Siemens Energy-Aktie führt den DAX an: Wende nach zwei Verlusttagen
Nach zwei schwachen Handelstagen führt Siemens Energy wieder den DAX an. Was der Aktie Rückenwind verschafft.
Werte in diesem Artikel
• Rekord-Auftragsbestand und angehobene Prognose
• Grid Technologies bleibt wichtigster Wachstumstreiber
• Aktienrückkauf und positive Analystenstimmen stützen die Stimmung
Die Siemens Energy-Aktie legte am Donnerstag auf XETRA letztlich um 6,00 Prozent auf 147,00 Euro zu und führte damit den DAX an. Das ist bemerkenswert, denn noch am Mittwoch hatte die Aktie mit einem Minus von 6,19 Prozent den zweiten Handelstag in Folge als größter DAX-Verlierer geschlossen. Der heutige Kurssprung ist kein einzelner Katalysator, sondern das Ergebnis mehrerer struktureller Faktoren, die zuletzt durch den Rücksetzer überdeckt wurden.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Den operativen Unterbau liefert das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026: Siemens Energy meldete einen Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro, ein Plus von 29,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,72, der Konzern gewinnt Aufträge damit schneller, als er sie abarbeiten kann. Der Gesamtauftragsbestand steht bei 154 Milliarden Euro. Auf Konzernebene hob das Management den Ausblick für 2026 auf ein Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent an, nach zuvor 11 bis 13 Prozent. Der Nettogewinn soll auf rund 4 Milliarden Euro steigen.
Grid Technologies als Wachstumszentrum
Das neue Kraftzentrum im Konzern ist die Netztechnik. Die Sparte Grid Technologies soll im laufenden Geschäftsjahr beim vergleichbaren Umsatz um 25 bis 27 Prozent wachsen und eine operative Marge von 18 bis 20 Prozent erzielen. Treiber ist die steigende Nachfrage nach Netzinfrastruktur, vor allem aus den USA, wo der Strombedarf durch Rechenzentren und KI-Infrastruktur stark zulegt. Gas Services zieht ebenfalls an: 16 bis 18 Prozent Umsatzwachstum und eine Marge von 14 bis 16 Prozent sind avisiert. CEO Christian Bruch kommentierte die Entwicklung mit dem Hinweis, die starke Marktdynamik setze sich trotz geopolitischer Unsicherheiten fort.
Rückkaufprogramm signalisiert Managementvertrauen
Parallel zu den Kursrücksetzern greift das Unternehmen selbst aktiv zu. Zwischen dem 4. und 7. Juni erwarb Siemens Energy 237.040 eigene Aktien über XETRA und mehrere europäische Plattformen, die erste Tranche des laufenden Programms von bis zu einer Milliarde Euro ist damit nahezu ausgeschöpft. Das Gesamtprogramm bis Ende des Geschäftsjahres 2027/2028 umfasst Rückkäufe von bis zu 6 Milliarden Euro. Inklusive der bereits ausgezahlten Dividende sollen die Aktionärsrückflüsse 2026 auf insgesamt 3,6 Milliarden Euro steigen. Der durchschnittliche Rückkaufkurs liegt dabei deutlich über dem heutigen Handelsniveau, was zeigt, dass das Management auch zu höheren Kursen zugegriffen hat.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Der Analystenkonsens aus elf Einschätzungen liegt beim mittleren Kursziel von 186,30 Euro, rund 30 Prozent über dem heutigen Kurs. JPMorgan hatte Ende Mai ein Kursziel von 225 Euro bestätigt und die Einstufung als übergewichtet beibehalten. Die Deutsche Bank verbleibt ebenfalls bei einer Kaufempfehlung, das Kursziel des Finanzhauses liegt bei 200 Euro. Der große Teil der Analysten bewertet die Aktie zum Kauf. Wer bei Siemens Energy zum Jahresbeginn eingestiegen ist, hält trotz der jüngsten Schwäche ein Plus von 18,65 Prozent im Depot. Das 52-Wochen-Tief lag am 11. Juni 2025 bei 82,10 Euro, der aktuelle Kurs notiert damit gut 74 Prozent darüber.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Siemens Energy AG, Siemens Energy AG
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 09.07.26 | Siemens Energy Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 08.07.26 | Siemens Energy Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 07.07.26 | Siemens Energy Underweight | Barclays Capital | |
| 03.07.26 | Siemens Energy Outperform | RBC Capital Markets | |
| 30.06.26 | Siemens Energy Outperform | Bernstein Research |
