Wirtschaftsressort erwartet 2021 keinen "Tsunami" an Insolvenzen
BERLIN (Dow Jones)--Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet mit dem Wiederinkrafttreten der regulären Insolvenzantragspflicht zum Jahresbeginn nicht mit einer enormen Pleitewelle in der Wirtschaft. Die Fachebene glaube "nicht, dass es zu einem Tsunami der Insolenzen kommen wird", sagte der Abteilungsleiter für Wirtschaftspolitik im Ministerium, Philipp Steinberg, anlässlich der Vorstellung der Herbstprojektion in Berlin. Wenn man die Zahl von rund 18.000 Insolvenzen im vergangenen Jahr zugrunde lege, "dann dürfte der Anstieg nicht so sein, dass sich das mehr als verdoppeln dürfte".
Steinberg betonte, dass es bisher sogar einen Rückgang bei den Firmenpleiten gegeben habe. Das Moratorium bei der Anzeigepflicht habe dabei womöglich "auch eine gewisse Rolle gespielt", betonte der Experte. Wirtschaftsminister Altmaier betonte, der Staat könne in einer solchen Pandemie nicht sicherstellen, "dass niemand Einbußen hat". Allerdings tue die Bundesregierung "alles", um die Mittelständler zu ermutigen und sie auch beim Durchhalten zu unterstützen.
Ab 1. Januar 2021 gilt allerdings wieder die reguläre Insolvenzantragspflicht wegen Überschuldung. Sie war wegen der Pandemie zeitweise ausgesetzt worden. Wirtschaftsverbände rechnen deswegen mit einer Zunahme der Insolvenzen zum Jahreswechsel. Allerdings hatte die Bundesregierung auch einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, wonach finanziell bedrohte Unternehmen ein Sanierungskonzept künftig auch ohne ein Insolvenzverfahren umsetzen können.
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October 30, 2020 06:53 ET (10:53 GMT)