Eindringliche Warnung

Speicherkrise eskaliert wegen KI-Boom: Lenovo rechnet bis 2030 mit hohen Preisen - Aktie bricht ein


Speicherkrise eskaliert wegen KI-Boom: Lenovo rechnet bis 2030 mit hohen Preisen - Aktie bricht ein

Lenovo rechnet damit, dass die Preise für DRAM- und NAND-Speicher bis mindestens 2030 hoch bleiben. Anleger reagieren irritiert.

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• Lenovo stellt dauerhaft hohe Speicherpreise in Aussicht
• Steigende Kosten für DRAM und NAND drücken auf die Margen im PC- und Servergeschäft
• Hintergrund ist die Verlagerung der Speicherhersteller hin zu High Bandwidth Memory für KI-Anwendungen

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Die Aktie von Lenovo brach an der Börse in Hongkong massiv ein - und der Auslöser kommt aus dem eigenen Haus. Das Papier des Computerkonzerns fiel am Montag letztlich um 9,22 Prozent auf 21,28 HKD, nachdem das Unternehmen bekräftigt hatte, dass die hohen Speicherpreise dauerhaft bleiben und die Margen im Hardwaregeschäft belasten. Für einen der weltgrößten PC-Hersteller ist das ein Problem, denn Arbeitsspeicher und Flash zählen zu den größten Einzelposten in den Geräten.

Speicherpreise als Margenfresser

Auf der Branchenkonferenz ISC 2026 warnte ein Lenovo-Manager, die Preise für DRAM und NAND würden nicht auf das Niveau von 2025 zurückkehren. Das hohe Niveau sei das neue Normal und dürfte bis mindestens 2030 anhalten. Als Hardwarehersteller gibt der Konzern steigende Bauteilkosten entweder an die Kunden weiter, was die Nachfrage dämpft, oder er trägt sie selbst, was auf die Marge drückt. Beides ist bereits sichtbar. Im Quartal bis Ende Dezember fiel der Nettogewinn um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, belastet vor allem von den gestiegenen Speicherkosten.

Warum die Preise oben bleiben

Hinter dem Druck steht eine Verschiebung im Speichermarkt. Samsung, SK hynix und Micron, die drei Hersteller, die zusammen rund 95 Prozent der DRAM-Produktion kontrollieren, lenken ihre Kapazitäten zunehmend auf High Bandwidth Memory für KI-Beschleuniger, wo die Margen deutlich höher liegen. Konventioneller Arbeitsspeicher wird dadurch knapp und teuer. Micron hat nach eigenen Angaben langfristige, nicht kündbare Lieferverträge mit einem zugesicherten Mindestumsatz von rund 100 Milliarden US-Dollar geschlossen, die die Preise bis 2030 festschreiben. Die Analysten von Jefferies rechnen für das laufende Quartal mit einem weiteren Anstieg der DDR5-Preise um rund 40 Prozent.

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Wie Lenovo gegensteuert

Gegen die Kostenwelle setzt Lenovo auf mehrere Hebel: breiter gestreute Bezugsquellen, einen höherwertigen Produktmix mit mehr margenstarken KI-PCs und Servern sowie eine flexiblere Preisgestaltung. Das KI-Geschäft wächst dabei am schnellsten und soll den Druck zumindest teilweise auffangen. Ob das reicht, ist offen. Solange die Speicherhersteller ihre Kapazitäten auf KI-Chips konzentrieren, bleibt die Bauteilseite teuer, und höhere Endpreise treffen auf eine Nachfrage, die laut Lenovo 2026 ohnehin schwächeln dürfte.

Der nächste belastbare Datenpunkt sind die Quartalszahlen für das erste Geschäftsquartal, die Lenovo im August vorlegen dürfte. Sie zeigen, ob die Gegenmaßnahmen die Marge stabilisieren oder ob der Speicherengpass sie weiter aushöhlt.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, JHVEPhoto / Shutterstock.com

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25.06.26 Micron Technology Outperform RBC Capital Markets
25.06.26 Micron Technology Neutral Goldman Sachs Group Inc.
25.06.26 Micron Technology Overweight JP Morgan Chase & Co.
15.06.26 Micron Technology Outperform RBC Capital Markets