschlägen begrüßen Ferrari-Aktionäre die Einführung von Luce. So ging es für die Ferrari-Aktie in Mailand schließlich 8,37 Prozent auf 284,05 Euro nach unten. Mit dem Kursrutsch belastete die Aktie auch den Autosektor, dessen Teilindex am Dienstag als Branchen-Schlusslicht verlor.

Der "Ferrari Luce" - benannt nach dem italienischen Wort für Licht - wurde von dem ehemaligen Apple-Chefdesigner Jony Ive entworfen und ist ab einem Einstiegspreis von 550.000 Euro erhältlich. Er gehört damit zu den teuersten Ferraris, die nicht in limitierter Auflage hergestellt werden.

Analysten von Berenberg hatten vor der Markteinführung in einer Studie von der Sorge geschrieben, ob der Luce bei Ferraris treuer Kernkundschaft Anklang finden werde. Die Erwartungen der Investoren an den Erfolg des neuen Modells seien gering.

Die Marke hat sich jahrzehntelang auf die Größe, den Klang und das Fahrgefühl traditioneller Motoren konzentriert. Das für Ferraris so charakteristische Motorengeräusch kann bei dem Luce durch ein sogenanntes "externes Verstärkungssystem" erzeugt werden, das den natürlichen Klang der elektrischen Antriebsachsen nach außen überträgt, wie das Unternehmen bei der Präsentation des Modells am Sonntag in Rom erläuterte. Der Klang kann im "Performance-Modus" auch im Innenraum aktiviert werden, um dem Fahrer ein besseres Fahrgefühl zu vermitteln. Ferrari vergleicht diesen Ansatz mit einer E-Gitarre.

Der Luce ist zudem der erste Ferrari mit fünf Sitzen - eine Option, die bei den herkömmlichen Antriebskonfigurationen aufgrund der Achse nicht möglich war. Die gesamte obere Hälfte des Fahrzeugs sowie viele seiner Ausstattungselemente bestehen aus Glas. "Er sieht nicht so aus, wie man sich einen Sportwagen vorstellt", sagte Ferrari-Chairman John Elkann. "Unsere Kunden werden wählen. Und ich bin mir ziemlich sicher, auch aufgrund des Feedbacks, das wir erhalten, dass wir bestehende Kunden haben, die Verbrenner oder Hybride besitzen und ebenfalls ein Elektrofahrzeug wollen werden."

Die Analyst Tom Narayan von RBC Capital Markets hatte vor der Präsentation geschrieben, dass er bei Ferrari mit einem geringen Absatz an Elektrofahrzeugen rechne. Das Unternehmen wolle nach und nach neue Kunden gewinnen, etwa Käufer in Nordeuropa und Kalifornien sowie potenziell längerfristig in China.

Elektrofahrzeug kommt schlecht an

Ferrari stellte am Dienstag mit dem Modell Luce das erste vollelektrische Fahrzeug vor. Anleger verbinden damit aber in ersten Reaktionen einen herben Rückschlag für die Sportwagenbranche, in der sich Modellpremieren häufen. Der Kursrutsch verdeutlicht die Herausforderungen der Italiener, einer der weltweit angesehensten Luxusautomarken, auf den Batteriebetrieb umzusatteln. Negative Stimmen häuften sich vor allem zum Design des Fahrzeugs - auch deshalb, weil dieses anderen bereits bekannten Fahrzeugen ähnele.

Analyst Michael Binetti von Evercore ISI sprach von "einem radikalen Bruch mit dem traditionellen Ferrari-Design". Anthony Dick von Oddo BHF bezeichnete den Luce als "radikale und durchaus kontroverse Abkehr vom traditionellen Marken-Ethos". Höchst subjektive Meinungen zum Design will er bei schnellen Beurteilungen aber eigentlich außer Acht lassen. "Schönheit liegt im Auge des Betrachters", so Dick. Die ersten Reaktionen von Auto- und Ferrari-Enthusiasten seien allerdings durchweg negativ, und zwar ziemlich deutlich.

Laut Binetti hat Ferrari das Projekt vor einigen Jahren unter Zwang initiiert, als ein vollständiges Verbrenner-Verbot perspektivisch noch ein Thema gewesen sei. Ferrari habe nun sein Möglichstes getan, um sich mit dem Luce abzuheben. Er ist nicht überrascht, dass das Ergebnis extrem polarisiert, denn Markenfans seien dem Projekt von vornherein negativ begegnet.

Binetti berichtete auch von ersten Gesprächen mit Händlern, die das Fahrzeug bereits vor über einem Monat zu Gesicht bekommen hätten. Demnach gebe es bislang nur eine äußerst geringe Nachfrage. Der Evercore-Fachmann geht davon aus, dass Ferrari all sein Geschick in der Kundenpflege aufbieten muss, um Interessenten für den Luce zu gewinnen.

Einen Kritikpunkt sehen Experten auch im Preis, der 550.000 Euro beträgt. Laut dem Oddo-Experten Dick macht er den Luce zum teuersten, unlimitierten Serienfahrzeug der Ferrari-Familie, deren Preisspanne derzeit von 270.000 bis 500.000 Euro reiche. Das Modell sei aber wohl um ein Vielfaches teurer als vergleichbare Modelle anderer Hersteller, während die technischen Daten keine größere Innovation seien.

Der Ferrari-Kurs hatte sich zuletzt noch mit bis zu 310 Euro dem Jahreshoch aus dem Februar bei 330 Euro genähert. Mit dem Abschlag am Dienstag orientiert er sich nun aber wieder in Richtung des Jahrestiefs von 269 Euro. Langfristig bleibt die Aktie im Abwärtstrend: Seit dem Rekordhoch im Februar 2025, das 492,80 Euro hoch war, ging es im Monatschart immer weiter bergab.

Dow Jones Newswires / MAILAND (dpa-AFX)

Bildquellen: Kosarev Alexander / Shutterstock.com, Niti Chuysakul / Shutterstock.com

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11.02.2026Ferrari HoldJefferies & Company Inc.
10.02.2026Ferrari HoldJefferies & Company Inc.
26.01.2026Ferrari HoldJefferies & Company Inc.
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