Zu günstig?

Micron-Aktie jagt von Rekord zu Rekord: Bewertung spricht für die Bullen


Micron-Aktie jagt von Rekord zu Rekord: Bewertung spricht für die Bullen

Die Micron-Aktie hat im Mai rund 80 Prozent zugelegt und jagt von einem Rekord zum nächsten. Trotzdem ist das Papier Experten zufolge immer noch günstig bewertet.

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Micron hat in den vergangenen zwei Handelstagen Marken gesetzt, die seit fast vier Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurden. Am Dienstag legte die Aktie nach einem deutlich angehobenen Kursziel der Schweizer Großbank UBS um mehr als 19 Prozent zu, das Papier markierte zwischenzeitlich bei 916 US-Dollar ein neues Allzeithoch und knackte erstmals die Marke von 900 US-Dollar. Am Mittwoch folgte mit einem weiteren Anstieg das nächste Rekordhoch bei 956,16 US-Dollar. Die Rally im Mai summiert sich damit auf knap 80 Prozent, der stärkste Monat seit Dezember 1987, als die Aktie zuletzt um vergleichbare 78,8 Prozent zulegte, wie MarketWatch berichtet. Was die Bewegung von reiner spekulativer Hitze unterscheidet: Die Bewertung hält noch mit.

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Am Donnerstag schien die beispiellose Rally zu pausieren: Im NASDAQ-Handel zeigte sich die Micron-Aktie schließlich 0,53 Prozent tiefer bei 923,52 US-Dollar.

Günstiger als der Sektorschnitt, trotz Rekordhoch

Das KGV auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monate liegt trotz der Rally unter dem Zehnfachen. Zum Vergleich: NVIDIA kommt auf das 21-fache, der PHLX Semiconductor Index FactSet-Daten zufolge sogar auf 26,4. MarketWatch zufolge sagt David Miller, CIO bei Catalyst Funds, die Aktie könne nach dem starken Kursanstieg noch immer als Wertpapier mit günstiger Bewertung betrachtet werden. Gil Luria von D.A. Davidson sieht den Speicherchipsektor als den einzigen Teil des KI-Handels, der noch mit einem vernünftigen Aufschlag gehandelt werde.

Strukturwandel macht die Bewertungsthese tragfähiger

Das eigentliche Argument der Bullen ist nicht das aktuell niedrige Preisniveau allein, sondern ein struktureller Wandel im Speichermarkt. Langfristige Abnahmeverträge ersetzen zunehmend kurzfristige Spotvereinbarungen, wie MarketWatch berichtet. Damit sinken Zyklizität und Preisvolatilität. Produkte wie Hochbandbreitenspeicher werden gemeinsam mit NVIDIA für dessen neueste Beschleuniger entwickelt und sind damit nicht mehr austauschbar. Analysten gehen davon aus, dass DRAM bis mindestens ins zweite Quartal 2028 und NAND bis ins vierte Quartal 2027 knapp bleiben könnten, was die Preismacht von Micron strukturell stärkt.

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Das Risiko heißt Kapazitätsaufbau

Wie MarketWatch berichtet, sieht William Kerwin von Morningstar die Lage nüchterner. Er erkennt KI als dauerhaften Rückenwind, warnt aber vor dem Zykluscharakter des Speichermarkts. Zwischen Ende 2027 und 2028 soll erhebliche neue Produktionskapazität in den Markt kommen, die die positive Preisthese früher als erwartet unter Druck setzen könnte. Die Kernfrage für Anleger ist damit präzise: Stimmt das Szenario knapper Kapazitäten bis 2028, oder korrigiert ein Angebotsschub die bullische Narrative noch in diesem Zyklus?

Der erste belastbare Prüfpunkt sind die nächsten Quartalszahlen. Dann zeigt sich, ob Microns Auftragsbuch und Margenentwicklung das im Kurs eingepreiste Wachstum bereits widerspiegeln.

Benedict Kurschat, Martina Köhler, Evelyn Schmal, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Sundry Photography / Shutterstock.com, Charles Knowles / Shutterstock.com

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25.06.26 Micron Technology Buy Deutsche Bank AG
25.06.26 Micron Technology Outperform RBC Capital Markets
25.06.26 Micron Technology Neutral Goldman Sachs Group Inc.
25.06.26 Micron Technology Overweight JP Morgan Chase & Co.
15.06.26 Micron Technology Outperform RBC Capital Markets