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Norwegen: Was der Zinsschritt für die Währung bedeutet


Norwegen: Was der Zinsschritt für die Währung bedeutet

Die Notenbank von Norwegen hebt erstmals seit sieben Jahren den Leitzins an, gibt sich etwa wegen der Handelskonflikte aber vorsichtiger bei den Prognosen.

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von Thomas Strohm, Euro am Sonntag

Zum ersten Mal seit 2011 hat die norwegische Notenbank ihren Leitzins erhöht. Der Zinsschritt der Norges Bank von 0,50 auf 0,75 Prozent war erwartet worden. Weil die Notenbanker sich hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen etwas vorsichtiger zeigten, wertete die Krone nach dem Zinsentscheid am Donnerstag in einer ersten Reaktion ab.

Mussten am Morgen noch rund 9,50 Kronen für einen Euro gezahlt werden, waren es gegen Mittag circa 9,62 Kronen. Analysten erwarten in den nächsten Monaten eine Aufwertung der norwegischen Devise zum Euro. Für risikobereite Anleger könnte die jüngste Wechselkursbewegung eine Gelegenheit sein, um auf die Krone zu setzen.

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Für 2019 zwei Zinsschritte erwartet

Die Notenbanker verwiesen bei ihrer Begründung für den Zinsschritt auf die stabile wirtschaftliche Entwicklung und die geringe Arbeitslosigkeit. "Der Aufschwung der norwegischen Wirtschaft setzt sich fort", sagte Norges-Bank-Chef Øystein Olsen. Zudem ist die Kerninflation nahe an der Zielmarke der Notenbanker, die bei zwei Prozent liegt. Die Verbraucherpreise stiegen im August um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, die Kerninflationsrate ohne Energie- und Lebensmittelpreise lag bei 1,9 Prozent. Besorgt zeigten sich die Notenbanker über die Folgen des US-Protektionismus, die Handelskonflikte und die Turbulenzen in einigen Schwellenländern. Sie signalisierten ihren nächsten Zinsschritt für das erste Quartal 2019.

Die Analysten der ING rechnen für den März damit und mit einer weiteren Zinserhöhung bis Ende des kommenden Jahres. Der Zinsvorteil gegenüber der Eurozone würde damit wachsen, die EZB will ihren Leitzins bis nach dem Sommer 2019 bei null Prozent belassen.

Krone dürfte zum Euro aufwerten

Viele Analysten rechnen mit einer Aufwertung der Krone auf Sicht eines Jahres, Abweichungen gibt es bei der prognostizierten Stärke der Bewegung. So sehen die DZ-Bank-Experten den Kurs bei 9,40 Kronen je Euro, bei der Unicredit rechnet man mit 9,00 Kronen, der Marktkonsens liegt für Ende 2019 bei 9,10 Kronen für einen Euro.

Anleger, die auf eine stärkere Krone setzen wollen, können dies mithilfe von Fremdwährungsanleihen machen. Ein Bond der Deutschen Telekom in norwegischen Kronen (ISIN: XS 185 899 870 8)verspricht bei Laufzeit bis Juli 2023 zum aktuellen Börsenkurs in Kronen eine Rendite von 2,3 Prozent per annum.

Mutigere Anleger können zu einem Zertifikat der Société Générale greifen (DE 000 SC7 TYY 0), das die Wechselkursentwicklung mit einem Hebel von derzeit 3,4 abbildet. Wertet die Krone doch ab, gibt es entsprechende Einbußen. Die Barriere, bei der Totalverlust droht, ist zurzeit 27 Prozent entfernt.





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