Krisensicher?

Bitcoin und Gold als Krisenformel? Darum rät Tether-CEO Ardoino jetzt zum Kauf


Bitcoin und Gold als Krisenformel? Darum rät Tether-CEO Ardoino jetzt zum Kauf

Tether-Chef Paolo Ardoino setzt in unsicheren Zeiten offen auf Bitcoin und Gold. Doch wie belastbar seine Krisenformel wirklich ist, zeigt sich erst Wochen später.

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  • Tether-Chef Paolo Ardoino nennt Bitcoin und Gold seinen Schutz vor Krisen
  • Auslöser war eine Verdopplung der US-Anleihen-Rückkäufe im August
  • Fed-Chef Warsh dämpfte die Euphorie mit scharfen Tönen zur Inflation

Tether-CEO Paolo Ardoino brachte Mitte August eine einfache Formel in Umlauf: Bitcoin plus Gold würden demnach einen Schutz vor dem Untergang ergeben. Wenige Tage später lieferte die US-Regierung selbst den Praxistest, mit einer geldpolitischen Maßnahme, die beide Anlagen gleichzeitig beflügelte.

Der Auslöser: Bessents Milliarden-Rückkäufe

Mitte August kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen im Laufzeitbereich zehn bis 30 Jahre mindestens zu verdoppeln, von 2 auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar je Operation. Die Ankündigung drückte die Renditen langlaufender Anleihen und den Dollar spürbar nach unten. Sowohl Bitcoin als auch der Goldpreis reagierten prompt und zogen in den folgenden Tagen deutlich an, denn schwächere Realrenditen und ein schwächerer Dollar machen zinslose Wertspeicher wie Gold und Bitcoin tendenziell attraktiver.

Ardoinos Logik: Der Debasement-Trade

"Bitcoin plus Gold ergeben einen Schutz vor dem Untergang", schrieb Ardoino am 20. August auf X.

Die dahinterliegende These: Gold ist vor allem in Angstphasen gefragt, Bitcoin profitiert dagegen von zusätzlicher Liquidität, wie sie durch genau solche Eingriffe entsteht. In den 30 Tagen bis zum 25. August legte Bitcoin um 23 Prozent zu, Gold um 15 Prozent. In der Woche nach der Ankündigung beschleunigte sich das Bild: Gold verbuchte die stärkste Fünf-Wochen-Serie seit Jahren, Bitcoin sprang binnen drei Tagen um 22 Prozent und streifte kurzzeitig die Marke von 80.000 US-Dollar. Star-Investor Ray Dalio riet Anlegern angesichts wachsender US-Schulden, in Gold und Bitcoin übergewichtet zu bleiben.

Der nächste Test: Der Fed-Zinsentscheid im September

Ganz ungetrübt blieb die Bilanz der Krisenformel von Ardoino zuletzt jedoch nicht: Am 28. August warnte der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh in seiner Rede in Jackson Hole, die zugrunde liegende Inflation habe sich nicht spürbar verbessert, die Notenbank habe noch "Arbeit vor sich". Daraufhin gab vor allem der Goldpreis nach. Ob Ardoinos Formel über kurzfristige Ausschläge hinaus trägt, dürfte sich vor allem an der nächsten Fed-Zinsentscheidung im September zeigen: Fällt sie so aus, wie es die Anleihen-Rückkäufe nahelegen, bekäme die Debasement-These weiteren Rückenwind. Signalisiert die Notenbank dagegen Straffung, wäre genau das der Moment, an dem sich zeigt, wie belastbar die Kombination aus Bitcoin und Gold in der Praxis wirklich ist.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

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