Bärenmarkt vorbei? Glassnode sieht erste Hinweise auf eine mögliche Bodenbildung bei Bitcoin

Glassnode erkennt bei mehreren On-Chain-Indikatoren erste Hinweise darauf, dass der Verkaufsdruck am Bitcoin-Markt nachlassen könnte: Das Ende des Bärenmarkts?
Werte in diesem Artikel
• Rückläufige Verlustrealisierung der 1- bis 2-Jahres-Halter
• Glassnode sieht erste Signale einer möglichen Bodenbildung
• 69.000 US-Dollar als nächste wichtige On-Chain-Marke
Die Kohorte der Zykluskäufer als Signalgeber
Cryptovizart, leitender Analyst bei Glassnode, verweist in einem Beitrag auf X auf eine On-Chain-Metrik, die Hinweise auf eine mögliche Bodenbildung im Bärenmarkt des Bitcoins liefern soll. Im Mittelpunkt steht dabei das realisierte Verlustvolumen von Anlegern, die ihre Bitcoin seit ein bis zwei Jahren halten. Erfasst werden damit Coins, die zuletzt zwischen Juli 2024 und Juli 2025 on-chain bewegt wurden. In diesem Zeitraum stieg der Bitcoin-Kurs von rund 62.800 auf 107.000 US-Dollar, sodass viele dieser Anleger nach dem anschließenden Kursrückgang unter Druck gerieten und Verluste realisierten.
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One of the metrics I watch most closely when trying to gauge a bear market's end is, Realized Loss volume (in USD) by the 1-2 year holders.
- cryptovizart (@cryptovizart) July 16, 2026
This age bracket captures coins last moved roughly 12 to 24 months ago, placing them closest to cycle-peak buyers. As frustration builds… https://t.co/ZVfB1VgFVl pic.twitter.com/v2W2pleOOK
Nach Einschätzung von Cryptovizart nimmt mit anhaltender Kursschwäche zunächst die Bereitschaft dieser Anlegergruppe zu, Verluste zu realisieren. Historisch sei eine Bodenbildung häufig erst dann erfolgt, wenn dieser Verkaufsdruck deutlich nachgelassen habe. Ein entsprechendes Signal sieht der Analyst nun darin, dass der 30-Tage-Durchschnitt der realisierten Verluste nach seinem jüngsten Höchststand wieder zurückgeht. Dieses Muster wertet Cryptovizart als einen der aussagekräftigsten Frühindikatoren dafür, dass die intensivste Phase der Distribution ihrem Ende entgegengehen könnte.
Der große Rahmen
Dieses Einzelsignal lässt sich in Glassnodes breiter angelegtem Analyseformat Market Compass, das die Marktlage anhand von sieben Teilindikatoren auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet, einordnen. Der übergeordnete Composite-Wert, der sich aus vier vorausschauenden Lenses zusammensetzt, lag zuletzt bei 14 von 100 und damit im Bereich "Risk-Off", einem Niveau, das laut Glassnode üblicherweise nur in ausgeprägten Bärenphasen erreicht werde.
Auffällig sei dabei, dass mehrere vorausschauende Komponenten von ihren 30-Tage-Tiefs abrückten. Die Lens "Investor Behaviour", die unter anderem Halterverhalten misst, habe sich binnen eines Monats von 15 auf 35 Punkte verbessert. Der Anteil langfristiger Halter am Gesamtangebot habe mit 88,1 Prozent einen Mehrjahreshöchststand erreicht. Als Hauptbremse des Gesamtwerts identifiziert Glassnode die Lens "Macro", die mit einem Wert von 23 vor allem durch einen im historischen Vergleich stark über seinem 200-Tage-Durchschnitt notierenden Dollarindex belastet werde.
Nächste Bewährungsprobe bei 69.000 US-Dollar
Neben der Entwicklung der realisierten Verluste hebt Glassnode in seinem Newsletter "The Week Onchain" eine weitere wichtige Kursmarke hervor: die aggregierte Kostenbasis kurzfristiger Bitcoin-Halter bei rund 69.000 US-Dollar. Dieses Niveau liegt zugleich in der Nähe des Allzeithochs aus dem Bullenmarkt 2021 und gilt aus Sicht der Analysten als entscheidender Widerstand. Erreicht der Bitcoin diesen Bereich erstmals wieder, dürfte dies eine stärkere Marktreaktion auslösen, da viele kurzfristige Anleger dort zu ihrem Einstiegskurs verkaufen könnten. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke würde nach Einschätzung von Glassnode den Weg für eine weitere Erholung ebnen, während ein Scheitern den bestehenden Seitwärtstrend bestätigen könnte.
Markus Maier, Redaktion finanzen.net
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