Vermögensverwalter-Kolumne

KI-Euphorie an der Börse: Warum Anleger jetzt genauer hinschauen sollten


Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz, insbesondere generativer Modelle wie Chat-GPT, Claude oder Gemini, treibt einen historisch beispiellosen Bedarf an Speichermedien und Recheninfrastruktur.

Im Gegensatz zu klassischer Software, die mit relativ wenig Daten auskommt, sind moderne KI-Systeme daten- und speicherhungrig auf mehreren Ebenen:

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Gründe für den enormen Speicherbedarf

Ein großes Sprachmodell wird heute mit Hunderten von Terabytes bis hin zu Petabytes an Texten, Bildern, Videos und Programmcode trainiert. Diese Daten müssen dauerhaft gespeichert und gleichzeitig schnell verfügbar sein, was leistungsfähige SSDs und spezialisierte Speichersysteme in Rechenzentren erforderlich macht.

Hinzu kommen die eigentlichen Modelle. Die größten KI-Systeme verfügen mittlerweile über mehr als eine Billion Parameter, die in hochpräziser Form gespeichert und verarbeitet werden müssen. Das Training solcher Modelle benötigt enorme Mengen an High-Bandwidth-Memory (HBM), weshalb Unternehmen wie NVIDIA derzeit eine so dominante Marktstellung besitzen.

Der Speicherbedarf endet jedoch nicht mit dem Training. Sobald ein Modell produktiv eingesetzt wird, müssen Teile davon für Millionen gleichzeitiger Nutzer verfügbar gehalten werden. Jede neue Modellgeneration erhöht die Anforderungen an Arbeitsspeicher, Cache-Systeme und dauerhafte Speicherlösungen weiter.

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Darüber hinaus sammeln Unternehmen fortlaufend neue Nutzerdaten, erzeugen synthetische Daten und trainieren ihre Modelle regelmäßig nach. Verfahren wie Retrieval-Augmented Generation (RAG) erfordern zusätzliche Datenbestände, die in großen Datenseen gespeichert werden. Die Folge ist eine stark steigende Nachfrage nach Speicherchips, SSDs, Festplatten und spezialisierter KI-Infrastruktur, von der zahlreiche Hardware- und Infrastrukturanbieter profitieren.

Genau. Die Überschriften "Vision vor Profitabilität", "Enorme Infrastruktur-Investitionen", "Narrativ der neuen Ära" und "Spekulationswelle" sind eigentlich gute Anker. Die würde ich nicht verlieren, sondern nur eleganter in den Fließtext integrieren.

Zum Beispiel so:

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Parallelen zur Internet-Euphorie (Dotcom-Blase 1995-2000)

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Der aktuelle KI-Hype weist auffällige Ähnlichkeiten zur späten Internet-Phase auf.

Vision vor Profitabilität: Damals reichten ein ".com" im Firmennamen und das Schlagwort "Internet" häufig aus, um Unternehmen mit hohen Bewertungen auszustatten. Heute genügt oft der Verweis auf Künstliche Intelligenz. Viele Unternehmen werden mit ambitionierten Bewertungskennzahlen gehandelt, obwohl nachhaltige Gewinne aus KI-Anwendungen bislang eher die Ausnahme als die Regel sind.

Enorme Infrastruktur-Investitionen: Wie Ende der 1990er-Jahre beim Ausbau der Glasfasernetze und Rechenzentren investieren die großen Technologiekonzerne heute gewaltige Summen in Chips, Rechenleistung und Energieversorgung. Microsoft, Google, Amazon und Meta stellen dafür Investitionsbudgets in Milliardenhöhe bereit - getragen von der Erwartung eines langfristigen KI-Booms.

Narrativ der "neuen Ära": Damals lautete die Botschaft, das Internet werde Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend verändern. Heute wird diese Rolle der Künstlichen Intelligenz zugeschrieben. Langfristig mag diese Einschätzung durchaus zutreffen. Dennoch zeigen Erfahrungen aus früheren Technologiezyklen, dass selbst große Umbrüche von Phasen überzogener Erwartungen begleitet werden können.

Spekulationswelle: Gleichzeitig fließt immer mehr Kapital in KI-Unternehmen und entsprechende Aktien. Sowohl Privatanleger als auch Venture-Capital-Investoren setzen auf die nächste Wachstumsstory. In einzelnen Marktsegmenten haben sich die Bewertungen Gefahren des Hypes

Die Parallelen zur Dotcom-Blase sind nicht nur oberflächlich - sie bergen reale Risiken.

Blasenbildung und harter Crash: Wenn sich die Erwartungen - etwa an eine schnelle Entwicklung hin zu Artificial General Intelligence (AGI) oder an massive Produktivitätsgewinne - nicht rasch genug erfüllen, kann es zu deutlichen Kurskorrekturen kommen. Viele KI-Unternehmen könnten scheitern oder stark an Wert verlieren, obwohl die Technologie langfristig wichtig bleibt. Ähnliches war bereits nach dem Platzen der Dotcom-Blase zu beobachten: Einige wenige Unternehmen wie Amazon oder Google setzten sich durch, viele andere verschwanden vom Markt.

Kapitalfehlallokation: Milliarden fließen derzeit in GPUs, Rechenzentren und Infrastruktur. Sollten die Modelle jedoch langsamer skalieren als erwartet oder die Energiepreise deutlich steigen, könnten sich Teile dieser Investitionen als weniger rentabel erweisen als erhofft.

Energie- und Ressourcenrisiken: Der Strombedarf moderner KI-Rechenzentren steigt kontinuierlich. In einzelnen Regionen könnten dadurch Versorgungsengpässe entstehen, die politischen Gegenwind und zusätzliche regulatorische Anforderungen nach sich ziehen.

Monopol- und Abhängigkeitsrisiken: Ein großer Teil der Wertschöpfung konzentriert sich auf wenige Unternehmen wie NVIDIA, Microsoft, OpenAI oder Google. Gleichzeitig bleibt die Branche von globalen Lieferketten abhängig. Chipengpässe oder geopolitische Spannungen, etwa rund um Taiwan, könnten erhebliche Auswirkungen auf die weitere Entwicklung haben.

Gefahr der Enttäuschung: Die Erwartungen an Künstliche Intelligenz sind enorm. Sollten sich manche Versprechen als überzogen erweisen, könnte dies zu einem Stimmungsumschwung führen. Eine solche Ernüchterung würde nicht nur Investitionen bremsen, sondern möglicherweise auch den Zufluss von Talenten in die Branche verlangsamen.

Fazit:

Die KI-Revolution ist real und wird die Wirtschaft ähnlich stark verändern wie das Internet. Gleichzeitig erleben wir gerade eine klassische Hype-Phase, in der Erwartungen weit vor der Realität herlaufen. Der extrem hohe Speicher- und Energiebedarf ist nicht nur ein technisches Detail, sondern der zentrale Treiber der aktuellen Marktdynamik. Wer langfristig denkt, sollte zwischen der echten technologischen Transformation und den spekulativen Übertreibungen unterscheiden. Die Gewinner der nächsten Jahre werden wahrscheinlich diejenigen sein, die Infrastruktur, Energie und reale Anwendungsfälle kontrollieren - nicht unbedingt diejenigen mit den lautesten KI-Versprechen.

von Marc Gabriel, CIIA®, CESGA®, Kundendirektor bei Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltung in Kleve.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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