Ölpreisschock dreht sich um: Iran-Pause drückt Brent um 7 Prozent - Bitcoin hält 65.000 Dollar vor dem FOMC
Eine kurzfristige Pause der US-iranischen Angriffe an der Straße von Hormuz ließ den Ölpreis um 7 Prozent einbrechen und entlastete Risikoassets - Bitcoin hält die 65.000-Dollar-Marke, Bitcoin-ETFs verzeichnen den dritten Wochenzufluss in Folge, und morgen entscheidet die Fed.
Das Wichtigste in Kürze:
- Eine kurzfristige Pause der gegenseitigen US-iranischen Angriffe an der Straße von Hormuz ließ Brent-Rohöl um rund 7 Prozent einbrechen und hob die Stimmung bei Risikoassets - Bitcoin hält sich am 28. Juli 2026 knapp über der 65.000-Dollar-Marke.
- US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten trotz 465 Millionen US-Dollar Abflüssen am Ende der Vorwoche den dritten aufeinanderfolgenden Wochenzufluss - BlackRock dominiert die Flows auf beiden Seiten.
- Morgen um rund 20:00 Uhr MESZ trifft die Fed ihre Zinsentscheidung: 69,5 Prozent Pausenwahrscheinlichkeit, 30,5 Prozent Chance auf eine Erhöhung um 25 Basispunkte - gleichzeitig treiben wachsende US-Staatsschulden neue Anleger in Bitcoin und Gold.
Der Kryptomarkt atmet am 28. Juli 2026 auf - nicht wegen der Fed, sondern wegen des Persischen Golfs. Eine kurzfristige Pause der US-iranischen Angriffe an der Straße von Hormuz ließ Brent-Rohöl um rund 7 Prozent einbrechen (laut CoinDesk, 27. Juli 2026) und nahm damit einen der wichtigsten Inflationstreiber des Sommers zumindest vorübergehend aus dem Markt. Bitcoin notierte am Dienstag bei rund 64.438 US-Dollar (laut CoinDesk/eToro, 27. Juli 2026) und hielt damit knapp über der psychologischen 65.000-Dollar-Marke, an der sich der Markt in den vergangenen zwei Wochen wiederholt die Zähne ausgebissen hatte. Parallel dazu wuchs der Anteil von Anlegern, die Bitcoin und Gold als Schutz vor einer möglichen Dollarschwäche durch steigende US-Staatsschulden kaufen - ein Narrativ, das zuletzt im ersten Quartal 2024 Kursschübe ausgelöst hatte.
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ETF-Flows: Dritter Wochenzufluss trotz Freitagsabflüssen
Das strukturell wichtigste Signal der vergangenen Woche kam von den ETF-Desks. US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten den dritten aufeinanderfolgenden Wochenzufluss - trotz 465 Millionen US-Dollar Nettoabflüssen allein am Freitag. Der Großteil der Bewegung auf beiden Seiten war in BlackRocks iShares Bitcoin Trust konzentriert, der rund 415 Millionen US-Dollar der Freitagsabflüsse auf sich vereinte. Das Muster zeigt: Die institutionelle Nachfrage kehrt zurück, bleibt aber konzentriert auf einen einzigen Anbieter und ist damit fragiler als ein breiter Zuflusstrend. Standard Chartered hält sein Kursziel von 100.000 US-Dollar bis Jahresende aufrecht (laut wallstreetONLINE, 26. Juli 2026).
Zcash Ironwood-Upgrade heute aktiv
Neben den Makrotreibern steht heute ein coin-spezifischer Katalysator auf dem Programm: Das Zcash-Ironwood-Upgrade aktivierte am 28. Juli 2026 einen neuen Shielded Pool, der die Verifikation der umlaufenden Geldmenge stärkt und den Zakura-Client für Transaktionen im Visa-Maßstab vorbereitet (laut Coinbase-Produktseite, 28. Juli 2026). Zcash legte in den vergangenen 24 Stunden rund 5 Prozent auf rund 501 US-Dollar zu. Parallel stellte BitMEX nach mehr als einem Jahrzehnt seinen Handelsbetrieb ein - ein stilles Ende für eine Plattform, die in der Frühphase des institutionellen Krypto-Handels eine zentrale Rolle spielte (laut BTC-ECHO, 26. Juli 2026).
Ethereum und Solana: Abwarten vor dem FOMC
Ethereum notierte bei rund 1.882 US-Dollar, nahezu unverändert gegenüber dem Vortag (laut eToro, 28. Juli 2026). Solana hielt sich bei rund 73 bis 75 US-Dollar. Beide Assets bewegten sich in einem engen Band - ein typisches Muster in den 24 Stunden vor einem FOMC-Entscheid, wenn Trader neue Positionen vermeiden und bestehende absichern. BlackRock und Coinbase gaben bekannt, gemeinsam in Bitcoin-Sicherheitsinfrastruktur zu investieren, um das Netzwerk gegen potenzielle Angriffe durch Quantencomputer zu wappnen (laut BTC-ECHO, 26. Juli 2026) - eine langfristig relevante Entwicklung, die kurzfristig kaum Kurswirkung entfaltet.
Der heutige Abend gehört der Fed. Morgen um rund 20:00 Uhr MESZ gibt die Federal Reserve ihre Zinsentscheidung bekannt - gefolgt von Kevin Warshs Pressekonferenz um 20:30 Uhr MESZ. Für Bitcoin ist nicht die Entscheidung selbst entscheidend, sondern die Formulierung: Bekräftigt Warsh den Inflationskampf als offen, steigt der Druck auf die September-Erhöhungs-Odds. Signalisiert er dagegen, dass die jüngsten Daten - schwache NFPs, niedriger CPI - die Lage verändert haben, könnte Bitcoin den Ausbruch über 67.000 US-Dollar vollziehen, den der Optionsmarkt mit 2,5 Milliarden US-Dollar Nominalwert bis Ende Juli eingepreist hat.
Dominik Teichgräber, Redaktion TraderFox (finanzen.net).
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