Neuer GTA-VI-Preis entfacht Fantasie bei Anlegern der Take-Two-Aktie - Analysten reagieren sofort

Nach mehr als einem Jahrzehnt Wartezeit kann das nächste Videospiel aus der "GTA"-Reihe vorbestellt werden.
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Das Wichtigste in Kürze:
- BMO Capital Markets hebt das Kursziel für Take-Two von 280 auf 285 US-Dollar an
- Auslöser ist der bestätigte Standardpreis von 79,99 US-Dollar für Grand Theft Auto VI
- BMO hebt die Schätzung für den Buchungsumsatz im Geschäftsjahr 2027 auf 10,65 Milliarden US-Dollar an
BMO Capital Markets hebt das Kursziel für Take-Two von 280 auf 285 US-Dollar an und bestätigt das Rating "Outperform". Anlass der Studie vom 24. Juni ist nicht das Spiel selbst, sondern sein Preisschild: Der Publisher hat für Grand Theft Auto VI einen Standardpreis von 79,99 US-Dollar bestätigt, während die Analysten bislang mit rund 70 US-Dollar gerechnet hatten. In der Nacht zum 25. Juni sind zugleich die Vorbestellungen angelaufen, der Andrang gilt schon jetzt als Indiz für einen der größten Verkaufsstarts der Branchengeschichte. Für Anleger verschiebt der höhere Einstiegspreis die Erlösrechnung beim wichtigsten Titel der Firmengeschichte, und genau dort setzt die Anhebung an.
Der Preis wird zum Hebel für den Buchungsumsatz
Die Logik hinter der Anhebung ist schlicht: Ein höherer Listenpreis hebt bei gleicher Absatzmenge den Umsatz. BMO lässt die Annahmen für die verkauften Einheiten unverändert, 45 Millionen Stück im dritten und 10 Millionen im vierten Geschäftsquartal, und rechnet allein über den Preis. Die Schätzung für den Buchungsumsatz (Bookings) im Geschäftsjahr 2027, das am 31. März 2027 endet, steigt um 1,5 Prozent auf 10,65 Milliarden US-Dollar. Das liegt nach Lesart des Hauses rund 31 Prozent über der Mitte der ursprünglichen Prognose von Take-Two. Dass GTA VI nur in einer einzigen teureren Sonderedition und ohne kostenpflichtigen Vorabzugriff startet, dämpft zwar die Zusatzerlöse, kompensiert wird das aus Sicht von BMO durch den höheren Grundpreis.
Vorbestellungen, Plattformen und ein langes Warten
Hinter der Zahlenmechanik steht ein Marktstart mit Eigenheiten. Grand Theft Auto VI erscheint am 19. November 2026 zunächst nur für PlayStation 5 und Xbox Series X|S; wer am PC spielen will, muss sich weiter gedulden. Auch die Vertriebsform sorgt für Kritik: Das Spiel kommt vorerst rein digital, selbst die physische Box, die ab dem 12. November in den Handel kommt, enthält lediglich einen Download-Code statt eines Datenträgers. Den digitalen Download für Vorbesteller ermöglicht Rockstar Games ab demselben Tag. Das Warten war lang, denn der Vorgänger erschien 2013 und verkaufte sich seither über 200 Millionen Mal, die Reihe selbst gibt es seit 1997. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den Nachfolger.
Was der Markt aus der Meldung macht
Der Markt reagierte auf die Neuigkeiten: Die Take Two-Aktie sank im NASDAQ-Handel 1,25 Prozent auf 238,72 US-Dollar.
Der bestätigte Preis und die angehobene Schätzung zum Buchungsumsatz treffen auf eine Käuferseite, die das höhere Erlöspotenzial honoriert. Dass BMO vor schwankendem Handel rund um große Ankündigungen warnt, bleibt als Risiko bestehen: Solche Starts ziehen erfahrungsgemäß auch Gewinnmitnahmen nach sich. Gemessen am Vortagesschluss lässt das Ziel von 285 US-Dollar noch rund 21 Prozent Luft nach oben.
Mehr als ein Stichtag
Für die Bewertung zählt nicht nur der erste Verkaufstag. BMO sieht GTA VI als mehrjährigen Treiber, weil Take-Two nach dem Konsolenstart GTA Online, eine Version für den PC und nutzergenerierte Inhalte nachschiebt. Schauplatz ist eine fiktive Version von Vice City im Bundesstaat Leonida, an Florida angelehnt, mit rasanten Autofahrten, schnellen Motorbooten, Stränden und Krokodilen. Nach Branchenschätzungen liegt das Budget bei über einer Milliarde US-Dollar, was GTA VI zu einem der teuersten Unterhaltungsprodukte überhaupt machen dürfte und die Bedeutung einer hohen Anfangsnachfrage unterstreicht. Zugleich ist der Preis von 79,99 US-Dollar ein Test für die Zahlungsbereitschaft: Erst kürzlich hatte Nintendo die lange gültige Marke von 70 US-Dollar mit Preisen von 80 US-Dollar bei Spitzentiteln durchbrochen.
Der eigentliche Prüfstein folgt am 19. November 2026, wenn Grand Theft Auto VI erscheint. Dann zeigt sich, ob der Preis von 79,99 US-Dollar die Nachfrage bremst oder ob die Rechnung von BMO aufgeht.
Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.netDieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
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