Wirecard-Saga

Ex-Wirecard-Manager Marsalek wohl V-Mann von Geheimdienst in Österreich


Ex-Wirecard-Manager Marsalek wohl V-Mann von Geheimdienst in Österreich

Der frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek war nach Einschätzung deutscher Ermittler offenbar V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes.

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Dem Generalbundesanwalt "liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass der österreichische Staatsangehörige Jan Marsalek von einem Mitarbeiter des österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) als Vertrauensperson geführt wurde", heißt es in der Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine schriftliche Frage des Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

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Das Bundeskanzleramt wollte sich nicht dazu äußern. Auch das österreichische Innenministerium, dem das BVT untersteht, wollte auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung nicht Stellung nehmen. Einen V-Mann ohne das Wissen der deutschen Behörden in einem DAX-Unternehmen zu platzieren, wäre ein Affront und könnte die deutsch-österreichischen Beziehungen belasten. "Die Kanzlerin sollte schleunigst zum Telefon greifen und Sebastian Kurz fragen, was die Österreicher hier so treiben", sagt der Linkspartei-Abgeordnete De Masi. "Sollte sich der Verdacht erhärten, muss der österreichische Botschafter einbestellt werden." Jan Marsalek ist seit Juni untergetaucht.

Bei dem damaligen DAX-Unternehmen Wirecard waren im Juni Luftbuchungen von fast 2 Milliarden Euro öffentlich geworden. Das Unternehmen befindet sich mittlerweile in einem Insolvenzverfahren. Ex-Wirecard-Chef Markus Braun sitzt inzwischen in Haft.

CDU erwartet keine Belastung der Beziehungen

Der CDU-Sicherheitspolitiker Patrick Sensburg sieht in einer möglichen V-Mann-Tätigkeit des früheren Wirecard-Managers Jan Marsalek für den österreichischen Nachrichtendienst hingegen keine Belastung für die deutsch-österreichischen Beziehungen. "Es ist derzeit nicht auszuschließen, dass Marsalek sogar Spitzel für mehrere Geheimdienste von unterschiedlichen Staaten war", sagte Sensburg dem Handelsblatt.

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"Die deutsch-österreichischen Beziehungen werden hierdurch nicht beeinträchtigt, da es üblich ist, dass jeder Staat seine Quelle nutzt", sagte der Bundestagsabgeordnete weiter. "Bei der Aufklärung des Wirecard-Skandals sollten Österreich und Deutschland aber nun eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten."

Sensburg ist Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags. Das Gremium ist für die Kontrolle von Bundesnachrichtendienst (BND), Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und Militärischer Abschirmdienst (MAD) zuständig.

(Dow Jones / dpa-AFX)

Bildquellen: Pavel Kapysh / Shutterstock.com

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22.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH
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18.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH