Umfrage: EU-Skepsis in Deutschland deutlich gestiegen


AACHEN (dpa-AFX) - Die EU-Skepsis ist einer Umfrage zufolge in Deutschland deutlich gestiegen. Demnach glauben derzeit nur noch 48 Prozent der Bundesbürger, dass die Europäische Union in unsicheren Zeiten Schutz und Stabilität bietet. Bei einer vergleichbaren Umfrage im Jahr 2024 waren das noch 72 Prozent. Die Umfrage wurde von der Aachener Karlspreisstiftung beim Institut Infratest Dimap in Auftrag gegeben. Dafür wurden vom 4. bis zum 6. Mai 1.303 Wahlberechtigte per Telefon oder online befragt.

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In den ostdeutschen Bundesländern sehen demnach sogar nur 38 Prozent der Befragten eine Schutzfunktion der EU. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach einem starken Europa groß: 82 Prozent der Befragten sind nach wie vor der Meinung, dass Deutschland eine starke EU braucht, "um gegen Großmächte wie Russland, China und die USA zu bestehen". Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren nur leicht zurückgegangen.

Der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Armin Laschet (CDU), sagte, die Menschen wünschten sich offenbar einerseits eine starke EU, doch diese Stärke sei für sie im Alltag und in Krisenzeiten nicht hinreichend spürbar. Dies sei "eine besorgniserregende Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit".

Am Donnerstag (14. Mai) nimmt der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank und ehemalige italienische Ministerpräsident, Mario Draghi, den diesjährigen Karlspreis entgegen. Er wird für Verdienste um die europäische Einigung verliehen./cd/DP/zb

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