China-A-Aktien-ETF

Xtrackers CSI 300 ETF: Warum Alibaba und Tencent hier komplett fehlen und was das mit chinesischen A-Aktien zu tun hat


Xtrackers CSI 300 ETF: Warum Alibaba und Tencent hier komplett fehlen und was das mit chinesischen A-Aktien zu tun hat

Alibaba, Tencent und Xiaomi fehlen in diesem ETF komplett. Eine bewusste Indexentscheidung, die den chinesischen Festlandaktienmarkt von seinem international bekannteren Gegenstück klar abgrenzt.

Werte in diesem Artikel
Aktien

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ETFs

5.42 USD -0.05 USD -0.01 %

20.48 USD -0.36 USD -0.02 %

Indizes

4,439.14 CNY -78.13 CNY -1.73 %

Das Wichtigste in Kürze:

  • Alibaba, Tencent und Xiaomi fehlen in diesem ETF komplett, da er ausschließlich chinesische A-Aktien von den Festlandbörsen Shanghai und Shenzhen abbildet.
  • Im laufenden Jahr liegt dieser ETF bei plus 8 Prozent, während ein klassischer MSCI-China-ETF gleichzeitig rund 7 Prozent verliert.
  • Unter 51 ETFs auf den chinesischen Aktienmarkt ist dieser Fonds der drittgrößte.

Was chinesische A-Aktien sind, und warum sie fehlende Namen erklären

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Der Xtrackers CSI 300 Swap UCITS ETF 1C bildet den CSI 300 Index nach, der die 300 größten und liquidesten Unternehmen bündelt, die an den Festlandbörsen Shanghai und Shenzhen notiert sind. Entscheidend für das Verständnis dieses Fonds ist der Begriff A-Aktien. Damit werden Anteile von auf dem chinesischen Festland ansässigen Unternehmen bezeichnet, die an genau diesen beiden Inlandsbörsen in der Landeswährung Renminbi gehandelt werden. Der Zugang für ausländische Investoren war hier lange stark eingeschränkt und ist erst seit einigen Jahren über spezielle Investorenlizenzen sowie die sogenannten Stock-Connect-Programme zwischen Hongkong und den Festlandbörsen einfacher geworden.

Bekannte chinesische Technologiekonzerne wie Alibaba, Tencent oder Xiaomi fehlen in diesem ETF deshalb komplett. Sie zählen zu den sogenannten H-Aktien beziehungsweise Offshore-Titeln, notiert an der Börse Hongkong oder über American Depositary Receipts in den USA, oft über komplexe Holdingstrukturen mit Sitz außerhalb Chinas. Ein klassischer MSCI-China-ETF wie der iShares MSCI China UCITS ETF bildet dagegen genau diese Offshore-Konzerne ab und lässt A-Aktien nahezu unberücksichtigt. Der Vorteil einer gezielten A-Aktien-Strategie wie über diesen ETF liegt darin, dass Anleger stärker an der chinesischen Binnenwirtschaft und dem heimischen Konsum teilhaben, während sie bei einem MSCI-China-ETF eher eine Wette auf international bekannte, aber auch stärker regulatorischem und geopolitischem Risiko ausgesetzte Plattformkonzerne eingehen. Der Fonds bildet seinen Index synthetisch über ein Swap-Geschäft nach, thesauriert seine Erträge und wurde bereits im Juni 2012 aufgelegt. Von 51 verfügbaren ETFs auf den chinesischen Aktienmarkt ist er mit 1,7 Milliarden Euro der drittgrößte, gehört mit 0,50 Prozent laufenden Kosten pro Jahr innerhalb der fünf größten Anbieter aber zu den teuersten Varianten. Xtrackers ist jedoch der einzige Anbieter, der den chinesischen Markt mit zwei ETF-Varianten auf den CSI 300 abbildet, wobei dieser Fonds die größere und zugleich günstigere der beiden ist.

Warum die Top-10-Positionen einen deutlich geringeren Einfluss haben als beim MSCI China

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Die zehn größten Positionen vereinen 23,8 Prozent des Fondsvermögens, deutlich weniger als die 43,2 Prozent, die die zehn größten Positionen im iShares MSCI China UCITS ETF ausmachen, obwohl der CSI 300 mit 300 Werten sogar weniger Unternehmen umfasst als der MSCI China mit aktuell 577 Positionen. Letzterer wird von wenigen extrem großen Plattformkonzernen wie Tencent mit knapp 15 Prozent und Alibaba mit über 9 Prozent dominiert, während sich die Marktkapitalisierung unter den chinesischen A-Aktien deutlich gleichmäßiger auf viele große, aber keine derart dominanten Einzelunternehmen verteilt. Für Anleger bedeutet das eine spürbar geringere Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Positionen als bei einem klassischen MSCI-China-Investment.

CATL, Zhongji Innolight und Kweichow Moutai: Drei sehr unterschiedliche Geschichten

Größte Position ist mit 4,01 Prozent Contemporary Amperex Technology, besser bekannt als CATL, der weltgrößte Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge mit einem globalen Marktanteil von rund 34 Prozent. Für 2025 meldete der Konzern einen Umsatz von umgerechnet 54,3 Mrd. Euro, ein Plus von 17 Prozent, sowie einen Nettogewinn von umgerechnet 9,3 Mrd. Euro, ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getragen wurde diese starke Entwicklung von einer weiter ausgebauten globalen Marktführerschaft sowie dem Ausbau neuer Geschäftsfelder wie Natrium-Ionen-Batterien und einem massiven Netz an Batteriewechselstationen. Auf Platz zwei folgt mit 3,86 Prozent Zhongji Innolight, weltweit größter Hersteller optischer Transceiver, spezialisierter Bauteile, die in KI-Rechenzentren tausende Grafikprozessoren miteinander verbinden. Im ersten Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von umgerechnet 2,5 Mrd. Euro, ein Plus von 192 Prozent, sowie einen Nettogewinn von umgerechnet 735 Mio. Euro, ein Plus von 262 Prozent, getragen von der explodierenden weltweiten Nachfrage nach Rechenzentrumsinfrastruktur für künstliche Intelligenz. An dritter Stelle steht mit 3,24 Prozent Kweichow Moutai, Chinas bekanntester und wertvollster Spirituosenhersteller, bekannt für sein Premium-Baijiu, einen traditionellen chinesischen Getreidebrand. Anders als die beiden vorherigen Positionen zeigte Moutai 2025 mit einem Umsatz von umgerechnet 21,6 Mrd. Euro und einem Nettogewinn von umgerechnet 10,6 Mrd. Euro jeweils einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr Ein Beleg dafür, dass selbst Chinas bekanntester Konsummarken-Monopolist von der insgesamt verhaltenen chinesischen Konsumstimmung nicht komplett verschont bleibt.

Technologie, aber auch Finanzen und Industrie: Ein anderer Branchenmix als beim MSCI China

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Nach Sektoren führt Technologie mit 29,2 Prozent, gefolgt von Finanzen mit 19,9 Prozent und Industrie mit 18,0 Prozent. Technologie dominiert somit zwar, aber ohne dass der Fonds komplett von dieser einen Branche abhängig wäre. Auffällig ist der Vergleich zum MSCI China, wo Technologie und Finanzen ähnlich stark vertreten sind, Industrie dort aber nur 5,7 Prozent ausmacht. Der Grund dafür liegt darin, dass der CSI 300 stärker die klassische, produzierende chinesische Binnenwirtschaft abbildet, während der MSCI China durch seine Offshore-Ausrichtung stärker auf Internet- und Plattformdienstleister konzentriert ist, die eher der Dienstleistungs- als der Industriebranche zugeordnet werden. Für Anleger, die gezielt an Chinas industrieller Basis statt nur an seinen Technologiekonzernen teilhaben möchten, bietet dieser Fonds damit eine passendere Zusammensetzung.

Plus 8 Prozent hier, minus 7 Prozent beim MSCI China: Eine bemerkenswerte Kluft

Nach zwei schwierigen Jahren mit minus 19,9 Prozent 2022 und minus 12,9 Prozent 2023 zeigte sich der Fonds 2024 mit 23,5 Prozent und 2025 mit 14,3 Prozent deutlich erholt, getragen von staatlichen Konjunkturprogrammen sowie neuen chinesischen KI-Modellen, die international neues Anlegerinteresse an chinesischen Technologiewerten weckten. Ein Muster, das sich ganz ähnlich auch beim MSCI China zeigte. Im laufenden Jahr trennen sich die Wege der beiden Indizes aber deutlich. Während dieser Fonds bei plus 8 Prozent steht, verliert der klassische MSCI-China-ETF im selben Zeitraum rund 7 Prozent. Offshore-notierte Technologiewerte wie Tencent und Alibaba gerieten 2026 deutlich unter Druck, mit Kursverlusten von teils über 20 Prozent, belastet durch Gewinnmitnahmen nach der starken Rally der Vorjahre sowie neue regulatorische und geopolitische Unsicherheiten rund um in Hongkong und den USA notierte chinesische Unternehmen. Die A-Aktien des CSI 300 profitierten dagegen weiter von der starken heimischen KI- und Zulieferindustrie, wie am Beispiel von Zhongji Innolight sichtbar, sowie von anhaltenden inländischen Kapitalzuflüssen chinesischer Anleger in den heimischen Aktienmarkt.

Überraschend moderate Schwankungsbreite für ein Schwellenland-Investment

Die Volatilität dieses Fonds liegt über ein, drei und fünf Jahre bei rund 17,7 bis 18,7 Prozent, höher als bei manchen breit gestreuten Basis-ETFs, aber deutlich niedriger als bei vielen anderen spezialisierten Themen- oder Länder-ETFs. Trotzdem kann es auch bei diesem Fonds zu heftigen Rückschlägen kommen. Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 37,2 Prozent und geht auf die Kombination aus globalen Leitzinserhöhungen, einer damals einsetzenden chinesischen Immobilienkrise sowie regulatorischen Eingriffen Pekings gegen große Technologiekonzerne zurück, die 2022 den gesamten chinesischen Aktienmarkt belasteten. Seit Auflage im Jahr 2012 liegt der maximale Verlust bei minus 52,6 Prozent, ein Wert, der zusätzlich die pandemiebedingten Marktverwerfungen sowie die strikte chinesische Null-Covid-Politik der Vorjahre mit einschließt, die die chinesische Binnenwirtschaft über einen langen Zeitraum erheblich belastete.

Für welche Strategie sich dieser China-A-Aktien-ETF eignet

Der Fonds eignet sich für Anleger, die gezielt an Chinas Binnenwirtschaft, industrieller Basis und heimischer KI-Zulieferindustrie teilhaben möchten, statt an den international bekannteren, aber auch stärker geopolitisch exponierten Offshore-Technologiekonzernen wie Alibaba und Tencent. Wer beide Facetten des chinesischen Marktes abdecken möchte, kann eine Kombination aus diesem Fonds und einem klassischen MSCI-China-ETF in Betracht ziehen, da sich beide Indizes wie die aktuelle Entwicklung zeigt spürbar unterschiedlich verhalten können. Wegen der grundsätzlichen politischen und regulatorischen Unsicherheiten, die China als Anlagestandort mit sich bringt, sowie der teils erheblichen historischen Kursrückgänge eignet sich der Fonds nicht als Grundbaustein, sondern als gezielte Beimischung für risikobewusste Anleger mit langem Anlagehorizont.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Investitionen in Schwellenländer wie China sind mit einem erhöhten politischen und regulatorischen Risiko gegenüber etablierten Industrieländermärkten verbunden.

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Bildquellen: Mario Savoia / Shutterstock.com, zhu difeng / Shutterstock.com

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