Zweiter Lockdown trifft Mittelstand offenbar härter als Großunternehmen


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die zweite Coronavirus-Infektionswelle und der partielle Lockdown in Deutschland hinterlassen nach einer neuen Studie deutliche Spuren bei den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Das mittelständische Geschäftsklima sank im November um 4,5 Zähler auf minus 12,2 Saldenpunkte, so das Ergebnis des KfW-Ifo-Mittelstandsbarometers. Das sei zwar ein markanter Rückgang, im Vergleich zu den Abstürzen während des Frühjahrs-Lockdowns falle er "allerdings doch moderat aus", so die KfW.

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Relativ stabil hätten sich dabei die Urteile des Mittelstands zur Geschäftslage gezeigt. Nach fünf Anstiegen in Folge gaben sie laut den Angaben im November trotz der Einschränkungen durch die Eindämmungsmaßnahmen nur moderat um 0,8 Zähler auf nun minus 10,3 Saldenpunkte nach. Hier zeige sich, dass der Lockdown die Geschäftstätigkeit in einigen Branchen zwar fast vollständig unterbinde, der Großteil der Unternehmen aber relativ gut weiterarbeiten könne. Dagegen fielen die Geschäftserwartungen im Mittelstand deutlich um 8,0 Zähler auf minus 14,2 Saldenpunkte.

Die Lageurteile der Großunternehmen verbesserten sich im November hingegen mit einem Plus von 3,6 Punkten erneut, während die Erwartungen um 5,1 Zähler nach unten gingen. Das Geschäftsklima insgesamt veränderte sich laut KfW per Saldo nur geringfügig um 0,8 Zähler auf minus 7,4 Saldenpunkte. Diese Stabilität sei allein auf gute Werte der großen Industrie- und Bauunternehmen zurückzuführen, während die großen Firmen aller anderen Wirtschaftsbereiche schlechter gestimmt seien als im Vormonat.

"Infolge der zweiten Infektionswelle in Deutschland sowie des kürzlich bis mindestens 20. Dezember verlängerten Teil-Lockdowns dürfte die deutsche Wirtschaft im laufenden Quartal um rund 1 Prozent schrumpfen", prognostizierte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Das Mittelstandsbarometer zeige, "dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen mit Rückschlägen rechnen, wenn auch im geringeren Umfang als noch im Frühjahr". Mittelfristig gebe es angesichts der Erfolge bei der Impfstoffentwicklung "jedoch viel Licht am Ende des Tunnels".

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Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/kla

(END) Dow Jones Newswires

December 02, 2020 04:39 ET (09:39 GMT)

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