MSCI-World-ETF

UBS MSCI World ETF: Für 0,06 Prozent im Jahr Zugang zu über 1.280 Aktien aus 23 Industrieländer

23.07.26 08:45 Uhr

UBS Core MSCI World UCITS ETF (IE00BD4TXV59): Einer der günstigsten Welt-ETFs im Test | finanzen.net

Fast zehn Milliarden Euro Fondsvolumen, eine der niedrigsten Kostenquoten am Markt, und eine Zusammensetzung, die sich kaum von teureren Wettbewerbern unterscheidet.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit 0,06 Prozent laufenden Kosten pro Jahr zählt dieser Fonds zu den günstigsten MSCI-World-ETFs überhaupt, ohne dass Anleger dafür Abstriche bei der Zusammensetzung machen müssen.
  • 2022 verlor der Fonds 13,20 Prozent, in den vergangenen zwölf Monaten legte er dagegen um 23,19 Prozent zu, eine Schwankungsbreite, die Anleger bei einem Welt-ETF einplanen sollten.
  • Trotz aller Krisen und geopolitischer Spannungen der vergangenen Jahre blieb der maximale Kursrückgang seit Auflage bei vergleichsweise moderaten 33,88 Prozent.

Einer der günstigsten Wege in den MSCI World: Kosten und Zusammensetzung im Überblick

Der UBS Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc) bildet den MSCI World Index nach, der große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern bündelt und rund 85 Prozent der dortigen Marktkapitalisierung abdeckt. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig und thesauriert seine Erträge. Bei den Kosten liegt er mit 0,06 Prozent pro Jahr in der absoluten Spitzengruppe aller MSCI-World-ETFs, gemeinsam mit dem Invesco MSCI World UCITS ETF mit 0,05 Prozent sowie zwei sehr jungen und noch kleinen https://www.finanzen.net" target="_blank" rel="noopener">BNP-Paribas-Varianten mit ebenfalls 0,05 Prozent. Alle übrigen verfügbaren MSCI-World-ETFs kosten zwischen 0,08 und 0,50 Prozent pro Jahr, teils also mehr als das Achtfache. Trotz der niedrigen Kosten müssen Anleger keine Abstriche bei der Qualität hinnehmen: Die Zusammensetzung ist nahezu deckungsgleich mit den teureren, größeren Wettbewerbern, angeführt von denselben großen US-Technologiekonzernen. Mit einem Fondsvolumen von 9.851 Millionen Euro zählt der Fonds zu den etablierten, breit gehandelten Anbietern in diesem Marktsegment. Wer stattdessen Wert auf eine regelmäßige Ausschüttung statt automatischer Wiederanlage legt, findet mit dem UBS Core MSCI World UCITS ETF USD (Dist) eine bei gleichen Kosten ausschüttende Variante desselben Index, die sich besonders für den Aufbau eines passiven Einkommens eignet.

NVIDIA, Apple und Microsoft: Die Schwergewichte im Fonds

Die zehn größten Positionen vereinen 27,66 Prozent des Fondsvermögens. Größte Position ist mit 5,62 Prozent NVIDIA. Der Chiphersteller hat kürzlich gemeinsam mit japanischen Partnern eine umfassende KI- und Robotik-Initiative vorgestellt, die die eigene Technologie über die gesamte japanische Industrie hinweg verankern soll. Auf Platz zwei folgt mit 5,02 Prozent Apple, das zuletzt die Rückkehr der Major League Soccer zu Apple TV ankündigte, ein weiterer Baustein der Strategie, das eigene Streaming-Angebot durch exklusive Sportrechte zu stärken. An dritter Stelle steht mit 3,48 Prozent Microsoft, das seine strategische Partnerschaft mit dem KI-Anbieter Mistral ausgebaut hat, um Unternehmen und regulierten Branchen mehr Kontrolle über den Einsatz von KI-Modellen zu ermöglichen. Dahinter folgen unter anderem mit Amazon, Alphabet und Broadcom weitere Schwergewichte, die das Bild eines stark technologielastigen Weltmarkts abrunden.

Was einen Welt-ETF wie diesen grundsätzlich ausmacht: Chancen und Risiken

Mit 68,29 Prozent USA-Anteil folgt dieser Fonds dem typischen Muster aller MSCI-World-ETFs: Die Marktkapitalisierungsgewichtung sorgt dafür, dass die größte und teuerste Börse der Welt automatisch den größten Anteil erhält, ergänzt um Japan mit 5,59 Prozent, Großbritannien mit 3,05 Prozent und weitere Industrieländer. Nach Sektoren führt Technologie mit 30,94 Prozent deutlich vor Finanzdienstleistungen mit 13,46 Prozent. Diese Struktur bringt die grundsätzlichen Chancen und Risiken eines MSCI-World-Investments mit sich, die für praktisch jeden ETF auf diesen Index gelten: Anleger partizipieren breit gestreut am langfristigen Wachstum der Weltwirtschaft und insbesondere an der Innovationskraft großer, global tätiger Konzerne, tragen dabei aber automatisch eine erhebliche Abhängigkeit von der Entwicklung weniger US-Technologiewerte sowie der amerikanischen Geld- und Wirtschaftspolitik mit.

Warum 2022 ein Verlustjahr war, und was hinter der aktuellen Stärke steckt

2022 verlor der Fonds 13,20 Prozent, ausgelöst durch die schnellen und massiven Leitzinserhöhungen der großen Notenbanken, die besonders hoch bewertete Technologiewerte unter Druck setzten, da deren künftige Gewinne bei höheren Zinsen rechnerisch weniger wert sind. In den vergangenen zwölf Monaten zeigt sich dagegen ein deutlich anderes Bild mit einem Plus von 23,19 Prozent, im laufenden Jahr bereits 13,41 Prozent. Der wesentliche Treiber dahinter ist der anhaltende KI-Superzyklus, der die Gewinne der größten Technologiekonzerne kräftig wachsen lässt, unterstützt von mehreren bereits erfolgten Leitzinssenkungen der US-Notenbank, die Aktien im Vergleich zu Anleihen attraktiver machen. Historisch lässt sich von einem breiten Welt-ETF über lange Zeiträume eine jährliche Rendite von rund 7 bis 9 Prozent erwarten, wie es etwa 2025 mit einem Plus in dieser Größenordnung der Fall war. Die aktuell deutlich höhere Rendite zeigt, dass einzelne Jahre erheblich von diesem langfristigen Durchschnitt abweichen können, in beide Richtungen, wie das Verlustjahr 2022 ebenso belegt. Für die langfristigen Potenziale bedeutet das: Ein MSCI-World-Investment lohnt sich vor allem bei einem ausreichend langen Anlagehorizont, der sowohl außergewöhnlich starke als auch schwache Jahre ausgleichen kann.

Niedrige Volatilität, moderater Drawdown: Das Risiko im historischen Vergleich

Die Volatilität liegt über ein Jahr bei 10,58 Prozent, über drei Jahre bei 13,08 Prozent und über fünf Jahre bei 14,72 Prozent, in der Regel deutlich niedriger als bei stärker konzentrierten Themen- oder Länder-ETFs. Der maximale Verlust der vergangenen drei und fünf Jahre liegt bei minus 20,45 Prozent, seit Auflage bei minus 33,88 Prozent. Das klingt zunächst nach einem heftigen Einbruch, fällt im Vergleich zu deutlich konzentrierteren ETFs auf einzelne Länder, Branchen oder Themen jedoch moderat aus. Bemerkenswert ist zudem, dass der maximale Rückgang trotz mehrerer Krisen und anhaltender geopolitischer Spannungen in den vergangenen Jahren bei nur rund 20 Prozent über die vergangenen drei und fünf Jahre geblieben ist, ein Hinweis auf die stabilisierende Wirkung der breiten Streuung über tausende Einzelwerte und viele Länder.

Warum sich dieser Fonds als Schlüsselbaustein fürs Buy-and-Hold-Depot eignet

Zusammengefasst eignet sich dieser Fonds als zentraler Grundbaustein für ein klassisches Buy-and-Hold-Depot, weil er zu extrem niedrigen Kosten eine breite Streuung über mehr als 1.280 Aktien aus 23 Industrieländern bietet, ohne dass die niedrige Kostenquote mit Abstrichen bei der Nachbildungsqualität einhergeht. Die historisch attraktive langfristige Rendite, die vergleichsweise moderate Volatilität sowie die im Vergleich zu konzentrierteren ETFs begrenzten maximalen Verluste sprechen für einen Fonds, mit dem sich über Jahrzehnte hinweg Vermögen aufbauen lässt. Einschränkend bleibt die deutliche Konzentration auf die USA und die Technologiebranche zu nennen, die den Fonds anfällig für Rückschläge macht, sobald genau diese Bereiche unter Druck geraten, wie das Jahr 2022 gezeigt hat. Wer diese Abhängigkeit zusätzlich abfedern möchte, kann den Fonds gezielt um Schwellenländer- oder Nebenwerte-ETFs ergänzen, für die meisten Anleger dürfte er aber schon allein einen soliden, kostengünstigen Kern des Depots darstellen.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

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