Steuerfragen

Steuertipps: Das gibt es über die Besteuerung von NFTs zu wissen

01.07.26 06:46 Uhr

NFTs und Steuern: Was Sie wissen müssen | finanzen.net

Zur Besteuerung von NFTs gibt es derzeit noch keine verbindlichen Vorgaben. Deshalb ist es ratsam, dass die steuerliche Einordnung nach ähnlichen Steuerfällen erfolgt.

Werte in diesem Artikel
Devisen

50.371,1477 CHF 147,7653 CHF 0,29%

54.815,6774 EUR 156,7201 EUR 0,29%

46.958,1935 GBP 134,2553 GBP 0,29%

10.121.395,1784 JPY 28.937,4531 JPY 0,29%

62.717,3770 USD 179,3114 USD 0,29%

182,6288 CHF -1,5260 CHF -0,83%

198,7431 EUR -1,6756 EUR -0,84%

170,2545 GBP -1,4354 GBP -0,84%

36.696,7590 JPY -309,3859 JPY -0,84%

227,3920 USD -1,9171 USD -0,84%

50.366,9131 CHF 155,7372 CHF 0,31%

54.811,0691 EUR 165,3964 EUR 0,30%

46.954,2458 GBP 141,6879 GBP 0,30%

10.120.544,2788 JPY 30.539,4797 JPY 0,30%

62.712,1044 USD 189,2383 USD 0,30%

50.429,0605 CHF 181,6616 CHF 0,36%

54.878,7001 EUR 193,6053 EUR 0,35%

47.012,1823 GBP 165,8532 GBP 0,35%

10.133.031,9543 JPY 35.748,0982 JPY 0,35%

62.789,4844 USD 221,5136 USD 0,35%

11,4075 CHF 0,0009 CHF 0,01%

12,4141 EUR 0,0001 EUR 0,00%

10,6346 GBP 0,0001 GBP 0,00%

2.292,1913 JPY 0,0116 JPY 0,00%

• Zur steuerlichen Regelung von NFTs gibt es noch keine verbindlichen Vorgaben
• Hersteller von NFTs sollten zwischen gewerblicher Einordnung und Einkünften aus einer künstlerischen Tätigkeit wählen
• Beim Handel mit NFTs wird zwischen gewerblichem und privatem Handel unterschieden

Bisher keine verbindlichen Vorgaben

Wie die Rechtsanwälte & Steuerberater Winheller auf ihrer Website erklären, handelt es sich bei NFTs um nicht austauschbare Token. Dies unterscheidet sie von "Fungible Tokens" wie dem Bitcoin. Während verschiedene Bitcoins einzeln betrachtet immer den gleichen Wert haben, sind NFTs einzigartig. Bisher kommen solche NFTs meist als sogenannte Artwork-NFTs vor, die ein künstlerisches Bild verkörpern. Da das Thema rund um NFTs noch relativ neu ist, gibt es zur steuerlichen Regelung bisher keine verbindlichen Vorgaben. Trotzdem existieren erste richtungsweisende Überlegungen, wie steuerlich mit NFTs umzugehen ist.

Hersteller von NFTs

Als Hersteller von NFTs kann die steuerliche Beurteilung, wie Winheller erklärt, auf zwei verschiedenen Wege erfolgen. Bei der Herstellung von digitalen Kunstwerken (minten) sind Einkünfte aus einer künstlerischen Tätigkeit plausibel. Eine künstlerische Tätigkeit liegt dann vor, wenn der Steuerpflichtige "eine eigenschöpferische Tätigkeit mit einer gewissen Gestaltungshöhe erbringt." Bei selbst geschaffenen und anspruchsvollen Kunstwerken können Hersteller von NFTs in diese Einkunftsart fallen.

Eine weitere Möglichkeit ist die gewerbliche Einordnung der Einkunftsart. In solchen Fällen geht das Finanzamt beim Online-Handel mit Kunstwerken von einer gewerblichen Tätigkeit aus. Diese steuerliche Einordnung hat jedoch auch einige Nachteile für den Steuerpflichtigen, da dieser zum Beispiel ebenfalls eine Gewerbesteuer zahlen muss.

Welcher der beiden steuerlichen Fälle jeweils zutrifft, muss im Einzelfall entschieden werden. "Da sich bislang weder Gerichte zu dieser Thematik geäußert haben noch ein klarstellendes Schreiben des BMF (Bundesfinanzministeriums) vorliegt, besteht für Hersteller von NFTs in vielen Fällen eine große Rechtsunsicherheit. Um diese zu beseitigen, empfiehlt es sich, den konkreten Sachverhalt durch erfahrene Experten im Bereich Kryptosteuerrecht prüfen zu lassen", erklärt Winheller.

Handel mit NFTs

Doch außer den Herstellern von NFTs, stellt sich die Frage nach der Versteuerung auch für die Einnahmen von solchen, die NFTs kaufen und gewinnbringend verkaufen. Zu unterscheiden sind auch hier zwei Fälle: der gewerbliche Handel und der private Handel. Welcher der beiden Fälle jeweils zutrifft, ist auch hier stets je nach Einzelfall zu entscheiden.

Für die Einordnung in den gewerblichen NFT-Handel ist es laut Winheller ratsam, die vom Bundesfinanzhof (BFH) bislang entwickelten Abgrenzungskriterien zum Wertpapier- und Devisenhandel heranzuziehen und deren Grundsätze anzuwenden. Demnach liegt eine Gewerblichkeit vor, wenn man der Tätigkeit eines Händlers nachgeht oder bei bankentypischem Vorgehen. Miteinzubeziehen, jedoch nicht ausschlaggebend hierfür, ist, in welchem Umfang mit NFTs gehandelt wird. Weitere Anzeichen für den gewerblichen Handel sind zum Beispiel "das Unterhalten eines Büros oder einer Organisation zur Durchführung von Geschäften, das Ausnutzen eines Marktes durch Einsetzung spezieller beruflicher Erfahrungen bzw. Kenntnisse oder das Anbieten von Kryptowerten gegenüber einer breiten Öffentlichkeit". Die Einordnung in den gewerblichen Handel bringt für den Steuerpflichtigen, wie auch im Fall des Herstellers von NFTs, finanzielle Nachteile mit sich, da sowohl eine Gewerbesteuer zwischen sieben und 20 Prozent erbracht werden muss und jeder Gewinn unabhängig von einer Haltefrist besteuert wird.

"Nach Ansicht der Finanzverwaltung fallen Kryptowährungen unter das Merkmal ‘anderes Wirtschaftsgut’, weshalb der Verkauf ein privates Veräußerungsgeschäft […] darstellt.", erklärt Winheller. Vermutlich werden die Finanzämter diese Ansicht auch für die steuerliche Einordnung von NFTs übernehmen, da die öffentliche Hand meist nicht zwischen einzelnen Feinheiten, wie dem Unterschied zwischen Fungible Token und Non-Fungible Token unterscheidet. Demnach handelt es sich bei privaten Kryptoinvestoren, die beim Verkauf von NFTs keinem gewerblichen Geschäft nachgehen, um ein privates Veräußerungsgeschäft. Erfolgt der Verkauf des NFTs innerhalb eines Jahres nach Kauf desselben, ist eine Besteuerung der Gewinne anhand des persönlichen Einkommensteuersatzes fällig. Nach Ablauf dieser Frist können private Kryptoinvestoren die Gewinne steuerfrei erwirtschaften.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

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