Alpha Anleihen Kolumne

Medienbranche: Wie Anleihen-Investoren vom Branchenumbau profitieren können


Medienbranche: Wie Anleihen-Investoren vom Branchenumbau profitieren können | finanzen.net

Der Mediensektor befindet sich international im Umbruch. Das Schlagwort ist Digitalisierung.

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Eine Kolumne von Carsten Müller, Chefredakteur von alpha anleihen & zinsen.

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Das gilt sowohl für Verlage als auch TV und Radio. Angestoßen wird diese Entwicklung von neuen Nutzungsformen. Die Neuausrichtung bietet dabei auch Chancen für Anleihen-Investoren.

In kaum einem Bereich sind die Folgen der Internet-Revolution so täglich sichtbar wie in der Medienbranche. Vor allem die Möglichkeiten des mobilen Internets mit hohen Bandbreiten haben dazu geführt, dass sich die Konsumgewohnheiten der Mediennutzer grundlegend gewandelt haben. Ein Trend, auf den sich die Branche in den letzten Jahren nur schwer einzustellen vermochte.

Wobei es weniger um die technischen Möglichkeiten ging, TV, Video oder Print auf mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets zu bringen. Das war grundsätzlich nur eine technische Herausforderung. Wichtiger ist die Antwort auf die Frage, ob sich dadurch auch die Erlösstrukturen der Medienunternehmen verändern.

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Medienfirmen arbeiten an neuen Erlös-Modellen

Ein Zwischenbefund zeigt: Vor allem Verlage tun sich noch schwer damit, neue Umsatzmodelle zu etablieren. Wobei in letzter Zeit klar festzustellen ist: Die klassische "Im-Internet-umsonst"-Strategie dient zunehmend aus. Immer mehr Bezahlmodelle rücken in die erste Linie und fördern damit auch ein Zusammenwachsen interner Strukturen, die in vielen Verlagen noch zu stark zwischen Kerngeschäft (Print) und "Nebenbei" (Online) unterscheiden.

Daraus ergibt sich in der Branchenstruktur ein weiterer Trend. Denn die vorhandenen Konsolidierungs- und Kooperationstendenzen umfassen längst nicht mehr nur die Medienbranche allein, sondern strahlen auch auf angrenzende Sektoren wie IT aus. Was in der Praxis bislang besonders bedeutet, dass IT-Firmen und Medienkonzerne sektorübergreifende Partnerschaften eingehen.

Wobei die Zeit drängt. Denn viele Firmen aus dem Medienbereich befinden sich in einer Art Transformationsphase. Das gilt vor allem für Verlage. Die Erlöse aus dem durchaus wachstumsstarken Online-Geschäft können noch nicht die Erlös-Einbußen im klassischen Printgeschäft abfedern. Aber, um hier eine positive Bewertung gleichzeitig mitzuliefern, sie zeigen schon jetzt das Potenzial für die Firmen auf, die diese Phase überstehen und später deutliche Cash-Flow-Steigerungen erwarten dürften.

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Anlagechancen durch robuste Fundamentaldaten

Wo ordnen sich vor diesem Branchen-Hintergrund Anlagechancen, insbesondere im Anleihen-Bereich, ein? Tatsache ist, dass viele Unternehmen aus diesem Sektor über zunehmend robuste Fundamentals verfügen. Gerade auch international aufgestellte Player wie WPP, Reed Elsevier oder Wolters Kluwer werden regelmäßig dank ihrer soliden Kredit-Parameter (wie Verschuldungsgrad, Net Debt/EBITDA) im mittleren Investmentgrade-Bereich eingeordnet.

Wobei die weiteren Rating-Einschätzungen von Stabil bis Positiv reichen, weil etliche der Konzerne im veränderten Branchenumfeld auf Portfolio-Bereinigungen (sprich Verkauf von nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Beteiligungen) und Kosteneinsparungen achten. Das sind Themen bzw. Eckpfeiler, die in den Bond-Notierungen regelmäßig für Potenzial sorgen. Dabei ist aber auch zu erkennen: Hier wird nur bedingt über die Kupon-Rendite "gespielt", sondern überwiegend über mögliche Kurspotenziale.

Die Top 3 der Anlagefavoriten

Zu meinen derzeitigen Top-Favoriten im Mediensektor gehören folgende Werte: WPP, ProSiebenSat1 und Bastei Lübbe. Dabei kann die Werbe-und Medien-Holding WPP durch eine sehr erfolgreiche Digital-Strategie überzeugen, die sowohl organisch als auch über Akquisitionen fortgeführt wird. Und auch die Kredit-Parameter können sich sehen lassen. So lag u. a. die Ratio Net Debt / EBITDA zum bislang berichteten Ende des 1. Halbjahrs 2014 nur bei 1,5 für die letzten 12 Monate. Ein absolut starker Wert.

Bei ProSiebenSat1 überzeugen nach der vorangeschrittenen Entschuldung in den vergangenen Jahren ebenfalls die verbesserten Kredit-Kennzahlen sowie ein solides operatives Wachstum. Und auch hier finden wir die Strategie, insbesondere im Digital-Bereich zu wachsen, intern wie extern.

Bastei Lübbe als dritter Favorit ist sicherlich der spekulativste, weil von der Größenordnung her im Vergleich sehr klein und außerdem mit einer Mittelstands-Anleihe in einem Marktsegment vertreten, das extrem umstritten ist. Sollten hier erneut Skandale oder Schieflagen auftreten, wären Abfärb-Effekte auf den Anleihenkurs nicht auszuschließen. Aber auch hier überzeugen die Digitalpläne, mit denen der Verlag die schwierigen Trends im klassischen Buchmarkt aushebeln will. Das besondere und aussichtsreichste Projekt zielt dabei auf ein Streaming-Angebot, das den Erfolg vergleichbarer technischer Angebote im Video- und Musik-Segment wiederholen soll.

Weitere chancenreiche Anleihen identifiziert Anleihe-Experte Carsten Müller Woche für Woche in "alpha anleihen & zinsen", dem Premium-Börsenbrief für wertorientierte Anleger, die auf hohe Renditen nicht verzichten wollen. Fordern Sie sich hier eine kostenfreie Probeausgabe an!

Seit fast 20 Jahren befasst sich Carsten Müller publizistisch mit den verschiedenen Aspekten der internationalen Kapitalmärkte. Dabei hat er als freier Journalist für einige der bekanntesten Börsenbriefverlage (u.a. Bernecker & Cie., Fuchsbriefe) geschrieben. Aktuell ist er als Herausgeber der Alphabriefe (www.alphabriefe.de) tätig. Hierbei liegen die Schwerpunkte auf Anleihen und Nebenwerten. Dabei stehen bei ihm in der jeweiligen Analyse fundamentale Aspekte im Vordergrund. Regional legt er besonderen Schwerpunkt auf die drei deutschsprachigen Märkte Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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06.08.26 ProSiebenSat1 Media SE Market-Perform Bernstein Research
15.07.26 ProSiebenSat1 Media SE Hold Deutsche Bank AG
14.05.26 ProSiebenSat1 Media SE Equal Weight Barclays Capital
13.05.26 ProSiebenSat1 Media SE Underperform Bernstein Research

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