Weltbank: Ärmere Länder verpassen Erholung von Corona-Krise


WASHINGTON (dpa-AFX) - Ärmere Länder profitieren nach Ansicht der Weltbank kaum von der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise. Der Aufschwung sei "dramatisch ungleich", und Entwicklungsländer stünden weiter vor großen Herausforderungen, mahnte Weltbank-Präsident David Malpass am Montag zu Beginn der gemeinsamen Jahrestagung der Organisation mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Weil den ärmeren Ländern Impfstoffe und der finanzielle Spielraum zur Unterstützung der Konjunktur fehlten, wachse die Ungleichheit zwischen Ländergruppen.

Werbung

"Das Pro-Kopf-Einkommen in Industrieländern soll 2021 um fast 5 Prozent wachsen, aber nur 0,5 Prozent in den armen Ländern", sagte Malpass. Für viele Entwicklungsländer werde es Jahre dauern, bis das Einkommensniveau wieder auf den Wert von vor der Pandemie steigen werde. Die Pandemie habe zu einer "tragischen Umkehr" des Trends für Entwicklungsländer und der Verringerung der Armut geführt.

Der Weltbank zufolge stieg die Verschuldung der armen Länder 2020 um 12 Prozent auf 860 Milliarden Dollar. Die Verschuldung bremse die Entwicklung vieler ärmerer Staaten aus und müsse auf ein nachhaltiges Niveau gebracht werden, forderte Malpass. "Wir brauchen eine umfassende Herangehensweise an das Schuldenproblem, inklusive Schuldenreduzierungen, schnelleren Restrukturierungen und verbesserter Transparenz."

Für die Jahrestagung von IWF und Weltbank kommen Finanzminister, Zentralbanker sowie Vertreter aus der Finanzwirtschaft und der Entwicklungszusammenarbeit zusammen. Die bis Sonntag dauernde Tagung findet in einem hybriden Format statt, also teils in Washington und teils online. An einigen Beratungen wollen auch der deutsche Finanzminister Olaf Scholz, Bundesbankchef Jens Weidmann und die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, teilnehmen.

Werbung

Überschattet wird das Treffen von einem Skandal, der die Position von IWF-Chefin Kristalina Georgiewa infrage stellt. Der 68-Jährigen wird vorgeworfen, auf ihrem vorigen Spitzenposten bei der Weltbank ein wichtiges Länderranking zugunsten Chinas beeinflusst zu haben. Georgiewa weist dies zurück.

/jbz/DP/jkr

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.