OMV steigt bei Nord-Stream ein
Was die Amerikaner können, können wir schon lange. Das dürfte sich die österreichischen Ölfirma OMV beim Entschluss gesagt haben, zusammen mit Gazprom an der Ostsee-Pipeline Nord-Stream zu bauen.
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Dabei ist man in guter Gesellschaft. Denn auch Royal Dutch Shell und die deutsche E.on steigen in das Ostsee-Projekt ein. Damit haben die Konzerne nach dem Scheitern der beiden Pipeline-Projekte Nabucco und South-Stream ein neues Betätigungsfeld gefunden, das aber über erhebliche politische Brisanz verfügt.
Denn einerseits will Gazprom mit Nord-Stream natürlich insbesondere die Ukraine als Transitland ausschalten, was für die Ukraine mit erheblichem Machtverlust als auch mit finanziellen Einbußen einhergehen würde. Andererseits unterlaufen die europäischen Firmen damit natürlich die Sanktionen der EU gegen Russland. Doch damit stehen sie nicht allein.
EU-Sanktionen werden als untauglich angesehen
Denn jeder kann sehen, wie politisch ineffizient die EU-Sanktionen sind. Hinzu kommt, dass die jüngst veröffentlichten Handelsdaten zeigten, dass im Gegensatz zu Europa Amerika weiterhin munter Geschäfte mit Russland macht. Da wollen die europäischen Konzerne nicht der Dumme sein.Zumal Russlands Staatsfirmen weiterhin mit interessanten Beteiligungen locken. So soll OMV an einem Öl- und Gasfeld beteiligt werden. Auch BP hatte das Angebot bekommen, sich mit 20% an einem Ölfeld in Sibirien zu beteiligen, das vom staatlichen Ölkonzern Rosneft betrieben wird.
Am Markt kommen die neuen Projekte gut an
Die Börse honoriert den "Widerstand" der Firmen gegen die EU-Sanktionspolitik. Was auch der von uns empfohlenen OMV-Hybrid-Anleihe zugute kommt. Nach Gewinnmitnahmen in einem bekanntlich schwierigen Marktumfeld hat die jüngste Nachricht dafür gesorgt, dass der Kurs der Anleihe wieder leicht anziehen konnte. Entsprechend raten wir zum weiteren Halten.
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Seit fast 20 Jahren befasst sich Carsten Müller publizistisch mit den verschiedenen Aspekten der internationalen Kapitalmärkte. Dabei hat er als freier Journalist für einige der bekanntesten Börsenbriefverlage (u.a. Bernecker & Cie., Fuchsbriefe) geschrieben. Aktuell ist er als Herausgeber der Alphabriefe (www.alphabriefe.de) tätig. Hierbei liegen die Schwerpunkte auf Anleihen und Nebenwerten. Dabei stehen bei ihm in der jeweiligen Analyse fundamentale Aspekte im Vordergrund. Regional legt er besonderen Schwerpunkt auf die drei deutschsprachigen Märkte Deutschland, Österreich und die Schweiz.
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