Wadephul: Energieinfrastruktur besser vor Angriffen schützen


BERLIN (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul fordert eine bessere Vorbereitung auf Angriffe gegen die Energieversorgung in Europa. "Die kritische Infrastruktur ist eine Frontlinie der geopolitischen Auseinandersetzung", warnte der CDU-Politiker angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine bei einer Konferenz zur Energiesicherheit in Berlin. Nötig sei ein neues Verständnis von Energiesicherheit als umfassende Sicherheitsfrage für die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaft und Wirtschaft.

Werbung

In ganz Europa beobachte man eine Zunahme hybrider Angriffe auf kritische Infrastruktur, sagte Wadephul. Es gebe Cyberangriffe auf Versorgungsunternehmen, unidentifizierte Drohnen über Energieanlagen und Schäden an Unterseekabeln, Pipelines sowie Kommunikationsnetzen. Wohlstand, industrielle Basis und demokratische Stabilität hingen gleichermaßen von sicheren und resilienten Energiesystemen ab.

Die Ukraine habe sich innerhalb von mehr als vier Jahren russischer Angriffe in diesem Bereich mühsam eine Expertise erarbeitet, die die EU dringend benötige, um ihre Widerstandsfähigkeit und Energiesicherheit zu stärken, sagte der Minister. Energieanlagen bräuchten einen besseren Schutz vor Sabotage, Drohnenangriffen und Terrorismus. Ebenso unverzichtbar seien schnelle Reparaturkapazitäten und entsprechende Materialvorräte. "Die Ukraine hat gezeigt, dass die Geschwindigkeit der Wiederherstellung ebenso wichtig sein kann wie die Prävention selbst", fügte Wadephul hinzu.

Wadephul: Resilienz lässt sich nicht per Knopfdruck aktivieren

Resilienz erfordere Dezentralisierung, verlangte Wadephul. "Stark zentralisierte Systeme mögen in Friedenszeiten effizient sein, können sich in Krisensituationen jedoch als besonders anfällig erweisen." Resilienz bedeute zudem, über strategische Reserven zu verfügen, auf diversifizierte Lieferanten zurückgreifen zu können und gesellschaftliche Vorsorge zu etablieren. "Denn gesellschaftliche Resilienz lässt sich in einer Krise nicht einfach per Knopfdruck aktivieren. Wir müssen sie bereits im Vorfeld aufbauen."

Werbung

Bei der Konferenz kommen Vertreter von der G7-Runde wirtschaftsstarker Demokratien, EU, Nato, Wirtschaftsverbänden sowie aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um aus den Erfahrungen der Ukraine Lehren für die Energieinfrastruktur zu ziehen. Auch der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal ist dabei. Zu den G7-Ländern gehören neben Deutschland auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien./bk/fko/kli/DP/stk

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.