'Wirtschaftsweise' sieht Inflation mit Sorge


GMUND (dpa-AFX) - Die "Wirtschaftsweise" Monika Schnitzer sieht die hohe Inflation mit Sorge und erwartet von der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes. Die Inflation habe sich bereits festgesetzt. Steigende Energiepreise, teurere Importe und die notwendige Reduzierung der Abhängigkeit von einzelnen Märkten führten querbeet zu höheren Kosten, sagte Schnitzer am Donnerstag auf dem Ludwig-Erhard-Forum in Gmund am Tegernsee.

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Auf belastete Unternehmen könnten hohe Lohnforderungen zukommen. "Wenn jeder davon ausgeht, die Inflation wird immer schlimmer, ist die Wirtschaft massiv verunsichert", sagte die Regierungsberaterin und Ökonomin, die dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angehört: "An der Stelle ist schon die EZB gefragt."

Im Euroraum ist die Inflationsrate im März auf 7,4 Prozent gestiegen. Die EZB beließ den Leitzins vergangene Woche bei null Prozent.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, sagte, die Energiewende sei bisher mit billigem russischen Gas und damit unter ganz anderen Rahmenbedingungen geplant worden. Bei einem drastischen Anstieg der Energiekosten hätte der Staat bei Energiesteuern und Abgaben eine Möglichkeit für Entlastung. "Nicht nachhaltig zu wirtschaften, können wir uns nicht leisten", sagte Russwurm. Aber auch eine wasserstoffbasierte Wirtschaft stehe im internationalen Wettbewerb.

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Der BDI-Präsident warnte zugleich vor zu hohen Maßstäben an die deutschen Handelspartner: "Wenn wir nur noch mit liberalen Demokratien Handel treiben, wird es für die Exportnation Deutschland schwierig." Dabei gehe es nicht nur um Russland, China oder den Mittleren Osten: "Wir schaffen ja nicht mal, mit Kanada ein Handelsabkommen abzuschließen", kritisierte Russwurm. Die Bundesrepublik könne sich die Welt nicht wie Pippi Langstrumpf malen, wie es ihr gefällt. Zu wenig im Blick seien Innovationen als große Chance für Deutschland und Europa: "Das ist das Pfund, mit dem wir wuchern können." Allerdings müssten diese Innovationen schnell am Markt und für Käufer attraktiv sein: "Der Kunde ist der Schiedsrichter. So geht das Spiel."/rol/DP/jha

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