State Street All Country World ETF: Mehr Positionen, weniger USA, aber trotzdem mehr Technologie

Der zweitgrößte ACWI-ETF liefert bei genauerem Hinsehen einige überraschende Erkenntnisse darüber, wie sich ein wirklich weltweit gestreutes Investment von einem klassischen Welt-ETF unterscheidet.
Werte in diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze:
- Der ETF deckt mit über 2.200 Positionen sowohl Industrie- als auch Schwellenländer ab, wodurch der USA-Anteil spürbar sinkt.
- Überraschenderweise liegt der Technologieanteil trotzdem leicht über dem eines klassischen MSCI-World-ETFs, weil auch wichtige Schwellenländer wie Taiwan und Südkorea stark technologiegeprägt sind.
- Über fünf Jahre lag der Fonds knapp hinter dem klassischen Welt-ETF zurück, in den vergangenen zwölf Monaten hat sich das Blatt jedoch gewendet.
Der zweitgrößte, aber günstigste etablierte ACWI-ETF
Der State Street SPDR MSCI All Country World UCITS ETF USD Unhedged (Acc) bildet den MSCI All Country World Index nach, der große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern weltweit bündelt. Mit einem Fondsvolumen von 15 Mrd. Euro ist er der zweitgrößte ETF auf diesen Index, hinter dem iShares MSCI ACWI UCITS ETF, aber bereits deutlich vor dem dahinter folgenden Amundi-Pendant. Bei den Kosten liegt er mit 0,12 Prozent pro Jahr abgesehen von zwei kleinen BNP-Paribas-Varianten mit unter 100 Millionen Euro Fondsvolumen am günstigsten unter allen etablierten ACWI-ETFs. Deutlich günstiger auch als der größere iShares-Fonds mit 0,20 Prozent und erst recht als die swap-basierten Amundi-Varianten mit jeweils 0,45 Prozent. Der Fonds bildet seinen Index über ein Optimiertes-Sampling-Verfahren nach, thesauriert seine Erträge und wurde bereits im Mai 2011 aufgelegt.
Warum ein ACWI-ETF anders zusammengesetzt ist als ein klassischer Welt-ETF
Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen MSCI-World-ETF liegt im erweiterten Anlageuniversum. Während ein reiner Welt-ETF nur Industrieländer abbildet, bezieht dieser Fonds zusätzlich 24 Schwellenländer wie Taiwan, Südkorea, China und Indien mit ein. Das zeigt sich direkt in mehreren Kennzahlen. Erstens sinkt der USA-Anteil von den für einen klassischen Welt-ETF typischen etwa 68 Prozent auf hier 60,4 Prozent, da sich das zusätzliche Gewicht der Schwellenländer notwendigerweise von irgendwoher nehmen muss, in diesem Fall vor allem vom sonst dominanten US-Anteil. Zweitens sind die Einzelpositionen etwas niedriger gewichtet als in einem klassischen Welt-ETF, NVIDIA kommt hier auf 4,78 Prozent statt der in reinen Welt-ETFs üblichen 5,4 bis 5,8 Prozent. Mit aktuell 2.244 enthaltenen Werten gegenüber üblicherweise 1.300 bis 1.500 in einem klassischen Welt-ETF verteilt sich das Fondsvermögen auf mehr Schultern, was die relative Gewichtung jeder einzelnen Position automatisch verringert, selbst wenn sich am eigentlichen Unternehmen nichts ändert.
Besonders überraschend ist eine dritte Erkenntnis. Der Technologieanteil liegt mit 32,6 Prozent sogar leicht über dem eines klassischen MSCI-World-ETFs, der aktuell bei knapp 31 Prozent liegt. Der Grund dafür ist, dass gerade die für diesen Fonds wichtigsten Schwellenländer, allen voran Taiwan mit Taiwan Semiconductor und Südkorea mit Samsung und SK Hynix, selbst außergewöhnlich technologiegeprägte Volkswirtschaften sind. Wer also einen ACWI-ETF statt eines klassischen Welt-ETFs wählt, tauscht einen Teil der US-Technologielastigkeit nicht gegen eine breitere Branchenstreuung, sondern gegen zusätzliche, asiatische Technologielastigkeit ein.
NVIDIA, Apple und Microsoft weiterhin an der Spitze
Die zehn größten Positionen vereinen 25,1 Prozent des Fondsvermögens, angeführt von NVIDIA mit 4,78 Prozent, Apple mit 4,47 Prozent und Microsoft mit 3,08 Prozent. Also von denselben drei Unternehmen, die auch in praktisch jedem klassischen Welt- oder US-ETF die Spitze belegen. Erst auf Platz sieben taucht mit Taiwan Semiconductor Manufacturing und 1,80 Prozent die erste Position aus einem Schwellenland auf. Ein Beleg dafür, dass trotz der breiteren Länderstreuung die größten und wertvollsten Unternehmen der Welt weiterhin überwiegend aus den USA stammen.
Warum der Fonds über fünf Jahre schwächer, über ein Jahr aber stärker lief
Über fünf Jahre liegt der Fonds mit 72,9 Prozent leicht hinter einem klassischen MSCI-World-ETF (hier dem iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)) mit 76,4 Prozent zurück. In den vergangenen Jahren dominierten vor allem US-amerikanische Technologiewerte die globale Aktienmarktrendite, während viele Schwellenländer, insbesondere China, unter regulatorischen Eingriffen, einer schwächeren Konjunktur und zeitweise auch politischen Spannungen litten. Ein Fonds, der einen Teil seines US-Gewichts durch Schwellenländer ersetzt, blieb in einer solchen Phase folgerichtig etwas hinter einem reinen Industrieländer-Fonds zurück. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich dieses Bild jedoch umgekehrt. Mit 25,3 Prozent liegt dieser ACWI-Fonds vor den 22,1 Prozent des klassischen Welt-ETFs, getragen von einer kräftigen Erholung asiatischer Technologiewerte im Zuge des globalen KI- und Speicherchip-Booms sowie von einem im Jahresverlauf 2025 deutlich schwächeren US-Dollar, der Investitionen außerhalb der USA zusätzlichen Rückenwind verschaffte. Ein ACWI-ETF dürfte zukünftig somit dann besser abschneiden als ein klassischer Welt-ETF, wenn Schwellenländer, insbesondere die asiatischen Technologiemärkte, den etablierten Industrieländern und insbesondere den USA verstärkt den Rang ablaufen können sowie in Phasen eines schwächeren US-Dollars. Seine Grenzen zeigt der Ansatz dagegen, wenn US-Technologiewerte wie in den vergangenen Jahren weiterhin überproportional stark bleiben, dann bremst die zusätzliche Schwellenländer-Beimischung die Gesamtrendite eher, als sie zu steigern.
Niedrigere Volatilität, aber ein nahezu identischer maximaler Rückschlag
Die Volatilität liegt über ein, drei und fünf Jahre bei 10,3 bis 13,9 Prozent und damit jeweils leicht unter den entsprechenden Werten eines klassischen MSCI-World-ETFs. Das ist zunächst überraschend, schließlich gelten einzelne Schwellenländer für sich genommen oft als schwankungsanfälliger als etablierte Industrieländer. Da sich Schwellenländer allerdings nicht immer im Gleichschritt mit den etablierten Industrieländern entwickeln, gleichen sich einzelne Ausschläge in der Gesamtbetrachtung ein Stück weit aus, was die durchschnittliche Schwankungsbreite über den Gesamtfonds senkt. Beim maximalen Kursrückgang zeigt sich dagegen kaum ein Unterschied. Über fünf Jahre liegt er bei minus 20,5 Prozent, seit Auflage im Jahr 2011 bei minus 33,6 Prozent, nahezu identisch mit einem klassischen Welt-ETF. Der Diversifikationseffekt zwischen Industrie- und Schwellenländern wirkt zwar im Alltagsgeschäft dämpfend auf die Schwankungsbreite, in echten globalen Krisenphasen wie 2020 oder 2022 korrelieren jedoch praktisch alle Aktienmärkte weltweit miteinander und fallen gemeinsam, sodass der Diversifikationsvorteil in solchen Extremsituationen kaum zusätzlichen Schutz bietet.
Für welche Strategie sich dieser ACWI-ETF eignet
Der Fonds eignet sich für Anleger, die mit einem einzigen, günstigen Produkt sowohl Industrie- als auch Schwellenländer abdecken möchten, ohne dafür zusätzlich einen separaten Schwellenländer-ETF kaufen zu müssen, und die eine etwas geringere US-Konzentration gegenüber einem klassischen Welt-ETF bevorzugen. Wer einen geringeren Technologieanteil oder eine grundsätzlich andere Branchenverteilung sucht, findet das hier nicht, da die zusätzliche Schwellenländer-Beimischung die Technologielastigkeit des Fonds sogar leicht erhöht, nur eben über andere, asiatische statt US-amerikanische Unternehmen. Ein langer Anlagehorizont, der sowohl Phasen der Underperformance als auch der Outperformance gegenüber einem klassischen Welt-ETF aushalten kann, sowie das Bewusstsein für die im Kern ähnliche Risikostruktur in echten Krisenphasen sind für dieses Investment wichtig.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.
Übrigens: Apple und andere US-Aktien sind bei finanzen.net ZERO sogar bis 23 Uhr handelbar (ohne Ordergebühren, zzgl. Spreads). Jetzt kostenlos Depot eröffnen und Neukunden-Bonus sichern!
Ausgewählte Hebelprodukte auf Apple
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Apple
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Weitere News
Bildquellen: Vadim Georgiev / Shutterstock.com, NayRich / Shutterstock.com
Nachrichten zu NVIDIA Corp.
Analysen zu NVIDIA Corp.
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 16:16 | NVIDIA Outperform | RBC Capital Markets | |
| 10.08.2026 | NVIDIA Buy | UBS AG | |
| 03.08.2026 | NVIDIA Outperform | Bernstein Research | |
| 22.07.2026 | NVIDIA Kaufen | DZ BANK | |
| 29.06.2026 | NVIDIA Outperform | Bernstein Research |
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 16:16 | NVIDIA Outperform | RBC Capital Markets | |
| 10.08.2026 | NVIDIA Buy | UBS AG | |
| 03.08.2026 | NVIDIA Outperform | Bernstein Research | |
| 22.07.2026 | NVIDIA Kaufen | DZ BANK | |
| 29.06.2026 | NVIDIA Outperform | Bernstein Research |
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 18.03.2026 | NVIDIA Hold | Deutsche Bank AG | |
| 20.11.2025 | NVIDIA Hold | Deutsche Bank AG | |
| 20.08.2025 | NVIDIA Hold | Deutsche Bank AG | |
| 10.01.2025 | NVIDIA Hold | Deutsche Bank AG | |
| 21.11.2024 | NVIDIA Halten | DZ BANK |
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 04.04.2017 | NVIDIA Underweight | Pacific Crest Securities Inc. | |
| 24.02.2017 | NVIDIA Underperform | BMO Capital Markets | |
| 23.02.2017 | NVIDIA Reduce | Instinet | |
| 14.01.2016 | NVIDIA Underweight | Barclays Capital | |
| 26.07.2011 | NVIDIA underperform | Needham & Company, LLC |
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für NVIDIA Corp. nach folgenden Kriterien zu filtern.
Alle: Alle Empfehlungen
