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Bitcoin unter Druck: Zwei mächtige Belastungsfaktoren sorgen zeitweise für Rutsch unter 83.000-Dollar-Marke


Bitcoin unter Druck: Zwei mächtige Belastungsfaktoren sorgen zeitweise für Rutsch unter 83.000-Dollar-Marke

Zwei Kräfte, die mit Kryptowährungen auf den ersten Blick wenig zu tun haben, ziehen Bitcoin & Co. zum Wochenstart nach unten.

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  • Bitcoin und andere Kryptowährungen geben zum Wochenstart nach
  • Hohe Anleiherenditen machen zinslose Anlagen wie Bitcoin weniger attraktiv
  • Im Iran-Konflikt fehlt ein Durchbruch, das hält die Inflationssorgen wach

Steigende Anleiherenditen und der festgefahrene Konflikt zwischen den USA und dem Iran setzen Bitcoin zum Wochenstart unter Druck und ziehen den gesamten Kryptomarkt mit nach unten. Die größte Kryptowährung verbilligt sich auf Coinmarketcap zeitweise um rund zwei Prozent und nimmt den Kampf um die Marke von 83.000 US-Dollar auf. Auch die meisten anderen Kryptowährungen notierten schwächer: Ethereum fällt um 2,0 Prozent auf 2.655 US-Dollar, Binance Coin verliert 2,2 Prozent auf 761 US-Dollar und Ripple zeigt sich rund drei Prozent tiefer bei 1,49 US-Dollar. In der Vorwoche hatte noch die Hoffnung auf eine kryptofreundlichere Regulierung in den USA den Kurs gestützt.

"Die Serie der Gewinnmitnahmen scheint offensichtlich noch nicht abgeschlossen", kommentierte Analyst Timo Emden von Captrader das Handelsgeschehen. "Ein Bündel aus geopolitischen Risiken und geldpolitischen Unwägbarkeiten dämpft derzeit den Risikoappetit der Anleger."

US-Renditen steigen auf den höchsten Stand seit 2007

Der wichtigste Belastungsfaktor kommt vom Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte über die Marke von fünf Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2007. Auch in Japan stiegen die Renditen auf Niveaus, die es seit rund drei Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Hinter dem weltweiten Anstieg steht die wachsende Überzeugung am Markt, dass die großen Notenbanken ihren straffen Kurs beibehalten, um die hartnäckige Inflation einzudämmen.

Fed und Bank of Japan drehen an der Zinsschraube

Beide Zentralbanken haben im September nachgelegt. Die US-Notenbank Federal Reserve hob den Leitzins am 16. September einstimmig um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an. Es war die erste Erhöhung seit Juli 2023, und 16 der 18 Mitglieder des Offenmarktausschusses rechnen noch in diesem Jahr mit einem weiteren Schritt. Die Bank of Japan zog am 18. September nach und setzte ihren Leitzins auf 1,25 Prozent, das höchste Niveau seit 1995.

Für Bitcoin ist das ein ungünstiges Umfeld. Die Kryptowährung wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Je mehr sichere Staatsanleihen rentieren, desto höher fallen die Opportunitätskosten für das Halten zinsloser, spekulativer Anlagen aus. Zugleich entziehen höhere Leitzinsen den Märkten Liquidität, von der risikoreiche Anlageklassen in Phasen lockerer Geldpolitik besonders profitiert haben.

Iran-Konflikt hält Energiepreise und Inflation hoch

Der zweite Belastungsfaktor ist geopolitisch, hängt aber eng mit dem ersten zusammen. Die gestiegenen Energiekosten infolge des Konflikts zählen in diesem Jahr zu den wichtigsten Inflationstreibern. Solange die Straße von Hormus blockiert bleibt, durch die vor Kriegsbeginn etwa ein Fünftel des weltweiten Öls floss, fehlt den Notenbanken ein wesentlicher Grund, ihre Zinspolitik wieder zu lockern.

Am Wochenende gab es kaum Anzeichen für Entspannung. US-Präsident Donald Trump lehnte am Samstag einen auf sieben Tage angelegten Vorschlag Teherans ab, der die Wiederöffnung der Meerenge und ein Ende der Kampfhandlungen vorsah. In einem Fernsehinterview am Sonntag wollte er weitere Militärschläge gegen den Iran nicht ausschließen. Irans Außenminister Abbas Araghchi stellte zwar eine Öffnung der Meerenge im Rahmen einer Einigung in Aussicht, knüpft diese aber an die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und die Erlaubnis, Öl zu verkaufen.

Anleger aufgepasst: Was jetzt für den Bitcoin-Kurs entscheidend ist

Trump rechnet damit, dass die Gespräche mit Teheran in dieser Woche wieder aufgenommen werden. Ob daraus ein belastbarer Fahrplan zur Öffnung der Straße von Hormus entsteht, dürfte für die Stimmung am Kryptomarkt ebenso wichtig sein wie die Frage, ob sich die zehnjährige US-Rendite oberhalb von fünf Prozent festsetzt.

Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

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