Rheinmetall-Aktie gibt dennoch nach: Deutlich höherer Gewinn in Q1 - HENSOLDT & RENK ebenfalls in Rot
Rheinmetall hat den Gewinn im ersten Quartal deutlich überproportional zum Umsatz gesteigert. Das Unternehmen hatte diese Woche bereits Eckzahlen veröffentlicht.
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Vor Steuern kletterte das Ergebnis auf 160 Millionen von 141 Millionen Euro im Vorjahr, wie der Rüstungskonzern bei Vorlage ausführlicher Quartalszahlen mitteilte. Nach Steuern stieg der Gewinn um gut ein Fünftel auf 130 Millionen Euro. Nach Anteilen Dritter verdienten die Düsseldorfer 111 (Vorjahr: 84) Millionen Euro.
Der DAX-Konzern Rheinmetall hatte diese Woche bereits Eckzahlen für die ersten drei Monate veröffentlicht, da sowohl der Umsatz als auch der operative Gewinn hinter den Markterwartungen zurück geblieben waren. Der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten um 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Analysten hatten mehr erwartet. Der operative Gewinn lag mit 224 Millionen Euro 33 Millionen Euro über Vorjahr. Hier hatte die Erwartung auf 262 Millionen Euro gelautet. Daraus ergibt sich eine operative Marge von 11,6 Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahr.
Der DAX-Konzern bestätigte seinen Ausblick für das Gesamtjahr: Der Umsatz soll um 40 bis 45 Prozent auf 14,0 Milliarden bis 14,5 Milliarden Euro stiegen. Die operative Marge soll auf rund 19 Prozent von 18,5 Prozent im Vorjahr zulegen.
Rheinmetall nach Detail-Zahlen schwach - Analysten positiv
Für die Aktien von Rheinmetall ist es am Donnerstag nach weiteren Details zum ersten Quartal abwärts gegangen. So sanken Rheinmetall nach endgültigen Quartalszahlen im XETRA-Handel letztlich um 6,94 Prozent auf 1.341,60 Euro und sind damit Schlusslicht im DAX. Für HENSOLDT geht es 3,69 Prozent auf 77,80 Euro abwärts, während RENK 5,48 Prozent auf 51,39 Euro verlieren. Damit hat der im DAX notierte Rüstungskonzern wieder einen schweren Stand. In der vorherigen Erholung liefen sich die Aktien zunächst an der 21-Tage-Chartlinie als Indikator für den kurzfristigen Trend fest. Seit Jahresbeginn steht nach dem Schub in den Vorjahren ein Kursminus von fast zehn Prozent zu Buche.
Analyst Sam Burgess von der US-Investmentbank Goldman Sachs sah durch die endgültige Bilanz die mauen vorläufigen Quartalszahlen bestätigt. Die enttäuschende Umsatzentwicklung hänge allerdings mit zeitlichen Effekten zusammen und sei kein strukturelles Problem. Entsprechend bestätigte Rheinmetall abermals die Jahresziele und deutete ein starkes zweites Quartal an - unter anderem dank des Hochlaufs einer Munitionsfabrik im spanischen Murcia.
Im zweiten Jahresviertel erwartet der Rüstungskonzern auf dieser Basis eine Nomination von mehr als 20 Milliarden Euro, wie aus einer Analystenpräsentation hervorgeht. Zum Vergleich: Im ersten Quartal lag die Nomination nur bei knapp 5 Milliarden. Diese Kennziffer umfasst neben dem klassischen Auftragseingang unter anderem das Volumen aus neu abgeschlossenen Rahmenverträgen.
Auch das Geschäft zu Wasser rund um den jüngst übernommenen Marineschiffbauer NVL könnte im restlichen Jahr Rückenwind liefern. Branchenexpertin Chloe Lemarie vom Analysehaus Jefferies betonte zwar die schwache Entwicklung der Marinesparte zum Jahresstart. Allerdings sei die Integration des erst vor rund einem Monat getätigten Zukaufs wohl noch nicht korrekt in den Analystenschätzungen berücksichtigt gewesen.
Analyst George McWhirter von der Privatbank Berenberg hob dagegen das Geschäft rund um die Luftverteidigung als größten Lichtblick hervor. Dieser Bereich wachse weiter und unterstreiche das attraktive sowie gut abgerundete Portfolio von Rheinmetall. Drohnenabwehrsysteme des Rüstungskonzerns kommen auch im Iran-Krieg zum Einsatz. Konzernchef Armin Papperger hatte bereits Mitte März von einem erheblichen Wachstumsschub durch den Krieg gesprochen.
Insgesamt sieht JPMorgan-Experte David H Perry daher weiterhin signifikantes Aufwärtspotenzial für Rheinmetall. Besonders mit Blick auf Verzögerungen bei den Aufträgen sei der Rüstungskonzern aber risikobehafteter als einige Zulieferer in der Branche - also zum Beispiel HENSOLDT und RENK.
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 09:01 | Rheinmetall Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 08.07.26 | Rheinmetall Outperform | Bernstein Research | |
| 08.07.26 | Rheinmetall Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 07.07.26 | Rheinmetall Buy | UBS AG | |
| 03.07.26 | Rheinmetall Buy | Deutsche Bank AG |
