Wirecard-Ausschuss: Abgeordnete kritisieren Kanzleramt
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BERLIN (dpa-AFX) - Mehrere Abgeordnete haben der Bundesregierung vorgeworfen, im Zusammenhang mit dem Wirecard-Untersuchungsausschuss unsauber zu arbeiten. Der Wirtschaftsberater von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe selbst entschieden, welche E-Mails er dem Ausschuss übermittle - und dabei offenkundig Informationen zurückgehalten, sagten Vertreter von Linken, Grünen und FDP der Deutschen Presse-Agentur. Der Finanzpolitiker der Linken, Fabio De Masi, betonte: "Das Kanzleramt hätte niemals offiziell bestätigen dürfen, Beweismaterial vollständig übermittelt zu haben. Dafür muss jemand geradestehen!"
Der wirtschaftspolitische Berater der Kanzlerin, Lars-Hendrik Röller, hatte dem Ausschuss eine E-Mail nicht vorgelegt, in der seine Frau in Zusammenhang mit dem inzwischen insolventen früheren Dax (DAX 30)-Konzern Wirecard gebracht wurde. Diese Mail sei ihm bei der Suche in seinem Postfach nicht aufgefallen, hatte er gesagt.
Röllers Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss nähre Zweifel, "wie ernst es die Bundesregierung mit der Aufklärung des Wirecard-Skandals wirklich meint", erklärte der Finanzpolitiker der Grünen, Danyal Bayaz. FDP-Fraktionsvize Florian Toncar betonte: "Röller hat dem Ausschuss relevante E-Mails nicht vorgelegt und die Rolle seiner Ehefrau als Kontaktmittlerin für Wirecard in China kam nur zufällig ans Tageslicht. Es wird aufschlussreich sein, zu diesen ganzen merkwürdigen Vorgängen die Bundeskanzlerin zu hören." Merkel sei politisch verantwortlich.
Am Donnerstag will der Untersuchungsausschuss unter anderem Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und den Chef der Staatskanzlei, Florian Herrmann, befragen. Geladen ist auch der ehemalige Finanzvorstand des Skandalunternehmens Wirecard./tam/DP/fba
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