SK hynix-Aktie: Hebel-ETFs starten, doch nicht jeder sollte zugreifen

Kaum ist die SK hynix-Aktie an der NASDAQ gestartet, drängen fünf Anbieter mit gehebelten ETFs auf den Titel auf den Markt, die sich von einem Investment in die Aktie selbst unterscheiden.
Werte in diesem Artikel
- SK hynix ist seit 10. Juli unter dem Ticker SKHY an der NASDAQ gelistet
- Fünf Anbieter bringen binnen einer Woche gehebelte SK-hynix-ETFs an den Start
- Experten sehen die Hebelprodukte vor allem für kurzfristige Trader geeignet
Wenige Tage nach dem Handelsstart der SK hynix-Aktie an der NASDAQ drängt bereits die nächste Welle an Finanzprodukten auf den Markt. GraniteShares, Leverage Shares, ProShares, Direxion und Corgi Funds bringen gehebelte und inverse ETFs auf den südkoreanischen Speicherchiphersteller. Für Anleger bedeutet das eine grundsätzliche Weichenstellung, denn die neuen Produkte richten sich an eine ganz andere Klientel als die Aktie selbst.
Was hinter dem NASDAQ-Debüt steckt
Der Handelsstart am 10. Juli war kein gewöhnliches Listing. SK hynix platzierte 177,9 Millionen neue ADRs zu je 149 US-Dollar und nahm damit rund 26,5 Milliarden US-Dollar ein, gemessen am Emissionsvolumen der zweitgrößte Börsengang der Geschichte nach SpaceX und der größte je in den USA notierte Börsengang eines ausländischen Unternehmens. Das Angebot war Berichten zufolge mehr als siebenfach überzeichnet.
Der Erlös soll in den Ausbau der KI-Speicherproduktion fließen, unter anderem in den Yongin-Halbleiterkomplex sowie in eine neue Verpackungsanlage im US-Bundesstaat Indiana. SK hynix hält nach Marktschätzungen rund 60 Prozent des weltweiten HBM-Marktanteils (High Bandwidth Memory) und zählt zu den wichtigsten Zulieferern von NVIDIA.
Warum die Hebelprodukte vor allem Trader ansprechen
Single-Stock-ETFs auf stark gehandelte Technologiewerte wie Micron, Tesla, NVIDIA, AMD und Alphabet haben in den vergangenen Monaten spürbar an Popularität gewonnen, und seit dem Börsengang von SpaceX kamen auch hierfür bereits mehrere gehebelte Fonds auf den Markt. Wie stark solche Produkte von ihrem Basiswert abweichen können, zeigt ein Vergleich von Barron‘s: Der ProShares Ultra SpaceX ETF, der die doppelte Tagesrendite von SpaceX abbilden soll, verlor seit seinem Start Mitte Juni rund 48 Prozent, während SpaceX selbst im gleichen Zeitraum nur rund 10 Prozent nachgab (Stand: 11. Juli). Selbst bei steigenden Basiswerten werden womöglich auf längere Sicht keine überdurchschnittlichen Renditen erzielt: Der Direxion Daily GOOGL Bull 2x ETF legte in diesem Jahr rund 18 Prozent zu, während Alphabet im gleichen Zeitraum rund 14 Prozent gewann, und der GraniteShares 2x Long NVDA Daily ETF blieb mit etwa 12,6 Prozent sogar leicht hinter dem Plus von NVIDIA von rund 13,1 Prozent zurück.
Kristian Kerr, Chefstratege für Makrothemen bei LPL Financial, ordnet den Hebel laut Barron’s als zweischneidiges Schwert ein, das Gewinne wie Verluste gleichermaßen verstärkt. Andrew Lekas, Partner bei der Market-Making-Firma Old Mission Capital, betont, "Hebel-ETFs eignen sich hervorragend für das Trading und zur Absicherung", aber wer ein solches Produkt länger als einen Tag halte, müsse die Konstruktionsweise genau verstehen und mit dem eigenen Anlageziel abgleichen.
Wer eher zur Aktie oder zu bestehenden Korea-Fonds greifen sollte
Wer SK hynix längerfristig im Depot halten will, dürfte mit der NASDAQ-notierten Aktie selbst besser bedient sein als mit einem der neuen Hebelprodukte. Alternativ bieten sich Fonds an, die den Speicherchiphersteller bereits über die südkoreanische Notierung abbilden: Der im April gestartete Roundhill Memory ETF hat rund 24 Prozent seines Vermögens in SK hynix investiert, mit sogar noch höheren Positionen in Micron und dem Rivalen Samsung. Der erst Ende Juni gestartete Kurv Memory Select ETF hält etwa 22 Prozent in SK hynix, während die Aktie sowohl im iShares MSCI South Korea ETF als auch im geschlossenen Korea Fund die größte Einzelposition stellt.
Auf der Bewertungsseite nährt sich die Debatte an einer möglichen Anpassung an Micron: Investmentchef Ha SeokKeun von Eugene Asset Management sieht laut Bloomberg im Basisszenario rund 30 Prozent Aufwärtspotenzial für die Seoul-Aktie und rund 45 Prozent für die ADRs, während HSBC sein Kursziel für die Seoul-notierte Aktie bereits Ende Juni um 38 Prozent anhob.
Zwei Risiken gehören in jede Abwägung. Erstens bauen die neuen Hebelprodukte auf Derivaten auf und setzen täglich neu an, wodurch sich Kursschwankungen über mehrere Tage hinweg unvorhersehbar summieren können, gerade in einem Speicherchipsektor, der für ausgeprägte Kursausschläge bekannt ist. Zweitens ist die Neubewertungsthese selbst nicht gesichert: Die Seoul-Aktie hat in diesem Jahr zwar bereits im dreistelligen Prozentbereich zugelegt, zuletzt aber wegen Gewinnmitnahmen und KI-Sorgen kräftig nachgegeben, was zeigt, wie schnell auch die Aktie selbst korrigieren kann.
Wie viel Kapital die neuen ETFs in den ersten Handelstagen tatsächlich einsammeln, dürfte zeigen, ob das Interesse über kurzfristige Trades hinausgeht oder wie beim SpaceX-Pendant rasch wieder abebbt.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
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