Deutsche Anleihen: Kursverluste - Ölpreisanstieg wegen Iran-Eskalation belastet
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwoch weiter unter Druck gestanden. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank am Vormittag um 0,09 Prozent auf 125,61 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,03 Prozent.
In der Nacht auf Mittwoch bombardierten die USA in Reaktion auf die Attacken gegen Tanker Ziele im Iran. Zudem setzten die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft.
Teheran verurteilte Washingtons Vorgehen umgehend als "schwerwiegenden Verstoß" gegen das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges. Der Iran werde "entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine nationalen Interessen und seine Sicherheit zu wahren", schrieb Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X
Die erneute Eskalation im Iran-Krieg trieb die Ölpreise nach oben, was die zuletzt deutlich gemilderten Inflationssorgen wieder ein Stück weit zunehmen ließ. Das führt an den Anleihemärkten zu höheren Renditen, die Kurse der Anleihen fallen im Gegenzug. Gleichwohl liegen die Ölpreise nach ihrem jüngsten Rückgang immer noch deutlich unter dem Niveau, das sie zum Höhepunkt des Iran-Krieges erreicht hatten.
Wichtige Konjunkturdaten fehlten zur Wochenmitte, hier sind also keine Impulse für den Anleihenmarkt zu erwarten. "Die Marktteilnehmer werden sich einzig auf Reden der europäischen Notenbanker oder auf das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank konzentrieren müssen", erklärten die Experten der Landesbank Helaba in ihrem Morgenkommentar. "Die Wortmeldungen der EZB-Vertreter haben in den letzten Wochen, seit der erfolgten Zinserhöhung im Juni, vor allem bestätigt, dass die EZB nicht auf einem vorfestgelegten Zinspfad ist."/mis/stk