Wadephul kontert Putin-Vorwürfe zu Strafkatalog wegen Drohne


WICKLOW (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul weist Vorwürfe von Russlands Präsident Wladimir Putin zurück, Deutschland habe im Zusammenhang mit dem Strafkatalog gegen Moskau wegen einer Sprengstoffdrohne in Leipzig aus wahltaktischen Gründen Beweise gefälscht. "Das Gegenteil ist richtig", sagte der CDU-Politiker am Rande eines informellen Treffens der EU-Außenminister im irischen Wicklow in der Nähe von Dublin. "Wenn man wahltaktisch gedacht hätte, hätte man das vielleicht vermieden, weil es natürlich gerade in den Wahlkämpfen in Ostdeutschland zu vielen Diskussionen führt", ergänzte er.

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Im Kreis der EU-Kolleginnen und -Kollegen habe er sehr viel Unterstützung für die Maßnahmen erfahren, sagte Wadephul. Wie in Deutschland würden auch in zahlreichen anderen Ländern die russischen Botschafter einbestellt. Unter anderem haben Frankreich, die Niederlande und Finnland russische Vertreter in ihren Ländern einbestellt. Der Bundesaußenminister ergänzte, es habe zudem viele Erklärungen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs gegeben. "Also man sieht: Wir stehen geschlossen zusammen."

Putin hatte die deutschen Strafmaßnahmen einen "schweren Fehler" genannt und von Beweisfälschung gesprochen. Das Außenministerium in Moskau kündigte Gegenmaßnahmen an.

Wadephul: Fundiertes Urteil, angemessene Reaktion

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Wadephul haben Russland verantwortlich für den Drohnenvorfall gemacht. Dazu gehören die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie die damit verbundene Ausweisung einer mittleren zweistelligen Zahl von Diplomaten sowie die Schließung des Russischen Hauses in Berlin.

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Wadephul sprach vor den Beratungen mit den EU-Kolleginnen und

-Kollegen von einer notwendigen und angemessenen Reaktion. "Wir haben

uns fundiert eine Meinung und ein Urteil gebildet und haben daraus die Konsequenzen gezogen". Russland habe eskaliert und den hybriden Angriff vorgetragen. "Und Russland muss jetzt mit diesen Konsequenzen leben." Der Minister wiederholte die Bereitschaft, "auch mit Russland wieder vernünftig zu reden". Es sei aber an Russland, zu zeigen, dass es dazu bereit sei./bk/DP/jha

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