Marktausblick

Bitcoin: Analyst sieht Kurs bis Ende 2026 wieder bei 100.000 Dollar


Bitcoin: Analyst sieht Kurs bis Ende 2026 wieder bei 100.000 Dollar

Bitcoin notiert rund die Hälfte unter seinem Rekordhoch aus dem Oktober 2025. Ein Stratege von 21Shares hält jedoch eine Erholung auf 100.000 US-Dollar für möglich.

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Bitcoin liegt rund 50 Prozent unter dem Rekordhoch von 126.223 US-Dollar aus Oktober 2025
•Vier-Jahres-Zyklus, steigende Inflation und abgebauter Kredithebel belasten den Kurs
•21Shares-Stratege Adrian Fritz erwartet eine Erholung auf 100.000 US-Dollar bis Ende 2026

Seit Oktober im Sinkflug

Bitcoin notierte Mitte 2026 rund 50 Prozent unter seinem Rekordhoch von 126.223 US-Dollar aus dem Oktober 2025 und befand sich damit zu diesem Zeitpunkt im tiefsten und am längsten anhaltenden Bärenmarkt seit dem Kollaps der Kryptobörse FTX 2022, wie aus einer Analyse des Vermögensverwalters 21Shares vom Juni 2026 hervorgeht. Ausgelöst wurde der Ausverkauf demnach am 10. Oktober 2025 durch die überraschende Ankündigung eines hundertprozentigen US-Zolls auf chinesische Importe, der binnen 24 Stunden gehebelte Positionen im Wert von 19 Milliarden US-Dollar auslöschte und das offene Interesse bei unbefristeten Futures um 43 Prozent einbrechen ließ. Seitdem befindet sich der Kurs in einem fast siebenmonatigen Rückgang von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Höchststand. Die Talfahrt ist damit die längste seit 2022 ein, als der Zusammenbruch mehrerer großer Marktteilnehmer den Kurs um 76 Prozent auf 16.000 US-Dollar drückte.

Drei Gründe für den Bärenmarkt

Vier Analysten nennen gegenüber Fortune drei Faktoren für die anhaltende Schwäche. Zum einen habe sich Bitcoin über mehr als ein Jahrzehnt in einem Vierjahreszyklus bewegt, in dem auf drei Jahre steigender Kurse jeweils ein Jahr des Rückgangs folgte, erklärt Matt Hougan, Investmentchef des Vermögensverwalters Bitwise. Anleger seien inzwischen auf dieses Muster konditioniert, weshalb langfristige Bitcoin-Halter bereits gegen Ende 2025 begonnen hätten, Positionen zu reduzieren. Zum anderen belaste die im Juni 2026 auf 4,1 Prozent gestiegene Jahresinflation den Kurs, bedingt durch steigende Ölpreise infolge des Konflikts der USA mit dem Iran, so Zach Pandl, Forschungsleiter beim Vermögensverwalter Grayscale. Die Federal Reserve könnte deshalb die Zinsen anheben, was riskantere Anlagen wie Kryptowährungen zugunsten sicherer verzinster Anlagen unattraktiver mache. Als dritten Faktor führen Hougan und Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant, den Abbau von Kredithebeln an. Das Unternehmen Strategy hatte in den Jahren 2024 und 2025 rund 4 Prozent der gesamten Bitcoin-Versorgung über neu ausgegebene Aktien und Anleihen finanziert. Mit dem fallenden Bitcoin-Kurs geriet dieses Modell unter Druck, die Strategy-Aktie verlor seit Oktober 2025 75 Prozent an Wert.

Strategy-Verkauf und ETF-Abflüsse verstärken den Druck

Laut einer Marktanalyse von 21Shares vom 4. Juni 2026 verkaufte Strategy in jener Woche erstmals seit 2022 wieder Bitcoin, konkret 32 BTC im Wert von rund 2,5 Millionen US-Dollar und damit 0,0038 Prozent des Firmenbestands. Es handelte sich demnach um den einzigen Verkauf innerhalb von mehr als 100 Transaktionen in fast fünf Jahren, dessen Umfang für sich genommen unbedeutend sei, der jedoch die Stimmung im gesamten Ökosystem belastet habe. Parallel dazu verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs eine Abflussserie von rund 4 Milliarden US-Dollar über zwölf Handelstage in Folge, die stärkste seit Ende 2025, wodurch sich die Nettomittelflüsse für das Jahr 2026 auf minus 1,9 Milliarden US-Dollar drehten. Die gesamten ETF-Bestände von rund 1,27 Millionen Bitcoin, etwa 6,4 Prozent des Angebots und rund 82 Milliarden US-Dollar, lagen damit nur 7 Prozent unter ihrem Höchststand. Zusätzlich lösten Liquidationen von long positionierten Krypto-Anlegern in Höhe von knapp 3 Milliarden US-Dollar weiteren Kursdruck aus, während sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärfte und der Ölpreis um rund 7 Prozent anstieg.

Bitcoin-Schatzgesellschaften unter Druck

Rund 200 börsennotierte Unternehmen halten Bitcoin als strategisches Vermögen, mit zusammen fast 1,28 Millionen BTC, wie aus dem halbjährlichen State-of-Crypto-Bericht von 21Shares vom Juni 2026 hervorgeht. Der Gesamtwert dieser Unternehmensbestände liegt demnach bei den Kursen von Juni 2026 bei rund 100 Milliarden US-Dollar. Strategy bleibt mit mehr als 845.000 BTC zu durchschnittlichen Anschaffungskosten von rund 75.700 US-Dollar der mit Abstand größte Halter und hält damit über 4 Prozent aller im Umlauf befindlichen Bitcoin, notiert jedoch unter seinem durchschnittlichen Einstandspreis. Das Unternehmen verkaufte im Zuge dessen erstmals seit vier Jahren wieder Bitcoin, um Dividenden auf Vorzugsaktien zu finanzieren, kaufte jedoch bereits eine Woche später wieder zu. Von den 18 größten Bitcoin-Schatzgesellschaften notierten zu diesem Zeitpunkt 13 unter dem Wert ihrer Bitcoin-Bestände. Dazu zählen auch Nakamoto Holdings, das Bitcoin mit einem realisierten Verlust von rund 40 Prozent verkaufte, während die eigene Aktie rund 99 Prozent unter ihrem Hoch aus dem Jahr 2025 notierte, sowie Mara, das mehr als 15.000 BTC zur Tilgung von Wandelanleihen liquidierte.

Analysten erwarten Erholung auf 100.000 US-Dollar

Trotz der Talfahrt hält 21Shares in einer weiteren Analyse vom 8. Juli 2026 an seinem Basisszenario einer Erholung auf 100.000 US-Dollar bis Ende 2026 fest. Der Kursbereich von rund 60.000 US-Dollar liege in dem Fenster, in dem alle drei bisherigen Bitcoin-Zyklen ihren Tiefpunkt erreichten, etwa ein Jahr nach dem jeweiligen Höchststand und zweieinhalb Jahre nach dem Halving. Käufe in diesem Zeitfenster hätten historisch im Schnitt eine Wertsteigerung von rund 130 Prozent bis zum nächsten Halving gebracht. Ein Bruch der Marke von 58.000 US-Dollar auf Wochenschlusskursbasis würde die Zone von 50.000 bis 55.000 US-Dollar eröffnen. Der Kursrückgang von rund 50 Prozent falle zudem deutlich milder aus als die Bärenmärkte früherer Zyklen mit teils mehr als 80 Prozent Kursverlust, und der Kurs sei bislang nicht unter die aggregierte Kostenbasis der Anleger von 54.000 US-Dollar gefallen, wie 21Shares in seinem Mid-Year-Update festhält. Die Zahl der Wallets mit Bitcoin-Beständen wachse demnach weiter, was die vorsichtig optimistische Einschätzung stütze. Adrian Fritz, Chefanlagestratege von 21Shares, geht laut Fortune davon aus, dass Bitcoin im Sommer 2026 einen Boden findet, und rechnet mit einer Erholung auf 100.000 US-Dollar bis Ende 2026, sofern die Zinsen gesenkt werden und der Konflikt mit dem Iran endet.

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Godlikeart / Shutterstock.com , 3Dsculptor / Shutterstock.com

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11.01.16 Microstrateg a Buy Deutsche Bank AG