Umschichtung bei ARK Invest: Warum Cathie Wood die AMD-Aktie abstößt und bei NVIDIA nachlegt
Cathie Wood setzt auf den Marktführer: ARK Invest schichtet um und kauft im großen Stil NVIDIA-Papiere nach. Gleichzeitig trennen sich die Fonds spürbar von AMD-Aktien.
Werte in diesem Artikel
- ARK kauft NVIDIA, Broadcom, Tesla und SpaceX und reduziert AMD deutlich
- AMD-Verkauf wiegt in den Fonds teils schwerer als der NVIDIA-Kauf
- Für Anleger taugen die Trades als Stimmungsbild, nicht als Kaufsignal
Cathie Woods ARK Invest verlagert Gewicht von AMD zu NVIDIA und stellt sich im Rennen um KI-Chips damit klarer auf die Seite des Marktführers. Laut der Handelsmeldung für Dienstag kauften vier ARK-Fonds zusammen rund 357.000 NVIDIA-Aktien und trennen sich in denselben vier Fonds von knapp 182.000 AMD-Papieren. Dazu kommen Zukäufe bei Broadcom, Tesla und SpaceX. Eine Begründung liefert ARK wie üblich nicht.
Der AMD-Verkauf wiegt schwerer als der NVIDIA-Kauf
Wer nur auf Stückzahlen schaut, übersieht die eigentliche Gewichtung. ARK weist zu jedem Trade den Anteil am jeweiligen Fondsvermögen aus, und dort dreht sich das Bild. Im Technologiefonds ARKW entspricht der AMD-Verkauf gut 1,4 Prozent des Fonds, der NVIDIA-Zukauf knapp einem Prozent. Im Flaggschiff ARK Innovation ETF (ARKK) steht einem AMD-Abbau von rund 0,74 Prozent ein NVIDIA-Kauf von rund 0,5 Prozent gegenüber. Auffällig ist zudem, dass ARK die AMD-Position in ARKK, ARKQ und ARKX um nahezu identische rund 0,74 Prozent verkleinert. Das deutet eher auf eine planmäßige Gewichtsreduktion über die ganze Strategie hin als auf eine Einzelentscheidung in einem Fonds.
Aktien von Broadcom, Tesla und SpaceX als Feinjustierung
Neben NVIDIA stockt ARK bei Broadcom auf, mit gut 76.000 Aktien in ARKK und ARKW, was jeweils rund 0,25 bis 0,3 Prozent des Fondsvermögens entspricht. Tesla kauft ARK nur in ARKK, gut 48.000 Aktien und damit rund 0,2 Prozent des Fonds. SpaceX landet im Robotik- und Autonomiefonds ARKQ. Mit gut 9.100 Aktien oder 0,07 Prozent des Fondsvermögens bleibt dieser Kauf allerdings klein. Im selben Fonds reduziert ARK zugleich eine Position in Alphabet. Anders als beim Chiptausch geht es hier um Nuancen, nicht um eine Neuausrichtung.
Warum die NVIDIA-Aktie nach dem Rückkaufrekord im Fokus steht
Zeitlich folgt der NVIDIA-Kauf auf eine Rekordankündigung. Am Montag erhöhte NVIDIA sein Aktienrückkaufprogramm um 150 Milliarden US-Dollar auf verbleibende 235 Milliarden US-Dollar, die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028 genutzt werden sollen. Nach Unternehmensangaben ist es die größte Aufstockung eines Rückkaufprogramms überhaupt. Bloomberg zufolge übertrifft sie die 110 Milliarden US-Dollar, die Apple 2024 genehmigt hatte. Ob die Ankündigung den Ausschlag für ARK gab, ist nicht belegt. Die Reihenfolge der Ereignisse allein trägt keine Kausalität.
Was die ARK-Handelslisten für Anleger leisten und was nicht
Der Wert der Meldungen liegt in ihrer Transparenz. ARK veröffentlicht die Umschichtungen seiner aktiv gemanagten ETFs täglich und macht damit sichtbar, wie das Team seine Überzeugungen gewichtet. Das Muster dieses Tages ist eindeutig: ARK bleibt im KI-Thema investiert, verschiebt innerhalb der Chipwerte aber Gewicht zu NVIDIA und Broadcom und weg von AMD. Die Grenzen sind ebenso klar. ARK weist selbst darauf hin, dass die Listen keine vollständigen Tagesumsätze abbilden, Creation- und Redemption-Aktivität ausklammern, erst nach vollständiger Ausführung erscheinen und keine Empfehlung darstellen. Wer die Trades nachbildet, handelt zudem immer zeitversetzt und zu anderen Kursen als der Fonds.
Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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