Constellation-Aktie legt nach 20-Jahres-Vertrag zu: Was der Amazon-Deal für KI-Aktien bedeutet
Ein 20-Jahres-Vertrag über 690 Megawatt bindet Amazon an Marylands einziges Kernkraftwerk und rückt die Stromversorgung von KI-Rechenzentren in den Blick.
Werte in diesem Artikel
- Amazon sichert Constellation langfristige Einnahmen für ein Kernkraftwerk
- Der Strom fließt ins Netz, nicht direkt in Rechenzentren
- Frühere Tech-Deals zeigen, wie gefragt verfügbare Energie ist
Constellation Energy, größter US-Nuklearbetreiber, und Amazon haben ein langfristiges Abkommen zum Ausbau des Kernkraftwerks Calvert Cliffs in Maryland vereinbart. Die Zusage soll Investitionen von mehr als 3 Milliarden US-Dollar ermöglichen und die Laufzeit des Werks verlängern. Für KI-Aktien zeigt der Deal, welche Bedeutung die Energieversorgung für den weiteren Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur gewinnt.
Der Deal im Detail
Die Unternehmen gaben das Abkommen am Mittwoch bekannt. Kern ist ein 20-Jahres-Vertrag über 690 Megawatt Strom, der einen Ausbau um rund 190 Megawatt neue, emissionsfreie Kapazität einschließt. Diese soll zwischen 2030 und 2032 ans Netz gehen.
Zusätzlich besteht ein Einzelhandels-Liefervertrag für Amazon-Betriebe im 13-Staaten-PJM-Markt. Der gesamte Strom aus Calvert Cliffs fließt weiterhin ins regionale PJM-Netz und nicht direkt an Rechenzentren. Der Vertrag soll Amazon helfen, Energiekosten in der Region zu steuern.
Was Calvert Cliffs bedeutet
Amazons Zusage soll Constellation die Einnahmesicherheit geben, die Betriebslizenz um weitere 20 Jahre zu verlängern. Zudem sollen Modernisierungen der gesamten 1.790-Megawatt-Anlage finanziert werden. Das Werk liefert rund 80 Prozent der sauberen Energie Marylands und versorgt das Äquivalent von mehr als 1,3 Millionen Haushalten.
Constellation-Chef Joe Dominguez sprach im Rahmen der Pressemitteilung davon, dass das Engagement von Amazon den langfristigen Betrieb von Calvert Cliffs für kommende Generationen unterstütze und eine solide Grundlage für künftige Investitionen sowohl in die Anlage als auch in fortschrittliche Nukleartechnologien" schaffe. "Amazon setzt sich für Investitionen in CO2-freie Energie ein, um das Stromnetz zu stärken und den Gemeinden, in denen wir tätig sind, zugutezukommen", erklärte Kerry Person, Vice President of AWS Global Operations and Data Center Delivery".
Signal für KI-Aktien
Der Vertrag reiht sich in frühere Abkommen mit Microsoft und Meta ein, mit denen Tech-Konzerne langfristig CO2-freie Energie für ihre Infrastruktur absichern. Hintergrund ist der steigende Strombedarf von Rechenzentren, der durch den Ausbau von KI-Anwendungen zusätzlich zunimmt.
Für Anleger ist dabei nicht nur die Entwicklung bei KI-Chips und Servern relevant. Mit dem Ausbau der Rechenzentren wächst auch der Bedarf an Stromerzeugung, Netzinfrastruktur, Kühlung und weiterer technischer Ausstattung. Energieversorgung wird damit zu einem weiteren Bestandteil der Infrastruktur, die für den Ausbau von KI benötigt wird. Neben Unternehmen wie NVIDIA, AMD und Broadcom rücken deshalb auch Unternehmen aus angrenzenden Bereichen der Rechenzentrums- und Energieinfrastruktur in den Fokus.
Der Amazon-Deal zeigt zugleich, wie Tech-Konzerne mit dem wachsenden Energiebedarf umgehen. Der Strom aus Calvert Cliffs fließt zwar weiterhin in das regionale PJM-Netz und nicht direkt in Amazon-Rechenzentren. Der langfristige Vertrag gibt Amazon jedoch mehr Planungssicherheit bei der Stromversorgung und ermöglicht Constellation Investitionen in die bestehende Anlage sowie zusätzliche Kapazitäten.
Für die KI-Branche ist das ein wichtiger Punkt: Der Ausbau von Rechenzentren hängt nicht allein von der Verfügbarkeit von Chips und Servern ab. Auch ausreichend Erzeugungskapazität und eine leistungsfähige Strominfrastruktur müssen mitwachsen. Langfristige Vereinbarungen zwischen Tech-Konzernen und Energieunternehmen können dabei helfen, Investitionen in diese Infrastruktur abzusichern.
Constellation Energy-Aktie gefragt
Am Donnerstag schloss die Aktie von Constellation Energy an der NASDAQ mit einem Plus von 1,93 Prozent auf 258,92 US-Dollar. Damit hat sich laut Analysten noch kräftig Luft nach oben: Der Analystenkonsens lautet Strong Buy, das mittlere Kursziel liegt laut TipRanks bei 353,06 US-Dollar.
Claudia Stephan, Bettina Schneider, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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