MSCI-World-ETF

HSBC MSCI World ETF: Ein günstiger Weg, sich Ausschüttungen bei einem großen Welt-ETF auszahlen zu lassen


HSBC MSCI World ETF: Ein günstiger Weg, sich Ausschüttungen bei einem großen Welt-ETF auszahlen zu lassen

Wer bei einem Welt-ETF zwischen Wiederanlage und Auszahlung wählen kann, trifft eine Entscheidung, die mehr Auswirkungen auf die eigene Anlagestrategie hat, als viele Anleger zunächst vermuten.

Werte in diesem Artikel
Aktien

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ETFs

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Indizes

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Unter allen ausschüttenden MSCI-World-ETFs ist dieser Fonds mit 0,15 Prozent pro Jahr die günstigste der etabliertesten Varianten.
  • Thesaurierende Varianten sind bei den größten MSCI-World-ETFs meist etwas günstiger, was einen echten Kostenvorteil für die automatische Wiederanlage darstellt.
  • Mit einer Ausschüttungsrendite von zuletzt 1,37 Prozent baut man mit diesem Fonds kein gigantisches passives Einkommen auf, wohl aber einen gewissen finanziellen Spielraum.

Thesaurierend oder ausschüttend: Was der Unterschied für Anleger bedeutet

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Der HSBC MSCI World UCITS ETF USD bildet den MSCI World Index nach, der große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern bündelt. Er ist der nach Fondsvolumen größte ausschüttende ETF, der diesen Index abbildet. Der grundsätzliche Unterschied zwischen einer thesaurierenden und einer ausschüttenden Variante liegt darin, was mit den Dividenden der im Index enthaltenen Unternehmen passiert. Bei einer thesaurierenden Variante werden diese automatisch innerhalb des Fonds wieder angelegt, der Anteilspreis steigt entsprechend, ohne dass Anleger selbst aktiv werden müssen. Bei einer ausschüttenden Variante wie diesem Fonds werden die Dividenden dagegen, hier vierteljährlich, direkt an die Anleger ausgezahlt.

Für welche Anleger sich welche Variante eignet, hängt von der individuellen Strategie ab. Die ausschüttende Variante bietet Vorteile für Anleger, die regelmäßig über einen Teil ihrer Erträge frei verfügen möchten, etwa um ein passives Einkommen aufzubauen, laufende Kosten zu decken oder das Geld gezielt in eine andere Anlage zu investieren, statt es zwangsweise im selben Fonds zu belassen. Auch psychologisch kann eine regelmäßige Auszahlung motivierend wirken, weil sie den Anlageerfolg greifbarer macht als ein reiner Kursanstieg. Die thesaurierende Variante entfaltet ihre Vorteile dagegen vor allem in der reinen Vermögensaufbauphase, wenn keine laufenden Erträge benötigt werden. Die automatische Wiederanlage erspart eigenes Zutun, vermeidet zwischenzeitlich unverzinst auf dem Konto liegendes Geld und kann je nach individueller steuerlicher Situation Vorteile bei der Kapitalbindung bieten.

Bei den Kosten zeigt sich zudem ein praktischer Unterschied. Unter den fünf größten thesaurierenden MSCI-World-ETFs bewegen sich die Kosten zwischen 0,06 und 0,20 Prozent pro Jahr, drei davon liegen bei 0,12 Prozent. Der hier vorgestellte Fonds liegt als fünftgrößter MSCI-World-ETF insgesamt, unabhängig von der Ertragsverwendung, bei 0,15 Prozent, während die drei nächstplatzierten ausschüttenden Wettbewerber mit 0,50, 0,30 und 0,20 Prozent noch deutlich teurer sind. Erst kleinere, weniger etablierte Anbieter unterbieten diesen Preis. Der Fonds repliziert seinen Index über ein Optimierungs- beziehungsweise Sampling-Verfahren und wurde bereits im Dezember 2010 aufgelegt.

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NVIDIA und Apple: Die Schwergewichte im Fonds

Trotz insgesamt rund 1.260 enthaltener Positionen haben die zehn größten Werte einen überproportional hohen Einfluss auf die Wertentwicklung (25,7 Prozent), angeführt von NVIDIA (5,18 Prozent) und Apple (4,76 Prozent). NVIDIA hat zuletzt seine KI-Rechenleistung zunehmend als eigenständige, investierbare Anlageklasse positioniert und wurde gleichzeitig für die Unternehmensführung seines Vorstandsvorsitzenden ausgezeichnet. Ein Beleg für das anhaltend hohe Ansehen des Konzerns sowohl bei Investoren als auch bei eigenen Mitarbeitern. Apple hat sein Spieleangebot Apple Arcade kürzlich um neue Titel erweitert, ein weiterer, kleinerer Baustein im fortlaufenden Ausbau des margenstarken Dienstleistungsgeschäfts. Für Anleger zeigt sich hier ein Muster, das für praktisch jeden MSCI-World-ETF typisch ist. Trotz der großen Zahl an Einzelpositionen bestimmen wenige, sehr wertvolle Technologiekonzerne einen erheblichen Teil der Rendite.

Über 70 Prozent USA, 36 Prozent Technologie: Was das für Anleger bedeutet

Der USA-Anteil liegt bei etwas mehr als 70 Prozent, während nur Japan mit über 5 Prozent überhaupt nennenswert ins Gewicht fällt, alle übrigen Länder bleiben bei maximal 3,6 Prozent. Nach Sektoren führt Technologie mit 36,3 Prozent, wobei zumindest Finanzdienstleistungen und Industrie mit jeweils über 10 Prozent noch eine relevante Rolle spielen. Ein MSCI-World-ETF ist demzufolge trotz seines Namens weit weniger international gestreut, als man erwarten könnte, die Wertentwicklung hängt überproportional von der US-Konjunktur, der amerikanischen Geldpolitik und dem anhaltenden Erfolg großer Technologiekonzerne ab. Gleichzeitig sorgt die immerhin zweistellige Gewichtung von Finanzwerten und Industrie für etwas mehr Branchenvielfalt, als ein rein auf Technologie fokussierter ETF bieten würde.

Wann sich die Vorteile zeigen, und wann die Risiken überwiegen

2023 legte der Fonds um 19,8 Prozent zu und 2024 um 26,2 Prozent, getragen vom aufkommenden KI-Boom und den damit verbundenen Rekordgewinnen der größten Technologiekonzerne. 2025 fiel die Rendite mit 7,2 Prozent moderater aus, im laufenden Jahr steht dafür bereits wieder ein Plus von 16,1 Prozent zu Buche. Die Vorteile eines solchen Fonds zeigen sich also besonders deutlich in Phasen sinkender oder stabiler Zinsen bei gleichzeitig kräftigem Gewinnwachstum großer Technologiekonzerne. Die Risiken überwiegen dagegen in Phasen überraschend restriktiver Geldpolitik oder allgemeiner Konjunktursorgen, wie das Verlustjahr 2022 mit minus 13,0 Prozent zeigt, ausgelöst durch genau solche schnellen Leitzinserhöhungen.

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Was die Ausschüttungen für Anleger konkret bedeuten

Die Ausschüttungsrendite lag in den vergangenen vier Jahren zwischen 1,37 und 1,88 Prozent, mit einer je Anteil ausgezahlten Summe von 0,45 bis 0,50 Euro. Das sind keine Beträge, mit denen sich kurzfristig ein üppiges passives Einkommen aufbauen lässt, ein Welt-ETF ist schließlich in erster Linie auf Wertsteigerung statt auf hohe Ausschüttungen ausgelegt. Mit wachsendem Anlagebetrag über die Jahre summiert sich diese Ausschüttung aber zu einem gewissen, regelmäßig verfügbaren finanziellen Spielraum, den Anleger frei verwenden können, etwa um ihn erneut zu investieren, laufende Ausgaben zu decken oder einfach als kleinen zusätzlichen Cashflow neben dem eigentlichen Vermögensaufbau zu nutzen. Wer stattdessen jeden Euro automatisch wieder investiert sehen möchte, ohne selbst über die Verwendung nachdenken zu müssen, ist mit einer thesaurierenden Variante besser bedient.

Ein für Aktien-ETFs vergleichsweise ruhiges Risikoprofil

Die Volatilität liegt über ein, drei und fünf Jahre zwischen 10,8 und 14,9 Prozent. Damit zählt dieser Fonds, wie praktisch jeder MSCI-World-ETF, zu den schwankungsärmsten Aktienanlagen überhaupt. Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 20,5 Prozent, seit Auflage im Jahr 2010 bei minus 33,8 Prozent, ein Wert, der die schweren Marktverwerfungen der vergangenen anderthalb Jahrzehnte mit einschließt, darunter den kurzen, aber heftigen Markteinbruch zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 sowie den Zinsschock des Jahres 2022. Auch ein breit gestreuter Welt-ETF bleibt also nicht vollständig vor deutlichen zwischenzeitlichen Rückschlägen geschützt, im Vergleich zu stärker konzentrierten Themen- oder Länder-ETFs fallen diese aber deutlich moderater aus.

Für welche Strategie sich dieser ausschüttende MSCI-World-ETF eignet

Der Fonds eignet sich besonders für Anleger, die einen breit gestreuten Welt-ETF mit dem Wunsch nach regelmäßigen, frei verfügbaren Ausschüttungen kombinieren möchten, ohne dabei auf einen der günstigsten etablierten Anbieter in diesem Marktsegment verzichten zu müssen. Wer dagegen ausschließlich am Vermögensaufbau ohne laufenden Cashflow interessiert ist, findet mit einer thesaurierenden MSCI-World-Variante desselben oder eines anderen Anbieters eine bei nahezu identischer Zusammensetzung meist etwas günstigere Alternative.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

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Bildquellen: Vadim Georgiev / Shutterstock.com, ESB Professional / Shutterstock.com

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