Devisen: Eurokurs gibt deutlich nach - Iran-Krieg verunsichert


NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Donnerstag angesichts deutlich gestiegener Ölpreise und der Verschärfung der Lage am Persischen Golf gefallen. Zudem gab die Europäische Zentralbank (EZB) keine eindeutigen Signale für eine Leitzinsanhebung im September. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1366 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte der Euro noch über 1,14 Dollar gelegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1392 (Mittwoch: 1,1408) Dollar fest.

Der deutliche Anstieg der Ölpreise und die verschärften kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sorgen für Verunsicherung. Eine Verhandlungslösung ist nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump drohte mit einer Verschärfung des Konflikts. Nach Angriffen der Huthi-Miliz im Roten Meer hat Trump dem Iran und den Huthis im Falle einer erneuten Attacke mit Vergeltung gedroht.

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Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) stieg erstmals seit zwei Monaten über 100 Dollar je Barrel. Der als sicherer Hafen geltende US-Dollar war gefragt. Zudem wird Rohöl in Dollar gehandelt. Steigende Ölpreise führen also zu einer höheren Nachfrage nach Dollar. Zudem verfügen die USA über große eigene Rohölvorkommen.

Die EZB hat ihre Leitzinsen nach ihrer Ratssitzung wie erwartet nicht erneut angehoben. "Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen", sagte Präsidentin Christine Lagarde nach der Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt. Die Notenbank will weitere Konjunkturdaten abwarten und im September über eine mögliche Leitzinserhöhung entscheiden.

Die EZB sei mit dem aktuellen Zinsniveau gut aufgestellt, "um nicht auf jede Preisschwankung reagieren zu müssen und die Entwicklungen vorerst beobachten zu können", meint Andreas Bley, Chefvolkswirt des Bankenverbandes BVR. "Angesichts der Lage am Persischen Golf stehen die Zeichen aktuell auf eine Zinserhöhung im September."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85318 (0,85340) britische Pfund, 186,23 (186,03) japanische Yen und 0,9295 (0,9268) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete 4.057 Dollar. Das waren rund 73 Dollar weniger als am Vortag./jsl/he

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